Alternative Energien
Klimaschutz am Südpol

Umweltschutz kann auch unter Extrembedingungen funktionieren: Die belgische Forschungstation „Princess Elisabeth“ wird am Südpol Temperaturen von minus 60 Grad und WIndgeschwindigkeiten bis 250 kmh/h ausgesetzt sein – und bezieht ihre Energie dabei nur aus Sonne und Wind.

DÜSSELDORF. 71 Grad und 57 Minuten südlicher Breite und 23 Grad 20 Minuten östlicher Länge – das sind die Koordinaten der weltweit ersten emissionsfreien Antarktisforschungsstation, die momentan in Brüssel seetauglich verpackt wird, um in die Polarregion verschickt zu werden. Ebenfalls in Bremerhaven wartet eine neue deutsche Forschungsstation auf ihre Verschiffung zum Südpol. Während es für Deutschland bereits die dritte Station ist, die diesen Herbst in die Antarktis transportiert wird, ist es für die Belgier die erste Station seit 50 Jahren.

Die Belgier und Deutschen ziehen in die Nachbarschaft von rund 65 weiteren Stationen anderer Nationen, die in dem Polargebiet in Bereichen wie Biologie, Geographie, Glaziologie und Klimatologie forschen, um beispielsweise auch die Auswirkungen des Klimawandels zu beobachten. Im Zusammenhang mit der wachsenden Bedeutung des Klimaschutzes haben sich die Belgier ein besonderes Ziel gesetzt: Ihre Station soll emissionsfrei betrieben werden.

Die Energieeinsparung beginnt jedoch nicht erst bei der eigentlichen Nutzung, sondern schon bei der Konstruktion – getreu dem Motto „in jeder harten Schale steckt ein weicher Kern“. Unter der Außenhaut aus Stahl, Silicon und Polystyren mit Graphit wurden 80 Prozent der Konstruktion wegen der verringerten Wärme- (oder Kälte-) Leitfähigkeit mit Holz realisiert. Auch die doppelte Verglasung sowie die spezielle Oberflächenbeschichtung der Fenster sorgen dafür, dass 3 000 Liter Kraftstoff (sieben Prozent des Gesamtverbrauches) im Jahr eingespart werden können.

Aber nicht nur die Konstruktion trägt zur Energieeinsparung bei, die eigentliche Emissionsfreiheit wird durch die Nutzung erneuerbarer Energien erreicht: Acht Windräder und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt 98,6 Kilowattstunden sorgen dafür, dass die Anlage im Jahr statt 43 000 nur 1 290 Liter Diesel verbraucht. Das entspricht einer Kraftstoffeinsparung von rund 97 Prozent.

Die Windparkanlage am Südpol wird von dem schottischen Windturbinen-Hersteller Proven Energy gebaut. Damit die Konstruktion Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius aushält, bei denen die Stahlhaut der Windräder und -turbinen zerreißen kann, heizen die Schotten den Stahl vor und machen ihn durch besonders niedriger Wasserstoffzufuhr nach dem Schweißvorgang widerstandsfähiger.

25 800 Liter Kraftstoff im Jahr (60 Prozent der Gesamtversorgung) werden durch Windenergie ersetzt. Die gewonnene Energie wird in das Stromnetz der Station eingespeist. Auch die Sonnenenergie, die mittels Standart-Photovoltaikanlagen der deutschen Tochtergesellschaft des japanischen Technologiekonzerns Kyocera gewonnen wird, fließt in das Stromnetz ein und spart weitere 13 760 Liter Kraftstoff im Jahr (32 Prozent der Gesamtversorgung). Der Strom wird für die Kommunikation, Elektrizität, Heizung, Ventilation, und die Unterhaltung der Labors verwendet.

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