15 Zwischenfälle

Nachlässigkeit macht US-Atomkraftwerke zur Gefahr

Nach der Reaktorkatastophe in Fukushima hat Deutschland die Atomwende eingeleitet. Die USA dagegen beharrten auf dem Bau neuer Atomkraftwerke. Die bereits bestehenden Anlagen sind nicht so sicher wie gedacht.
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Das Atomkraftwerk in Byron (USA) musste Ende Januar 2012 Dampf ablassen. Quelle: dapd

Das Atomkraftwerk in Byron (USA) musste Ende Januar 2012 Dampf ablassen.

(Foto: dapd)

WashingtonIn den Atomkraftwerken der USA haben sich nach Angaben einer Wissenschaftlervereinigung im vergangenen Jahr 15 Zwischenfälle ereignet. Wie die atomkritische Union of Concerned Scientists (UCS) am Dienstag mitteilte, waren 13 der insgesamt 104 US-Atomreaktoren von Problemen betroffen, die potenziell schwerwiegende Folgen hätten nach sich ziehen können. Ein Großteil der Zwischenfälle sei eingetreten, weil die Betreiber der Kraftwerke nachlässig gehandelt hätten.

Die UCS bezog sich bei ihrem Bericht auf Daten der US-Atombehörde NRC. In der Anlage von Oconee im Bundesstaat South Carolina wurde bei Kontrollen demnach entdeckt, dass ein Notkühlsystem in den 1983 gebauten Reaktoren nie funktionsfähig gewesen sei. In den Anlagen Braidwood und Byron im Bundesstaat Illinois hätten die Angestellten seit 1993 das Wasser aus dem Kühlsystem teilweise umgeleitet, was im Ernstfall zu Problemen bei der Reaktorkühlung hätte führen können.

Ungeachtet der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte sich US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr in einer Grundsatzrede eindeutig für den Bau neuer Atomkraftwerke ausgesprochen. Um die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern, hat die Regierung Kreditgarantien in Milliardenhöhe für den Ausbau der Kernkraft zugesagt. Washington betrachtet Atomkraft auch als Möglichkeit, im Kampf gegen die Erderwärmung den Ausstoß von Treibhausgasen zu drosseln.

Anfang Februar gab die NRC erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten grünes Licht für den Neubau von zwei Atomreaktoren. Die beiden 1100-Megawatt-Blöcke sollen auf dem Gelände des Atomkraftwerks Vogtle des Energiekonzerns Southern Company im Bundesstaat Georgia entstehen und ab 2016 ans Netz gehen.

  • afp
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14 Kommentare zu "15 Zwischenfälle: Nachlässigkeit macht US-Atomkraftwerke zur Gefahr"

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  • Man kann sich alles schön reden, Kernenergie ist und bleibt eine der schmutzigsten Varianten der Stromerzeugung.

    Abschalten jetzt und sofort!

  • Zum Hintergrund aller "Kosten" der Atomkraft wird immer das wichtigste verschwiegen: Wir haben es bei der Opposition zur Atomkraft mit professionellen Organisationen zu tun, die seit jahrzehnten aktiv sind. Das erklärte Ziel dieser Organisationen war und ist, über alle möglichen Wege den Bau und Betrieb von AKW zu blockieren. Einer dieser Wege ist, die Kosten so weit in die Höhe zu treiben, dass AKW für die Betreiber unrentabel werden. Die Kosten werden beispielsweise in die Höhe getrieben indem man Gorleben immer wieder blockiert, immer wieder neue Untersuchungen fordert usw. Die Asse ist bspw. vollkommen in Ordnung - siehe das Buch "Märchen von der Asse" ISBN3837099776.
    Wenn diese Gruppen "Erfolg" haben, ja, dann sind 29 Milliarden "Nichts" - das ist mir klar, und die Legende der bösen Atomkraft geht dann weiter.

    Was die Vorgänge in Japan betrifft ist die Sache ganz einfach: Japan = Deutschland. Japan ist wie Deutschland ein "sattes" historisches Industrieland, in dem sich Umwelt und Gesundheit immer mehr in den Vordergrund stellen, und die Sicherung des Wohlstands in den Hintergrund rückt. Fukushima hat dort wie in Deutschland eine Hysterie ausgelöst, mit panischer Angst vor lächerlichen Strahlungswerten. Es ist eben aber nur das, nur Angst vor dem Unbekannten. In Wahrheit ist niemand durch Strahlung zu Schaden gekommen und die sogenannten "verseuchten" Gebiete strahlen weniger als die natürliche Hintergrundstrahlung in manchen deutsche Wäldern.

  • Wie Sie aus meinen Einlassungen entnehmen können geht es mir um freien - also marktwirtschaftlichen – Wettbewerb auf der Erzeugerseite. Yellostrom ist ein Vertriebler und kein Erzeuger und trägt somit auf der Erzeugerseite zu keinem Wettbewerb bei.
    Ob Ihr Vergleich zwischen Todesfällen bei Windrädern und dem Fukushima-Unglück von den Betroffenen die Hab und Gut verloren haben, auf Zustimmung stößt, halte ich 1. für fragwürdig und 2. für absolut pietätlos. Die Tatsache, dass selbst Tepco nun 76.000 m² Meeresboden nun unter einer 60 cm starken Betonplatte versiegelt, spricht Bände.
    Übrigens stammen 20% der schwach radioaktiven Stoffe in Asse aus Kernkraftwerken.
    Im Bereich der mittlerer Radioaktivität wurden 1.300 200 Liter. Fässer eingelagert tatsächlich aber gemäß einer Inventaruntersuchung im Jahr 2010 16.1000 Fässer gefunden.
    Die Fässer scheinen sich entweder unter Tage zu vermehren oder das Verantwortungsbewusstsein rangiert mehr auf dem Niveau „das Leben ist ein Ponyhof“.
    Es stellt sich natürlich die Frage, ob die von Ihnen angeführten Gelder für eine Endlagerung von 1.300 Fässer vorgesehen waren oder für die 16.100 die man tatsächlichen gefunden hat. Es bleibt zu hoffen, dass bei weiteren Untersuchungen der vorhandene Atommüll sich nicht weiter um Faktor 10 „vermehrt“.
    Welchen Wert 29 Mrd. € (-aus meiner abzüglich 6 Mrd.€ Sanierungskosten Asse) bei einer durchschnittlichen Inflationsrate für den Verfallszeitraum von 10.000 Jahren hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Jemand der das weiß kann mir sicherlich auch die Lottozahlen für die nächsten 3 Jahr vorhersagen.

  • Ergänzung: Die deutschen Stromkonzerne haben 29 Milliarden Euro als Rücklage für den Abbau und Endlagerung bereit (Quelle: kürzliche Bundestagsdebatte). In den Händen jedes normal wirtschaftenden Unternehmers sind das gigantische Summen die locker eine Endlagerung in einem passenden (Uran-)Bergwerk ermöglichen. Nur in den Händen grüner Politker sind 29 Milliarden ein "Nichts", insbesondere wenn es um vom Stromunden zu zahlende EE-Subventionen geht.

  • In der Asse liegen fast nur solche radioaktiven Abfälle von Forschungsreaktoren und Kliniken. Diese sind streng von kommerziell betriebenen AKW zu unterscheiden. Damit ein Versorger ein AKW bauen kann, braucht man keine eigene Forschung, sondern nur Kapital. Anbieter aus dem Ausland gibt es zu genüge, z.B. aus den USA, Korea, Russland. Die Emirate lassen sich beispielsweise gerade ein sehr grosses AKW von Koreanischen Firmen bauen - Forschungskosten gleich Null.

    Wozu hatte die deutsche Politik also die Forschung betrieben, und dafür Milliarden an Steuergeldern verwendet, inklusive der Spätfolgen jetzt mit der Endlagerung der Forschungsabfälle, für die ebenfalls der Steuerzahler herhalten muss? Da muss man die deutsche Politiker fragen, die anscheinend immer den Grosskonzernen wie Siemens Aufträge und Gewinne zuschustern wollen, während Ihnen die kleinen Unternehmen und Individuen egal sind - ich bin persönlich völlig gegen diese Unterstützung der Industrie und halte sie für ein Verbrechen an der Marktwirtschaft und reine Lobbypolitik zur Ergatterung von Parteispenden.

  • Für mich haben Zahlen und eine Basislogik größere Gewichtung, als eine wie auch immer geartete politische Farbenlehre. Daher enden die Kosten also die wirtschaftliche (wie auch sonstige) Verursacherverantwortung für eine Endlagerung von Atommüll genau dann, wenn das Zeug unschädlich/allgemein verträglich ist. Es ist schön, wenn im Salzbergwerk von Asse ca. 900.000 € Einnahmen gemacht wurden. Dumm sind nur die anstehende Sanierungskosten von 2 bis 6 Mrd.€ an diesem Standort. Mag das für Sie eine Lüge sein, für mich als Steuerzahler und die kommenden Generationen ist das einfach nur viel Geld, welches definitiv nicht von den AKW-Betreibern kommen wird. Und soviel ist klar ohne den Müll, wären die Bergschäden deutlich preiswerter zu sichern.

  • Daß die Endlagerung von Atommüll oder der Abbau der AKW "auf den Staat abgewältzt" werden, ist schlichtweg eine Lüge bzw. eine der vielen "grünen Legenden". Die Wahrheit ist: per Gesetz sind AKW Betreiber verpflichtet finanzielle Rücklagen zu bilden, die dann dafür aufgewendet werden. Gorleben beispielsweise hat bislang 1,5 Milliarden verschlungen, zu 96% bezahlt von den AKW Betreibern. Wenn die alljährlichen Gorleben-"Wallfahrten" so weiter gehen, wird es noch mehr Milliarden kosten, aber keine Sorge - es ist genug Geld da, mit Zins und Zinseszins, und 0,00 Euro aus Steuern.

    Echten Wettbewerb gab es mit der Liberalisierung des Strommarktes 1998, aber leider nur für sehr kurze Zeit. YelloStrom bot damals Strom für 19 Pfennig die Kilowattstunde an - umgerechnet weniger als 10 Cent. Aber mit der wahnwitzigen Idee der "Erneuerbaren" und des EEG wurde diese Liberalisierung wieder komplett vernichtet. Man kann heute zwar den Stromanbieter wählen, aber jeder Versorger wird staatlich gezwungen den Strom der aus Solar/Windanlagen zufällig strömt, zu völlig überzogenen Preisen (Solar zu 24 Cent Grosshandelspreis, im Vergleich 6 Cent kostet französischer Atomstrom) zu kaufen, und auch dann wenn er ihn gar nicht benötigt, weil sein eigenes Kohlekraftwerk schon unter Dampf steht usw. das verursacht dann immense Kosten die auf die Strompreise umgelegt werden (EEG-Umlage *zuzüglich* den höheren Kosten für die alten Kraftwerke). So bietet heute der ehemalige "Billigstrom"-Anbieter YelloStrom die Kilowattstunde zu 24 Cent an - wenn das Marktwirtschaft und Wettbewerb sein soll...

    Zur Sicherheit: Wieviele Tote/Verletzte in Fukushima? Null. Wieviele Tote/Verletzte bei Unfällen mit Winkraftanlagen? Hunderte! Mehr muss man dazu nicht sagen, die Angst ist ein Wahn der Grünen.

  • Die Stromversorgung in D wurde ab 1935 durch das Energiewirtschaftsgesetz mit dem Hintergrund geregelt, Deutschlands Wirtschaft kriegstauglich zumachen. Man glaubte durch Gebietsmonopole für die Stromversorgung „die Energieversorgung so sicher und billig wie möglich zu gestalten“ indem man die „volkswirtschaftlich schädigende Auswirkungen des Wettbewerbs“ verhindert. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen von 1957 enthielt mit den Demarkationsverträgen eine Ausnahme für Energieversorgungsunternehmen, sodass die Inhalte des Energiewirtschaftsgesetz weiter geführt wurden. Erst 1998 traten auf Drängen der EG Gesetze für eine Energieversorgung mit Wettbewerb in D in Kraft. Durch die „schützenden“ -weil gesetzgebenden- Hände von Politikern und deren Parteien spielten über ½ Jahrhundert weder Erzeugerkosten noch Energieeffizienz bei den 4 Firmen die 80% des Stroms erzeugen ein größere Rolle. Im Zweifelsfalle wurden und werden (!) die Kosten wie beim Atommüll einfach auf den Staat und die kommenden Generationen abgewälzt. Technisch aufwendige Atomkraftwerke mit ihrem enormen Finanzbedarf kommen genau dann zustande, wenn Monopolstrukturen existieren und der Staat an Großkonzerne Geld verteilt. Dies alles spricht gegen eine freie Marktwirtschaft mit Wettbewerb und verschleiert die tatsächlichen Kosten für diese Energie. Zusätzlich ist es ein Unding, dass Atomkraftwerke in reinen Zahlen umso wirtschaftlicher laufen, je weniger Geld in Sicherheit investiert wird.

  • Wir Deutschen stehen moralisch über den "dummen" Amerikanern mit ihrem billigen Atomstrom. Wir leisten uns eine Energiewende! Wir sind einfach so viel schlauer als die Amis. Im Sommer beispielsweise, wenn die Amis ihre "stromfressenden" Klimaanlagen anwerfen, da schwitzen wir einfach und "sparen Energie". Elektroautos bauen wir auch, aber fahren tun wir nur Benziner oder Diesel, weil wir Strom sparen. Die Medien geben uns Energiespar-Tipps wie wir etwas "für die Umwelt" und "für den Geldbeutel" tun können. Man wir sind wirklich die größten D....

  • "Anfang Februar gab die NRC erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten grünes Licht für den Neubau von zwei Atomreaktoren". Es ist doch höchste Zeit und endlich siegt die Vernünft

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