Alternative Treibstoffe
Gen-Hefe soll Biosprit aus Abfall herstellen

Frankfurter Forscher haben ein Verfahren zur besseren Verwertung pflanzlicher Rohstoffe bei der Treibstoffherstellung entwickelt. Dabei lassen sich neben hochwertigen Futterpflanzen auch pflanzliche Abfälle verwerten.
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HB FRANKFURT/MAIN. Mit gentechnisch veränderter Hefe will ein Frankfurter Forscher künftig aus Pflanzenabfällen den Biosprit Ethanol herstellen. Der Schlüssel des neuen Verfahrens: Mit der Gen-Hefe lassen sich mehr der in den Pflanzen vorhandenen Zuckerarten in Ethanol umwandeln als bei Verwendung nicht veränderter Hefe.

Der Kraftstoff Ethanol gilt im Vergleich zu Benzin oder Super als umweltfreundlich, wird aber bisher überwiegend aus essbaren Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt. Die große Nachfrage nach Bio-Sprit treibt weltweit die Preise für die Pflanzen in die Höhe, die besonders den Menschen in armen Ländern als Grundnahrungsmittel dienen. Deshalb wird Ethanol mit für die weltweite Ernährungskrise verantwortlich gemacht.

Bisherige Verfahren zur Ethanol-Herstellung machen sich die Fähigkeit der Bierhefe zunutze, die hochwertige Glucose, die etwa in Maiskörnern enthalten ist, umzuwandeln. Dem Frankfurter Biologen Eckhard Boles gelang es nun, die Hefe so zu verändern, dass sie auch zwei andere in Pflanzen enthaltene Zuckerarten zu Ethanol vergären kann. Dazu pflanzten sie der Hefe ein Enzym von Bakterien ein.

Die so veränderte Hefe könne die Pflanzen zwar nicht komplett verwerten, es könnten nun aber beispielsweise Maispflanzen um bis zu 30 Prozent effizienter genutzt werden, so Boles. Zudem ließen sich dank der neuen Methode auch Gras, Holzabfälle oder extra gezüchtete Energiepflanzen wie Elefantengras zur Ethanol-Produktion nutzen.

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