Kosten-Explosion Chef-Treffen beim Berliner Flughafen

Der Aufsichtsrat des Pannenflughafens tagt am Mittwoch und lässt viel Raum für Spekulationen. Fest steht bislang nur eines: Mindestens bis Dezember bleibt der Posten des BER-Chefkontrolleurs unbesetzt.
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Die Landebahn des neuen Berliner Flughafens BER in Schönefeld: bitte nicht benutzen! Quelle: dpa

Die Landebahn des neuen Berliner Flughafens BER in Schönefeld: bitte nicht benutzen!

(Foto: dpa)

SchönefeldTerminplan? Vertagt. Vorstandswahl? Vertagt. Der Aufsichtsrat am neuen Hauptstadtflughafen hat heute eine überschaubare Tagesordnung. Und lässt damit Raum für Spekulationen.

Fest steht nur: Am neuen Hauptstadtflughafen bleibt der Aufsichtsratsvorsitz mindestens bis Dezember unbesetzt. „Wir werden abwarten, wie die neue Bundesregierung aussieht und wer der neue Bundesverkehrsminister wird“, sagte Aufsichtsrat Rainer Bretschneider (SPD) am Montag. Unterdessen sorgen Spekulationen über die Kosten des Projekts für Aufregung, nachdem der Steuerzahlerbund vergangene Woche die Zahl fünf Milliarden Euro genannt hatte.

„Es pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass die 4,3 Milliarden nicht reichen werden“, sagte Bretschneider und verwies auf Medienberichte der vergangenen Monate. Er legte sich aber auf keine Summe fest. Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop kritisierte: „Was vor der Bundestagswahl niemand von den Verantwortlichen öffentlich sagen wollte, ist nun raus.“

So wird Fliegen effizienter und schneller
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In Zeiten, in denen der internationale Verkehr in der Luft immer weiter zunimmt, stehen Themen wie Effizienz und Umweltverträglichkeit immer stärker im Mittelpunkt. Und das nicht nur für die Luftfahrtindustrie, sondern auch für ihre Fluggäste.

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Um ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten brauchen Fluggesellschaften in erster Linie die richtigen Maschinen. Der Trick: „Intelligente“ Triebwerke. Sie können die eigene Leistung überwachen und erkennen frühzeitig mögliche Fehler und daraus resultierenden Wartungsbedarf.

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Mithilfe solcher Triebwerke können die Maschinen effizienter und weiter fliegen. Zudem wird weniger Zeit für Wartungszwecke benötigt. Ihre Daten übermitteln sie durch Sensoren an einen Rechner, der diese mit Bestandsdaten abgleicht und weiterleitet.

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Ein besonders sensibles Thema: Verspätungen. Sie sind nicht nur ärgerlich, sondern sie kosten auch Geld. Durch verpasste Anschlüsse und abgesagte Termine entsteht Passagieren ein hoher finanzieller Schaden. Ebenso den Fluggesellschaften: Sie müssen mit Mehrkosten für die Besatzung, den Treibstoff und die Wartung rechnen – von den höheren Umweltbelastungen ganz zu schweigen.

Hauptstadtflughafen BER
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Neue Technologien wirken dem entgegen. Bisher nutzen die meisten Flughäfen üblicherweise noch ein Navigationssystem, das bodengestützt arbeitet. Erhebliches Potenzial bietet dagegen eine satellitengestütztes System, dass sich den optimalen Landeanflug aussucht. Dadurch werden nicht nur Flugverspätungen, sondern auch Treibstoffverbrauch und CO-2-Emission reduziert.

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Laute Einflugschneisen sind vor allem bei Anwohnern ein heikles Thema. Neben verbesserten Technologien und modernen Materialien hilft auch hier das satellitengestützte Navigationssystem weiter: Es reduziert durch den optimierten Landeanflug auch den entstehenden Lärm.

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In modernen  Triebwerken, wie dem Modell GEnx von GE, wird für die Niederdruckturbinenschaufeln Titan-Aluminid verwendet, welches wesentlich leichter ist als bisher verwendete Metalllegierungen. In Folge der Gewichtsersparnis erzielt ein GEnx-Triebwerk einen geringeren Treibstoffverbrauch und damit verbunden geringere CO2-Emissionen. Außerdem sind die Geräuschemissionen bei diesem Triebwerktyp um bis zu 30% verringert.

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Die Stelle des Chefkontrolleurs ist vakant, seit sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) im August zurückzog. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) führt das Gremium kommissarisch. Der Aufsichtsrat tagt an diesem Mittwoch und dann voraussichtlich wieder im Dezember.

Der Berliner Senatssprecher Richard Meng wies am Montag Berichte zurück, wonach Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) für den Aufsichtsratsposten im Gespräch sei. „Diese Diskussion hat es nie gegeben. Das ist Quatsch.“ Zur möglichen Rückkehr Wowereits sagte Meng: „Die Frage steht jetzt nicht an“. Wowereit hatte das Kontrollgremium bis zum Januar geführt, nach einem weiteren geplatzten Eröffnungstermin aber an Platzeck abgegeben. HB

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