Aktiver Umweltschutz
Von grünen Flaggschiffen lernen

Unternehmen wie etwa der niederländische Elektronikkonzern Philips setzen auf „öko-effiziente“ und sozialverträgliche Produkte. Sie tragen mittlerweile wesentlich zu ihren Geschäftserfolgen bei. Wissenschaftler fordern noch einen Schritt weiter zu gehen – und bauen dabei trotzdem keine Öko-Luftschlösser.

Noch immer betrachten viele Konzerne und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den über gesetzliche Anforderungen hinaus gehenden aktiven Umweltschutz im Kerngeschäft als finanzielle Belastung, die man sich nur leisten könne, wenn es einem wirtschaftlich gut gehe. Ökologisch verantwortlich Wirtschaften ist jedoch für Unternehmen eine Strategie, um ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und zukunftsfähig zu bleiben. Einige Unternehmen zeigen was gemeint ist: sie machen mit Ressourcen sparenden Ökoprodukten und aktiver Werbung dafür richtig Umsatz.

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat bei sich das ursprünglich von der japanischen Regierung lancierte „Top-Runner“-Prinzip etabliert: Dabei müssen neue Produkte nachweislich für den gesamten Lebenszyklus höhere Umweltleistungen als Vorgänger- oder Wettbewerbsmodelle bringen. Japan schreibt zum Beispiel für rund 20 energieintensive Produktbereiche vor, dass der Energieverbrauch denjenigen des verbrauchsärmsten Modells am Markt nicht überschreiten darf.

Das gilt auch für Importprodukte. Hält sich ein in- oder ausländischer Anbieter nicht daran, folgt eine öffentliche Ermahnung und eventuell auch ein Sanktion. Das Top-Runner-Programm führte zu hohen zweistelligen Energieeinsparungen unter anderem bei Computern, Klimaanlagen, Kühlschränken und Kopierern. Gerätehersteller aus Deutschland und Europa halten bei diesem staatlich verordneten härterem Wettbewerb durchaus mit, wie das Wuppertal Institut feststellt. Die Bundesregierung will den Top-Runner-Ansatz bei der EU für alle Elektro- und Elektronikgeräte durchsetzen.

Philips berücksichtigt bei seiner Top-Runner-Produktentwicklung sowohl den Energieverbrauch als auch Verpackung, Gefahrstoffe, Gewicht, Recyclingmöglichkeiten und Zuverlässigkeit. Produkte, die auf einem oder mehreren Feldern deutlich besser abschneiden als das beste Vergleichsmodell, erhalten das Kennzeichen „Green-Flagship“. Das Telefon Dect 525 zum Beispiel verbraucht halb so viel Energie und 17 Prozent weniger Verpackung als der Durchschnitt dessen, was Wettbewerber anbieten. Es ist ein Drittel leichter und lässt sich besser recyceln, da frei von den Giftstoffen Cadmium, Blei und Quecksilber.

Seite 1:

Von grünen Flaggschiffen lernen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Seite 5:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%