Neuer Staatschef
Politprofi mit harter Hand

Ibrahim Boubacar Keita soll der personifizierte Schlussstrich unter den Unruhen im Norden Malis sein. Der 68-Jährige wird am Donnerstag offiziell in sein Amt eingeführt. Einen Teilerfolg hat er schon jetzt erzielt.
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BamakoMalis neuer Staatschef Ibrahim Boubacar Keita durfte am Donnerstag hohe Gäste begrüßen: Frankreichs Staatschef François Hollande und zahlreiche afrikanische Präsidenten kamen in die malische Hauptstadt Bamako, um Keita bei der großen Zeremonie zu seiner Amtseinführung alles Gute zu wünschen. Den Beistand kann der 68-Jährige gut gebrauchen. Denn er muss ein von Krieg und Armut zerrüttetes Land wieder aufrichten und tiefe Gräben überwinden, um den brüchigen Frieden zu sichern. Die Aussöhnung des Landes, sagt Keita, sei seine „Priorität“.

Offiziell ist Keita schon seit zwei Wochen malisches Staatsoberhaupt. Nachdem er am 11. August in der Stichwahl gegen Ex-Finanzminister Soumaila Cissé mit mehr als 77 Prozent der Stimmen gewonnen hatte, legte er am 4. September seinen Amtseid ab. Am folgenden Tag ernannte er den Wirtschaftsexperten Oumar Tatam Ly zum Regierungschef. Die Zeremonie am Donnerstag in einem 55.000 Zuschauer fassenden Stadion in Bamako war so etwas wie der Startschuss auf großer Bühne für den früheren malischen Regierungschef Keita.

Auf den Politfürsten, dem im Ruf steht, bisweilen auch mit harter Hand durchzugreifen, wartet viel Arbeit. Schon im Wahlkampf hatte IBK, wie Keita in Mali schlicht genannt wird, den Menschen in dem tief gespaltenen Land versprochen, „Frieden und Sicherheit“ zurückzubringen.

Als erster der 27 Präsidentschaftskandidaten reiste er in die Stadt Kidal im Nordosten des Landes, eine Hochburg der Tuareg, deren Beziehungen zu den Schwarzen in Mali von Gewalt geprägt sind und die teils nach Unabhängigkeit oder zumindest Autonomie streben. Einen ersten Erfolg konnte Keita an diesem Mittwoch verbuchen: Die Tuareg-Rebellen sagten die Aufnahme von Friedensgesprächen zu.

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