Alternative Antriebe
Erdgasfahrzeuge verbessern Berliner Luft

Erdgasbetriebene Fahrzeuge haben Konjunktur: Ihre Zahl steigt bundesweit um rund 40 Prozent im Jahr. 54 722 Erdgasautos waren Ende 2006 in Deutschland gemeldet. Vorreiter beim Einsatz ist Berlin. Hier sind etwa rund 1 000 Taxis und Fahrschul-PKWs mit Erdgasantrieb unterwegs.

DÜSSELDORF. Für Erdgas-Autos spricht zudem der Preis: „Sie kosten nicht mehr als Dieselautos mit Partikelfilter“, sagt Otto Berthold vom Berliner Gasversorger Gasag. Im Vergleich zum Benziner sind sie zwar bis zu 3 000 Euro teurer. Dafür liegen die Spritkosten dank günstiger Steuern um die Hälfte niedriger als beim Benzinmotor.

Auch die Gasag setzt auf den Erdgasantrieb. 200 entsprechende Fahrzeuge hat das Unternehmen – der Anteil am Fuhrpark liegt bei 90 Prozent. Der Chef fährt eine Erdgas-Limousine, auch Monteure sind mit den Alternativ-Fahrzeugen unterwegs. Seit Anfang der 90er Jahre stellt die Gasag die Flotte um. „Damals gab es technische Probleme mit Druckreglern oder Einspritzdüsen“, so Berthold. „Heute ist das behoben.“

Größtes Hindernis für den Einsatz von Erdgasautos ist das gering ausgebaute Netz der Tankstellen. Derzeit gibt es erst rund 750. Auf dem Land ist es also oft schwierig, an Sprit zu kommen. Immerhin: Pro Woche nehmen im Schnitt zwei neue Erdgas-Tankstellen den Betrieb auf. In Ballungsräumen ist die Erdgas-Versorgung schon heute kein Problem mehr. Das hat auch TNT überzeugt.

Von den 63 Fahrzeugen, die für die Berliner Niederlassung des Logistikers unterwegs sind, nutzen 42 den vergleichsweise sauberen Brennstoff. „Wir lieben die Fahrzeuge“, schwärmt Manfred Weil, Technischer Leiter von TNT Berlin. So seien die Motoren leiser. Beim Betrieb gebe es keine Probleme: „Der Wartungsaufwand ist nicht höher als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen.“ Zwar ist ein gasbetriebener Transporter etwa 8 000 Euro teurer als die konventionelle Variante. Rechnet man alle Subventionen ein, muss der Nutzer am Ende nur mit Mehrkosten von rund 1 500 Euro rechnen – und profitiert dann von günstigen Spritkosten.

Bundesweit fahren in der TNT-Flotte rund 170 Erdgas-Autos, Ende 2007 sollen es 200 sein. Wenig vorbildlich ist dagegen der Fuhrpark des Bundes: Regierung und Bundesbehörden unterhalten rund 21 400 Fahrzeuge – nur neun davon mit Erdgasantrieb.

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