Zähe Erreger
Welche Krankheiten gelten als ausgerottet?

Der jüngste Anstieg der Masernfälle in Deutschland heizte die Diskussion um Infektionskrankheiten wieder neu an. Der hoch ansteckende Virus ist einfach nicht auszumerzen – im Gegensatz zu einem anderen Krankheitserreger.
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Richtig ausgerottet sind bisher nur die Pocken – eine Infektion, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch Hunderttausende tötete. Nach einer erfolgreichen Impfkampagne erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Erde 1979 als pockenfrei.

Dieser Erfolg ist bei anderen Krankheiten noch nicht gelungen. Doch zumindest die Kinderlähmung könnte bald ausgerottet werden – die Infektionen gingen seit 1988 um 99 Prozent zurück. Fälle gab es nur noch in Nigeria, Pakistan und Somalia. Komplett zurückdrängen will die WHO auch die Masern: In Amerika und Skandinavien gelten sie bereits als beseitigt. Doch weil sich nicht genug Menschen dagegen impfen, tritt sie andernorts nach wie vor manchmal auf – auch bei uns.

Andere Infektionskrankheiten wie Typhus, Pest, Milzbrand oder Diphterie kommen in den Industrieländern nur noch sehr selten vor. In Deutschland gab es 2012 zum Beispiel nur noch 58 Fälle von Typhus – und keinen von Pest oder Cholera. Diese Krankheiten komplett auszurotten, gilt aber als fast unmöglich, da die Erreger – anders als bei Pocken oder Masern – nicht nur den Menschen als Wirt nutzen, sondern auch Tiere.

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