Lebende Meeresschätze
Sondersitzung zum Schutz der Antarktis

In Bremerhaven berät die Antarktis-Kommission über einen besseren Schutz für Wale, Robben und viele andere Tierarten. Dabei geht es um die Schaffung eines großen Schutzgebietes – und um die Bedrohung durch Fischerei.
  • 0

ParisAcht Monate nach dem Scheitern von Verhandlungen in Australien wird von Montag an in Bremerhaven über einen besseren Schutz für die Antarktis beraten. Bei einer Sondersitzung der internationalen "Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis" (CCAMLR) geht es zum einen um die Schaffung eines 2,3 Millionen Quadratkilometer großen Schutzgebietes im Rossmeer, dem intaktesten Meeres-Ökosystem der Welt. Entschieden werden könnte auch über einen Schutzstatus für weitere 1,6 Millionen Quadratkilometer Küstengewässer in der östlichen Antarktis.

Die Verhandlungen zur Schaffung der Meeresschutzgebiete waren bei einem zweiwöchigen CCAMLR-Treffen im Oktober und November im australischen Hobart gescheitert. Für die Schaffung des Schutzgebietes im Rossmeer hatten sich die USA und Neuseeland stark gemacht. Australien, die EU und Frankreich wollten zudem die Gewässer der östlichen Antarktis unter Schutz stellen. Die für einen Beschluss notwendige Einstimmigkeit kam aber nicht zustande, weil China, Russland und die Ukraine zu starke Beschränkungen für die Fischerei fürchteten.

Die Antarktis bietet einen einzigartigen Lebensraum für Pinguine, Seelöwen, Robben, Wale und zahlreiche weitere Tierarten. Sie ist aber unter anderem durch die Fischerei bedroht. Für die Wissenschaft ist die Region von großem Interesse, weil sie nahezu unberührt vom Menschen ist.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) mahnte vor dem zweitägigen Treffen in Bremerhaven eine Einigung an. Es gebe "die einmalige Chance, im internationalen Meeres- und Naturschutz erneut Geschichte zu schreiben". Es gehe "um nichts weniger als die Schaffung der größten Meeresschutzgebiete weltweit".

Auch Umweltschützer setzen große Hoffnungen in die CCAMLR-Sondersitzung. Die Staaten könnten einen "visionären Ansatz beschließen und Schutzgebiete für zwei der intaktesten Zonen unseres Planeten errichten", sagt Andrea Kavanagh von der US-Naturschutzorganisation Pew Environnement.

Der CCAMLR gehören 24 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union an. Gegründet wurde die zwischenstaatliche Organisation 1982. Sie ist Teil des Vertragssystems zum Schutz der Arktis.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%