Absatz um 35 Prozent gesunken
Staat schafft Anreize für Solarthermie

Energieverbrauch senken, regenerative Energien stützen, das Klima schützen: Mit zusätzlichen Mitteln will die Politik den Absatz von Solarthermieanlagen steigern und der Umwelt Gutes tun. Doch ein zusätzlicher Auftrieb ist bisher nicht zu erkennen.

BERLIN. Klaus Jesse hat ein Problem. Der Präsident des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. (BDH) sieht mit Blick auf Klimaschutz und Energieverbrauch einen Widerspruch zwischen Anspruch und Realität in der deutschen Politik. Denn dort würden die Entscheidungen allein nach Kassenlage getroffen: „In den vergangenen Jahren hat man die Förderung permanent reduziert. Nachdem der Markt in diesem Jahr nun zusammengebrochen ist, wird sie wieder verdoppelt.“ Die Stop-and-Go-Politik schade seiner Branche, verunsichere Kunden und verhindere schlichtweg all das, was die Regierung erreichen wolle. Nämlich den Energieverbrauch zu senken, regenerative Energien zu stützen und so das Klima zu schützen.

Der BDH meldet bei Solarthermieanlagen von Januar bis Juli 2007 einen Absatzrückgang von 24 Prozent. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit spricht sogar von 35 Prozent Rückgang im Solarbereich. Um diesem entgegenzuwirken und den stockenden Motor der erneuerbaren Energie-Technologien wieder rund laufen zu lassen, hat der Dienstherr der Behörde, Sigmar Gabriel, nun die Investitionskostenzuschüsse zum August um 50 Prozent erhöht.

Eigenheimbesitzer bekommen seither für ihre Solarwärmeanlage eine Investitionsbeihilfe von 60 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche. Zuvor gab es nur 40 Euro. Sind die Solarkollektoren kombiniert für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung, erhalten sie sogar 105 Euro vom Staat statt bisher 70 Euro. Das Förderprogramm gilt für Anlagen bis zu einer Größe von 40 Quadratmeter. Anträge müssen an das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

Um der Branche zusätzlich Auftrieb zu geben, wurden nicht nur die Zuschüsse erhöht, sondern auch die Haushaltmittel für das Programm. 33 Mill. Euro wurden zusätzlich für 2007 bewilligt, so dass dem BAFA insgesamt 175 Mill. Euro zur Verfügung stehen. Bis September waren 65 Mill. Euro für 81 000 Vorhaben von dem Amt bewilligt und ausgezahlt worden.

Einen Nachfrageanstieg konnte das BAFA durch diese Erhöhung bisher nicht feststellen. Im August wurden etwa 9 300 Anträge gestellt. Das Mittel der ersten sieben Monate des Jahres liegt bei 11 000 Anträgen. Allerdings hat sich auch der Zeitpunkt der Antragstellung geändert. „Die Antragsteller führen heute zuerst ihre Maßnahmen durch und stellen dann den Antrag“, sagt eine Sprecherin des Amtes.

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