Robert Zollitsch wird 75
Oberster Bischof und Brückenbauer

Der Freiburger Erzbischof kommt mit 75 nach Kirchentradition ins Rentenalter. Als Krisenmanager musste er sich als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz beweisen. So bereitet er seinen Abschied vor.
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FreiburgRobert Zollitsch ist das hohe Amt nicht zu Kopf gestiegen. Auch als oberster Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland hat der Freiburger Erzbischof Bodenhaftung behalten. Seit fünfeinhalb Jahren ist der im früheren Jugoslawien geborene Zollitsch Vorsitzender der Bischofskonferenz. Jetzt beginnen seine letzten sieben Monate. Wenn die Bischöfe im März 2014 turnusgemäß nach sechs Jahren wieder wählen, tritt der Freiburger aus Altersgründen nicht mehr an. Zollitsch wird am Freitag (9. August) 75 Jahre alt.

„Ich schaue zurück mit Dankbarkeit“, sagt Zollitsch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Seit 48 Jahren ist er Priester, seit zehn Jahren Erzbischof der zweitgrößten Diözese Deutschlands und seit Februar 2008 Vorsitzender der Bischofskonferenz. Zu seinem 75. Geburtstag muss Zollitsch dem Papst seinen Rücktritt anbieten, so ist es in der katholischen Kirche üblich. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch ablehnen wird. Zumindest so lange, wie Zollitsch die Bischofskonferenz führt.

Der als liberal geltende Freiburger Erzbischof war im Februar 2008 der Überraschungsnachfolger, als Kardinal Karl Lehmann nach 21 Jahren als Chef der Bischöfe aus dem Amt trat. „Eine Reihe von Mitbrüdern hat mich damals sehr bekniet, diese Aufgabe zu übernehmen“, erinnert er sich. „Sie meinten, ich könnte im Sinne der Moderation, der Verbindung und des Brückenbaus diese Aufgabe erfüllen.“ Zollitsch willigte ein. „In der Arbeitsbelastung war das noch einmal eine gewaltige Herausforderung.“

Die Funktion hat ihn geprägt, er ist Gesicht und Stimme seiner Kirche geworden. Ohne dabei Lautsprecher zu sein. In der Öffentlichkeit tritt er bescheiden und zurückhaltend auf. Er sucht Konsens statt Konfrontation. In Predigten und Interviews meldet er sich gerne zu gesellschaftlichen Themen zu Wort, vermeidet dabei jedoch ideologisch überhöhte Debatten. Gräben will Zollitsch nicht aufreißen. Er ist sichtlich bemüht, Reformer und Bewahrer zu einen.

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Kritikfähiger Impulsgeber bleibt seiner Linie treu

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