15 Zwischenfälle
Nachlässigkeit macht US-Atomkraftwerke zur Gefahr

Nach der Reaktorkatastophe in Fukushima hat Deutschland die Atomwende eingeleitet. Die USA dagegen beharrten auf dem Bau neuer Atomkraftwerke. Die bereits bestehenden Anlagen sind nicht so sicher wie gedacht.
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WashingtonIn den Atomkraftwerken der USA haben sich nach Angaben einer Wissenschaftlervereinigung im vergangenen Jahr 15 Zwischenfälle ereignet. Wie die atomkritische Union of Concerned Scientists (UCS) am Dienstag mitteilte, waren 13 der insgesamt 104 US-Atomreaktoren von Problemen betroffen, die potenziell schwerwiegende Folgen hätten nach sich ziehen können. Ein Großteil der Zwischenfälle sei eingetreten, weil die Betreiber der Kraftwerke nachlässig gehandelt hätten.

Die UCS bezog sich bei ihrem Bericht auf Daten der US-Atombehörde NRC. In der Anlage von Oconee im Bundesstaat South Carolina wurde bei Kontrollen demnach entdeckt, dass ein Notkühlsystem in den 1983 gebauten Reaktoren nie funktionsfähig gewesen sei. In den Anlagen Braidwood und Byron im Bundesstaat Illinois hätten die Angestellten seit 1993 das Wasser aus dem Kühlsystem teilweise umgeleitet, was im Ernstfall zu Problemen bei der Reaktorkühlung hätte führen können.

Ungeachtet der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte sich US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr in einer Grundsatzrede eindeutig für den Bau neuer Atomkraftwerke ausgesprochen. Um die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern, hat die Regierung Kreditgarantien in Milliardenhöhe für den Ausbau der Kernkraft zugesagt. Washington betrachtet Atomkraft auch als Möglichkeit, im Kampf gegen die Erderwärmung den Ausstoß von Treibhausgasen zu drosseln.

Anfang Februar gab die NRC erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten grünes Licht für den Neubau von zwei Atomreaktoren. Die beiden 1100-Megawatt-Blöcke sollen auf dem Gelände des Atomkraftwerks Vogtle des Energiekonzerns Southern Company im Bundesstaat Georgia entstehen und ab 2016 ans Netz gehen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Man kann sich alles schön reden, Kernenergie ist und bleibt eine der schmutzigsten Varianten der Stromerzeugung.

    Abschalten jetzt und sofort!

  • Zum Hintergrund aller "Kosten" der Atomkraft wird immer das wichtigste verschwiegen: Wir haben es bei der Opposition zur Atomkraft mit professionellen Organisationen zu tun, die seit jahrzehnten aktiv sind. Das erklärte Ziel dieser Organisationen war und ist, über alle möglichen Wege den Bau und Betrieb von AKW zu blockieren. Einer dieser Wege ist, die Kosten so weit in die Höhe zu treiben, dass AKW für die Betreiber unrentabel werden. Die Kosten werden beispielsweise in die Höhe getrieben indem man Gorleben immer wieder blockiert, immer wieder neue Untersuchungen fordert usw. Die Asse ist bspw. vollkommen in Ordnung - siehe das Buch "Märchen von der Asse" ISBN3837099776.
    Wenn diese Gruppen "Erfolg" haben, ja, dann sind 29 Milliarden "Nichts" - das ist mir klar, und die Legende der bösen Atomkraft geht dann weiter.

    Was die Vorgänge in Japan betrifft ist die Sache ganz einfach: Japan = Deutschland. Japan ist wie Deutschland ein "sattes" historisches Industrieland, in dem sich Umwelt und Gesundheit immer mehr in den Vordergrund stellen, und die Sicherung des Wohlstands in den Hintergrund rückt. Fukushima hat dort wie in Deutschland eine Hysterie ausgelöst, mit panischer Angst vor lächerlichen Strahlungswerten. Es ist eben aber nur das, nur Angst vor dem Unbekannten. In Wahrheit ist niemand durch Strahlung zu Schaden gekommen und die sogenannten "verseuchten" Gebiete strahlen weniger als die natürliche Hintergrundstrahlung in manchen deutsche Wäldern.

  • Wie Sie aus meinen Einlassungen entnehmen können geht es mir um freien - also marktwirtschaftlichen – Wettbewerb auf der Erzeugerseite. Yellostrom ist ein Vertriebler und kein Erzeuger und trägt somit auf der Erzeugerseite zu keinem Wettbewerb bei.
    Ob Ihr Vergleich zwischen Todesfällen bei Windrädern und dem Fukushima-Unglück von den Betroffenen die Hab und Gut verloren haben, auf Zustimmung stößt, halte ich 1. für fragwürdig und 2. für absolut pietätlos. Die Tatsache, dass selbst Tepco nun 76.000 m² Meeresboden nun unter einer 60 cm starken Betonplatte versiegelt, spricht Bände.
    Übrigens stammen 20% der schwach radioaktiven Stoffe in Asse aus Kernkraftwerken.
    Im Bereich der mittlerer Radioaktivität wurden 1.300 200 Liter. Fässer eingelagert tatsächlich aber gemäß einer Inventaruntersuchung im Jahr 2010 16.1000 Fässer gefunden.
    Die Fässer scheinen sich entweder unter Tage zu vermehren oder das Verantwortungsbewusstsein rangiert mehr auf dem Niveau „das Leben ist ein Ponyhof“.
    Es stellt sich natürlich die Frage, ob die von Ihnen angeführten Gelder für eine Endlagerung von 1.300 Fässer vorgesehen waren oder für die 16.100 die man tatsächlichen gefunden hat. Es bleibt zu hoffen, dass bei weiteren Untersuchungen der vorhandene Atommüll sich nicht weiter um Faktor 10 „vermehrt“.
    Welchen Wert 29 Mrd. € (-aus meiner abzüglich 6 Mrd.€ Sanierungskosten Asse) bei einer durchschnittlichen Inflationsrate für den Verfallszeitraum von 10.000 Jahren hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Jemand der das weiß kann mir sicherlich auch die Lottozahlen für die nächsten 3 Jahr vorhersagen.

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