Vorwurf der Aktenvernichtung
Sondersitzung zur Doping-Studie im Sportausschuss

Die Studie der Berliner Wissenschaftler bestätigte das Bild einer staatlich geduldeten Doping-Forschung. Doch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft wehr sich: Es seien keine Akten vernichtet worden.
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BerlinAm Montag wird in einer Sondersitzung im Sportausschuss die brisante Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ thematisiert. Unmittelbar vorher hat das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) die Forscher der Studie massiv kritisiert. Die Behörde wies am vergangenen Donnerstag in einer fast 40-seitigen Stellungnahme zudem Vorwürfe der Aktenvernichtung zurück und stellte sogar die Qualität der Gesamtarbeit infrage. Der Berliner Projektleiter der Studie, Giselher Spitzer, hatte Anschuldigungen erhoben, Akten seien beseitigt worden.

„Es liegen keinerlei Anhaltspunkte vor, dass das BISp gegen die Regelungen zur Aussonderung/Vernichtung von Akten verstoßen hat“, erklärte das BISp, das die Studie in Auftrag gegeben hatte. Derartige Behauptungen seien „unhaltbar und falsch“. Im Gegenzug warf die Behörde den Berliner Wissenschaftlern handwerkliche Fehler vor. Methodische Mängel der Berliner Arbeitsteilberichte würden „die Qualität der Gesamtarbeit schmälern und die Aussagekraft der vorliegenden Auswertungen reduzieren“. Nicht immer seien „die gängigen Standards guter wissenschaftlicher Praxis“ eingehalten worden.

Der Abschlussbericht der Berliner Humboldt Universität und der Universität Münster über die Doping-Praktiken in der Bundesrepublik hatte das Bild einer staatlich geduldeten und von Steuergeldern finanzierten Doping-Forschung bestätigt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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