Ausbau Erneuerbare
Solarfirmen verlangen mehr Subventionen

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist teuer - und kann deutlich stärker vorangetrieben werden, wenn die Politik die Subventionen erhöht. Das sagt Günther Cramer, Chef des Bundesverbands Solarwirtschaft.
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DüsseldorfErst wegen der hohen Subventionen umstritten, jetzt gefragt wie nie: Solar- und Windkraftunternehmen hoffen wegen der Katastrophe in Japan und des daraus resultierenden Umbruchs in der deutschen Energiepolitik nun auf zusätzliches Geschäft.

„Sollte die Regierung jetzt eine noch schnellere Wende wollen, können wir den Ausbau erneuerbarer Energien noch stärker forcieren“, sagte Günther Cramer, Chef des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) und des Konzerns SMA Solar dem Handelsblatt. Er fügte jedoch hinzu: „Einen kompletten Wandel in der Energieversorgung gibt es nicht zum Nulltarif. Die Politik müsste den vereinbarten Korridor für den Neubau von Solaranlagen erweitern.“

Das heißt übersetzt: Die Politik müsste die erst Anfang des Jahres vereinbarten Kürzungen bei der Solarförderung zumindest teilweise wieder zurücknehmen.

Erst im Februar hatte sich die Solarbranche mit der Politik auf einen Kompromiss geeinigt: Je mehr Solaranlagen angeschlossen werden, desto stärker sinkt die Förderung. So soll sich die Zahl der Neuanlagen in Deutschland in den kommenden Jahren bei einer Spanne von drei bis fünf Gigawatt einpendeln. Die Folge: Der Anteil der Solarenergie an der gesamten Stromerzeugung würde sich bis zum Jahr 2020 von heute drei auf mindestens zehn Prozent in Deutschland erhöhen.

Mit der gekürzten Förderung reagierte die Regierung auch auf die Kritik an den Milliardensubventionen für die Solarbranche – und an den hohen Strompreisen. Die Betreiber von Solaranlagen erhalten für den erzeugten Strom 20 Jahre lang eine garantierte Einspeisevergütung, der Betrag wird auf alle Stromkunden verteilt. Nach der neuen Regelung wird die Umlage auf rund zwei Cent pro Kilowattstunde begrenzt.

5,5 Milliarden Euro Investitionen

Diese Einigung ist jedoch Makulatur, wenn die Regierung nun den Ausbau der erneuerbaren Energien mit Macht vorantreiben will. „Je nachdem, wie das neue Ziel der Regierung ausfällt, müssten wir in den kommenden Jahren Solaranlagen mit einer Leistung von mehr als drei bis fünf Gigawatt jährlich neu anschließen“, so Cramer. Um das zu erreichen, müssten mehr Anlagen gefördert werden als bisher geplant.

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  • Einige Kommentare scheinen wohl vom Informationskreis KernEnergie formuliert worden zu sein, wie viel Energie wird für die Gewinnung von Uran verbraucht – so etwas wird gerne ausgeblendet! Als Rohstoffarmes Land sollten wir uns auch nicht vom Import des Urans abhängig machen - von unabhängiger Energieversorgung kann dann wohl kaum die Rede sein!
    Und die Subventionierung des Atomstroms durch den EURATOM-Vertrag hat da wohl auch der eine oder andere "vergessen"

  • Bleiben wir doch bitte bei der aktuellen Forderung nach Subventionen für PV. Die Entwicklung dieser Technik ist mittlerweile technisch so weit vorangetrieben, daß die Anlagen ordentlich funktionieren.

    Nun muß diese Art der Stromerzeugung nachweisen, daß sie auch betriebswirtschaftlich tragfähig ist. Man wird ja sehen, zu welchen Kostenpreisen das führt, wenn sämtliche Zuschüsse in irgendeiner Form ab sofort entfallen. Und man wird auf der Basis von echten Kosten dann sehen, wer diesen Strom haben möchte.

  • Photovoltaik ist auf derzeitigem Technikstand ein Geldvernichter und nicht sinnvoll speicherbar. Für die erwarteten Lernkurveneffekte in der Zukunft, also sinkende Preise pro installiertem Kilwatt Leistung, muß man nicht jetzt viel "alte Technik" hochsubventioniert aufstellen sondern die Technologieforschung vorantreiben und mit erhöhten Mitteln ausstatten. Der BSW-Solar möchte aber gerne auch weiterhin "Steinzeit-PV"-Projekte zu hohen subventionierten Renditen in den Markt stellen, die erwartbar kein einziges KKW ersetzen können. Nicht sinnvoll, auch wenn es dem Laien ein gutes Gefühl gibt.

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