Atommüll

Belastetes Wasser in der Asse

Das marode Atommülllager Asse stellt ein großes Umweltproblem dar. Nach der Nachricht von einer erhöhten Menge radioaktiver Lösung ist bei Anwohnern und Politikern die Sorge vor neuen Gefahren gewachsen. Die Strahlenschützer aber schlagen keinen Alarm.
  • Monika Wendel
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Atommüll-Fässer in einer Endlagerkammer der Asse: Täglich dringen rund 12.000 Litter Wasser von außen in die Asse ein. Quelle: DAPD

Atommüll-Fässer in einer Endlagerkammer der Asse: Täglich dringen rund 12.000 Litter Wasser von außen in die Asse ein.

HANNOVER. Im maroden Atommülllager Asse in Niedersachsen ist eine erhöhte Menge radioaktiv belasteter Salzlösung aufgetreten - die Erkenntnisse haben jetzt neue Ängste vor den Sicherheitsgefahren ausgelöst. Anwohner und Politiker äußerten am Mittwoch die Befürchtung, dass das geplante Herausholen der 126 000 Fässer mit Atommüll - ohnehin ein kompliziertes Vorhaben - erschwert werden könnte.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Betreiber der Schachtanlage sieht aber keinen Anlass zu großer Aufregung: „Das Sicherheitskonzept muss nicht verschärft werden“, hieß es. Die Experten seien bei der Planung vom schlimmsten Fall ausgegangen.

Die SPD pocht auf eine umfassende Aufklärung und beantragte eine Sondersitzung des Umweltausschusses im Landtag für kommenden Montag. Auch die Linksfraktion zeigte sich nach der Einschätzung des BfS skeptisch. Außerdem will die Arbeitsgruppe zur erhöhten Krebsrate in der Umgebung der Asse an diesem Donnerstag neue Ergebnisse vorlegen.

Das BfS teilte am Dienstag im Internet mit, dass vor der Lagerkammer acht in dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel doppelt so viel radioaktiv belastete Lösung auftritt wie bislang bekannt. Im letzten Halbjahr waren es vier Liter pro Tag, jetzt wurden acht Liter gemessen. Auch die Konzentration an radioaktivem Cäsium-137 in der Salzlösung ist gestiegen - laut BfS aber nicht so stark, dass eine Gefahr für die Beschäftigten beim Umgang mit dem Wasser besteht.

Das Brisante dabei ist: In der Kammer acht liegen mehr als 11 000 Fässer mit schwach radioaktiven Abfällen. Und es ist das erste Mal, dass von außen eindringendes Wasser in eine Kammer mit Atommüll fließt. Offenbar komme das Wasser direkt in Kontakt mit den radioaktiven Abfällen, berichtete das BfS, das hier „von einer neuen Qualität“ spricht.

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2 Kommentare zu "Atommüll: Belastetes Wasser in der Asse"

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  • Die Tendenz, was in der Asse geschehen wird, ist eindeutig.
    Die Einwohner der Gegend werden die Quittung für ihre Lethargie bald bekommen.

  • Regel 1: Die Politik hat immer Recht
    Regel 2: Wenn die Politik mal nicht Recht hat
    tritt Regel 1 in Kraft


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