Atomdesaster in Japan
Top-Berater Rifkin rechnet mit der Nuklearindustrie ab

Jeremy Rifkin sieht das Ende des Atomzeitalters gekommen. Der Vorsitzende der Foundation on Economic Trends in Washington und Bestsellerautor hält die Nukleartechnik für ein gefährliches Relikt des vergangenen Jahrhunderts, räumt mit dem Irrglauben auf, Atomenergie könne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und sieht die Welt an der Schwelle zur dritten industriellen Revolution stehen. Ein Gastkommentar.
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Das Atomzeitalter geht dem Ende entgegen. Die Kernschmelze in einem japanischen Atomkraftwerk hat politische Folgen rund um die Welt. Niemand kann noch von „sauberer Kernkraft“ sprechen, was ohnehin ein Widerspruch in sich selbst war. Kernkraft war nie sauber, radioaktive Stoffe und Müll haben immer die menschliche Gesundheit, andere Lebewesen und die Umwelt bedroht. Wir hätten unsere Lektion schon vor 30 Jahren lernen müssen – nach dem Unfall im Atomkraftwerk von Three Mile Island im US-Bundesstaat Pennsylvania – und spätestens 1986 nach der Kernschmelze im ukrainischen Tschernobyl.

Der größte Teil der Nationen hat in den 80er-Jahren aufgehört, Kernkraftwerke zu bauen, und hat damit begonnen, bestehende ältere Anlagen zu entsorgen. Leider ist das Gedächtnis der Öffentlichkeit kurz. Die Nuklearindustrie konnte sich in den vergangenen Jahren neu erfinden, indem sie sich an die Rockschöße der Klimaschutz-Debatte hing. Sie behauptet, eine saubere Alternative zu den fossilen Energien zu bieten, die kein CO2 ausstoße. Damit sei sie Teil des Schutzes vor der Erderwärmung.

In Wirklichkeit steuert Atomkraft nur sechs Prozent zum globalen Energiemix bei. Um auch nur einen marginalen Einfluss auf den Klimawandel zu haben, müsste sie mindestens 20 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs decken. Das würde es erforderlich machen, alle bestehenden 443 alten Kraftwerke zu erneuern und zusätzliche 1500 Kernkraftwerke zu bauen, mit Kosten von mehreren Billionen Dollar. Um diese Herkulesaufgabe zu meistern, müssten alle dreißig Tage drei neue Atomkraftwerke gebaut werden, und das 60 Jahre lang – eine Überlegung, die sogar die Betreiber solcher Anlagen für völlig unrealistisch halten.

Die Vorstellung, in Zeiten zunehmender regionaler Konflikte Hunderte oder Tausende neuer Nuklearanlagen zu bauen, wirkt einfach übergeschnappt. Auf der einen Seite fürchten die USA, die Europäische Union und viele andere Länder die Möglichkeit, dass Iran und Nordkorea durch ihre Atomprogramme über große Mengen angereicherten Uraniums verfügen und dies zum Bau von Atombomben nutzen könnten. Auf der anderen Seite aber legen die USA, Großbritannien und Frankreich es darauf an, neue Atomanlagen über die ganze Welt zu verteilen und noch in der letzten Ecke des Planeten Reaktoren zu bauen, oft genug unter den fragwürdigsten Sicherheitsbedingungen und in der Nähe von dicht besiedelten städtischen Großräumen.

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  • Wenn Kernkraft nur 6 % am Energiemix beteiligt ist, kann sie natürlich auch nur in diesem Maße zur CO2-Einsparung beitragen - was für eine Erkenntnis!

    Ähnlicher Unfug in Bezug auf den Wasserbedarf zur Kühlung: Auch konventionelle Wärmekraftwerke müssen natürlich gekühlt werden!

    Man kann gegen Atomkraft sein, aber bitte nicht mit solchen Argumenten.

  • Tja, da hilft es dann doch nur noch den Energiesektor wieder zumindest teilweise zu verstaatlichen, damit uns die Energieriesen nicht noch mehr Geld aus der Tasche ziehen. Schön wäre es ja wenn es denn so einfach wäre. Man sieht es ja an der Deutschen Bahn, die ist halbstaatlich, aber wird auch immer teurer. Firmen, Konzerne, etc. wollen und müssen nun mal Gewinne machen und sollen dies m.E. nach ja auch, da die meissten von uns ja auch bei Firmen angestellt sind um unser Brot zu verdienen. Keiner macht was umsonst, das ist nun mal eben menschliche Natur. Allein an den kontroversen Meinungen hier in dem Blog, die alle ihre Berechtigung haben seien sie pro oder contra Kernenergie, es zeigt sich schon hier die Komplexität der Sache, wenn schn wir hier als Otto Normalverbraucher unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen haben aus was der Stom der Zukunft gewonnen werden soll.

    Wir brauchen diese Diskussionen um den nächsten Schritt zu machen. Ausserfrage ist doch das die Kernernergie grosse Risiken birgt, die man nicht in den Griff bekommen wird, egal wieviel für Sicherheit investiert wird. Diese Risken können wir doch nicht unseren Kindern und Kideskindern aufbürden, wir müssen jetzt handeln und die Weichen für die Zukunft stellen - nur um das geht es erstmal derzeit. denn wenn wir jetzt wieder nichts aus der Katastrophe in Japan lernen und starten umzudenken, dann wird bald der nächste Meiler hochgehen, usw. und dann war es das für uns alle. Es musss eben immer einer damit anfangen umzudenken, das war schon immer so und dann die anderen langsam übereugen und mit ins Boot nehmen auch wenn es Zeit dauert.....

  • Wenn die Welt das EEG kopiert, dann nur weil die Politiker anderer Länder festgestellt haben, dass die Menschen unter dem Öko-Deckmantel bereit sind ihr Geld aus dem Fenster rauszuwerfen. Die Menschen betteln förmlich nach überteuerter Energie.

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