Energie + Umwelt
Banken bieten neue nachhaltige Produkte an

Die deutschen Banken verstärken ihr Engagement auf dem Markt für nachhaltige Anlagen. BayernLB und Hauck & Aufhäuser mischen im Markt für ökologische und ethische Geldanlagen mit innovativen Konzepten mit.

Auf Nachfrage institutioneller Investoren hin integriert die BayernLB seit kurzem das Nachhaltigkeitsresearch der unabhängigen Ratingagentur Oekom Research in ihren Filterprozess für attraktive Aktien. „Unser „SRI Value Monitor“ bringt den zunehmenden Wunsch nach prinzipienorientieren Investments mit anspruchsvollen Renditeerwartungen institutioneller Anleger in Einklang“, erläutert Stefan Rehder, Leiter Aktienanlagen der BayernLB. Noch dieses Jahr will das Institut darauf basierende „SRI Value Zertifikate“ für Privatkunden ausgeben. Zudem entwickelt es eine Produktpalette von Fonds für institutionelle Anleger.

Der Weg der Bayern ist innovativ: Im Auswahlprozess bilden sie eine Schnittmenge aus nach wertorientierten Kriterien auffälligen Unternehmen sowie besonders nachhaltigen Unternehmen, wie Rehder erklärt. Auf der Watchlist stehen damit nicht einfach nachhaltige Unternehmen, sondern entsprechend dem Value-Konzept nur solche, deren gegenwärtiger Preis signifikant unter dem Firmenwert liegt. „Wir differenzieren zwischen guten Unternehmen und guten Investments.“ Die so identifizierten SRI Value Gruppen dienen künftig als Grundlage für Aktienempfehlungen für wertorientierte Investoren. Die meisten Anbieter hingegen orientieren sich nach Nachhaltigkeitsindices oder –ratings, ohne einen Unterschied zwischen Wert und Preis zu machen.

Unterdessen hat die HypoVereinsbank im Juni zum dritten Mal nach der Erstemission im Oktober 2005 ein strukturiertes Zertifikat auf den vergangenes Jahr aufgelegten HVB Nachhaltigkeitsindex geboten. „Die Nachfrage ist sowohl bei institutionellen als auch privaten Investoren groß“, berichtet Xaver Diermayer von der HVB. Das Institut verwaltet inzwischen ein Volumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Zunehmend entdecken auch Privatbanken den Markt. Hauck & Aufhäuser aus München startete zu Jahresbeginn eine Vermögensverwaltung mit unterschiedlichen Rendite-Risiko-Profilen auf Basis nachhaltiger Investmentfonds. Bereits zu Jahresmitte managed das Haus aktiv 7,7 Mill. Euro, auf Anhieb bereits 1,4 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens. „Die Nachfrage ist enorm - Konzept, langfristigen Argumente und Renditen überzeugen“, sagt Asset Manager Oliver Fischer. „Sowohl mit der dynamischen, als auch mit der ausgewogenen und der defensiven Strategie haben wir rückgerechnet bis 2004 eine deutliche Mehrrendite gegenüber den Vergleichsindizes erzielt.“ Während des Frühjahreseinbruch an den Börsen hätten die Portfolien meist weniger als der Benchmark verloren. Hauck & Aufhäuser ist ein typisches Beispiel für die Anlagestrategie deutscher Anbieter: die Bank investiert fast nur in Fonds mit Negativlisten.

Auch die Deutsche Bank ist optimistisch. „Das Geschäft mit Großanlegern entwickelt sich sehr erfolgreich, das Interesse ist größer als zu Jahresbeginn erwartet“, berichtet Frank Kamp vom Private Wealth Mangement der Deutschen Bank. Man sei auf gutem Weg, das Ziel von mehreren Hundert Millionen Euro bis Jahresende zu erreichen. Hilfreich sei die gute Performance nachhaltiger Indices. Der tonangebende Dow Jones Sustainability Index (DJSI) sei im ersten Halbjahr trotz Börsenflaute mit minus 0,4 Prozent nahezu stabil geblieben, während der MSCI World um 2,4 Prozent nachgegeben habe.

Von einem schwierigen Geschäft spricht dagegen die BHF-Bank. Das Interesse für die seit drei Jahren angebotene nachhaltige Vermögensverwaltung nach Risikoklassen sei begrenzt. Die meisten Institutionellen und Berater trennten Geld verdienen und privates soziales Engagement, begründet Manfred Schlum-berger, Geschäftsführer des BHF Trust. „Der Solarboom gab dem Markt Schwung, der jetzt aber abgeflaut ist.“

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