Atomkraft-Risiko
Der GAU ist wahrscheinlicher als gedacht

Mainzer Forscher haben berechnet, wann es zur nächsten Atomkatastrophe kommen könnte. Demnach ist das weltweite Risiko für einen katastrophalen Reaktorunfall offenbar deutlich größer als bislang angenommen.
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DüsseldorfKatastrophale nukleare Unfälle wie die Kernschmelzen in Tschernobyl und Fukushima sind offenbar häufiger zu erwarten als bislang angenommen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, dass solche Ereignisse im momentanen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können – das wäre 200 mal häufiger als in der Vergangenheit geschätzt.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat weltweit Zweifel an der Kernenergie geschürt und in Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie angestoßen. Dass das Risiko einer solchen Katastrophe höher ist als bislang angenommen, belegt nun die Studie der Forscher um Jos Lelieveld. „Nach Fukushima habe ich mich gefragt, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein solcher Unfall wieder passiert, und ob wir die Verbreitung der Radioaktivität mit unseren Atmosphärenmodellen berechnen können“, so Lelieveld, Direktor am Mainzer Max-Planck-Institut.

Um die Wahrscheinlichkeit einer Kernschmelze zu ermitteln, stellten die Mainzer Forscher eine einfache Rechnung an: Sie teilten die Laufzeit aller Kernreaktoren weltweit von der Inbetriebnahme des ersten zivilen Reaktors bis heute durch die Zahl der bisherigen Kernschmelzen. Die Laufzeit der Reaktoren summiert sich auf 14.500 Jahre; die Zahl der Kernschmelzen beträgt vier – eine in Tschernobyl und drei in Fukushima.

Daraus ergibt sich, dass es in 3.625 Reaktorjahren zu einem GAU kommt, dem größten anzunehmenden Unfall, wie ihn die Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (International Nuclear Event Scale, INES) definiert. Selbst wenn man dieses Ergebnis auf einen GAU in 5.000 Reaktorjahren aufrundet, um das Risiko konservativ abzuschätzen, liegt das Risiko 200mal höher als Schätzungen der US-amerikanischen Zulassungskommission für Kernreaktoren im Jahr 1990 ergaben.

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  • @ vandale

    Ist schon toll, wie man sich ins Klein-Klein flüchten kann - ungeachtet realer Verhältnisse. Die Todesopfer in Rußland in folge der Verseuchung sind ja nicht an der Katastrophe sonder an einer Folgeerkrankung gestorben.

    Wissenschaftlich korrekt betrachtet - sind sie vielleicht gar nicht tot.

    Man, man. Man kann sich nur wundern, was Vandale so von sich gibt. Herr lass Hirn regnen.

  • Harrisburg 1979
    Tschernobyl 1986
    Fokushima 2011
    Annahme: einen Unfall hat man uns verschwiegen (vielleicht 1991).

    Wir betreiben AKWs etwa seit 1960 zur Stromerzeugung. Also 52 Jahre rund. Ergebnis: alle 13 Jahre ein großer Unfall.

    Wir müssen also bis 2024 mit einem weiteren großen Unfall rechnen. Hoffentlich nicht vor meiner Haustür.

    So einfach kann Statistik sein!

  • Wie verlogen und einseitig diese sogenannte wissenschaftliche Studie schon vom Ansatz her ist, können Sie mit der entsprechenden Begründung nachlesen in "Wie man mit Statistik künstliche Aufregung inszeniert" http://www.scienceblogs.de/naklar/2012/05/atomgefahr-und-zahlentricks.php

    Hat es das Handelsblatt jetzt auch nötig, ähnlich wie FTD oder SZ mehr als peinliche Artikel auf der Basis von FUD (Fear, Uncertainity und Doubt) zu schreiben nur um im Boulevardbereich Leser zu keilen?

    Hans B

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