Umweltängste der 80er
Was wurde eigentlich aus dem sauren Regen?

In den 80er Jahren ging in Deutschland die Angst vor dem sauren Regen und dem dadurch drohenden Waldsterben um. War die Gefahr für deutsche Wälder wirklich so groß – oder war es bloße Medienhysterie?
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Der Wald ist nicht gestorben. Im Gegenteil:  Er ist größer geworden. 30 Jahre nach den hitzigen Diskussionen um das Waldsterben durch sauren Regen und dem ersten Waldschadensbericht erstreckt sich der deutsche Wald heute über elf Millionen Hektar, eine Million Hektar mehr als 1983. Über 30 Prozent der Landesfläche entfallen auf Wälder.

„Le Waldstérben“ – wie der Franzose sich über die Obesession der Deutschen mokierte – war in den 80ern das bedeutendste Umweltthema der Bundesrepublik.  Es stellt sich also die Frage, ob die aufgeregten Diskussionen jener Zeit bloße Medienhysterie war, oder ob die alarmierenden Meldungen tatsächlich zu politischen Maßnahmen geführt haben, die das drohende Waldsterben abgewendet haben. Bis heute ist noch kein Alleinschuldiger für den damals objektiv schlechten Zustand der Wälder identifiziert. Von Luftschadstoffen über Wetterbedingungen bis zum Borkenkäfer spielte vieles eine Rolle.

Fakt ist: Die Gefahr für den Wald wurde übertrieben dargestellt. Fakt ist aber auch: Die emotionale Diskussion hat dazu geführt, dass schärfere Gesetze zur Rauchgasentschwefelung verabschiedet wurden. Schon Ende der 80er-Jahre verringerte sich der Ausstoß von Schwefeldioxid aus Kohlekraftwerken um 70 Prozent.

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