Monopolkommission
Sondergutachten zur Energiewende

Die Experten der beauftragten Monopolkommission plädieren für einen Systemwechsel. Die Regierung soll den Energieversorgern eine Ökostrom-Quote vorschreiben.
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BerlinDie Monopolkommission des Bundes hält die bisherige Ökostrom-Förderung für ineffizient und fordert ein neues System. Die Regierungsberater plädieren in ihrem am Donnerstag vorgestellten Bericht für die Umstellung auf ein sogenanntes Mengenmodell, das auch das Bundeswirtschaftsministerium befürwortet. Danach sollen die Versorger gezwungen werden, einen bestimmten, steigenden prozentualen Anteil von Ökostrom zu verkaufen. Wie sie diesen beschaffen und aus welcher Quelle, soll ihnen selbst überlassen bleiben. Damit werde auch der Wettbewerb zwischen Wind, Wasser oder Solarkraftwerken gefördert, argumentieren die Experten. Derzeit kann Ökostrom ohne Mengenbegrenzung und unabhängig von der Erzeugungsart zu festgelegten Abnahmepreisen ins Netz eingespeist werden.

Das Mengenmodell wird bereits seit längerem von verschiedenen Wissenschaftlern und Politikern verlangt. Allerdings würde dies bedeuten, dass die Versorger wohl fast ausschließlich auf Energieerzeugung aus Wind an Land als der billigsten Ökostrom-Quelle setzen würden. Zudem würde der Strom dann nicht mehr von Kleinunternehmern oder kleinen privaten Investoren geliefert, die kaum Verhandlungsmacht mit den Versorgern haben.

Das Modell trifft daher bei SPD, Grünen und auch überwiegend bei der Union auf Ablehnung. Die FDP will zudem Unterziele für einzelne Ökostrom-Arten im Quotenmodell, beispielsweise für Offshore-Strom. Dieser würde im reinen Quotenmodell keine Chance haben. Die Monopolkommission ist ein unabhängiges, fünfköpfiges Gremium, das Bund, Länder und Kommunen in Fragen des Wettbewerbs berät.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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