Bericht „2052“
Club of Rome will Wirtschaft klimafreundlicher machen

Die Wirtschaftskraft eines Landes sollte neu berechnet werden, fordert der Co-Präsident des Club of Rome, Eberhard von Koerber. Viel stärker einfließen müssten dabei die Kosten für Klima- und Umweltschäden.
  • 6

BerlinDer am Montag vom Club of Rome präsentierte Bericht „2052“ ruft dazu auf, die Wirtschaft mit neuen Preisberechnungen klimafreundlicher zu machen. Wie kann das gelingen?

Von Koerber: Es geht hier um die Frage, wie man das Bruttosozialprodukt misst. Da müssen Dinge eingerechnet werden, die bisher noch nicht als Kosten erfasst waren wie die externen Kosten der Umwelt-, Boden- und Grundwassergefährdung. Auch das neue Frackingverfahren, bei dem Öl und Gas durch Druck und chemische Prozesse aus der Tiefe gefördert werden, hat alle möglichen ökologischen Nebenfolgen. Der Klimawandel ist ebenfalls sehr viel teuer als er in der heutigen Kostenrechnung der Volkswirtschaft erfasst wird. Daher müssen sich letztlich auch die Preise und damit die Nachfrage nach endlichen Ressourcen verändern.

Welche Werkzeuge hat der Staat dafür?

Die Regierungen können beispielsweise die Mautgebühren für den Schwerverkehr stärker erhöhen, wie die Schweiz das gemacht hat. In der Schweiz sind zwei Drittel des Schwerverkehrs auf der Schiene und nur ein Drittel auf der Straße. In der EU ist es umgekehrt. Durch die Schwerverkehrsabgaben kann man so etwas steuern. Auch die Fördermaßnahmen für grüne Energien in Deutschland haben viel bewirkt. Aber Deutschland kann da auf Dauer nicht alleine der Vorreiter sein, andere Länder müssen folgen.

Ist Klimaschutz nicht generell zu teuer für die Volkswirtschaft?

Die Auswirkungen sind unterschiedlich. Zusätzliche Kosten und Investitionen für Klima- und Umweltschutz, die notwendig sind, und auch die Erhöhung der Benzin- und Strompreise führen zu Wachstumseinbußen. Dem steht aber das gegenüber, was durch Grüne Technologien an Wachstum und neuen Arbeitsplätzen geschaffen wird. Deutschland ist da ja in führender Position, wenn auch schon bedrängt durch China. Dies sind positive Effekte der Fördermaßnahmen in den progressiven Ländern, zu denen ich neben Deutschland und China besonders auch die Schweiz und Südkorea zähle.
Insgesamt ist die Umsetzung des Klimaschutzes aber noch zu langsam. Die Kosten durch negative Klimafolgen wie Unwetter, geringeres Wachstum und verminderter Wohlstand werden sich deutlich erhöhen, auch weil die USA und einige Schwellenländer nicht mitspielen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bericht „2052“: Club of Rome will Wirtschaft klimafreundlicher machen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nur als Beispiele, was man alles mit sehr billiger Energie machen könnte:

    - CO2 aus der Luft extrahieren und speichern (siehe der veliehene Preis von Richard Branson dafür) oder zurückwandeln in Kohle

    - Herstellung von synthetischen Treibstoffen aus energie-armen Verbindungen wie CO2 oder Wasser/H2O

    - Gewinnung von Trinkwasser aus der Luft

    - erhöhter Lebensstandard - elektrisch betriebene Luxusautos

    - Recycling aller Art von Abfällen

    - billiger Betrieb von Robotern/Flugzeugen/Fahrzeugen zum Schutz oder Wiederaufbau von Wäldern

    - Betrieb moderner, platzsparender Gebäude (siehe moderne Wolkenkratzer, verbrauchen teilweise bis zu 100 Megawatt pro Gebäude). Beispiel Dubai: klimatisierte Wolkenkratzer in der Wüste, auf Sand gebaut, Null Umweltzerstörung, aber benötigt viel Energie

    - Langfristig: Raumfahrt, Kolonien auf dem Mond, Mars etc. Wie gesagt, es gibt am Himmel für jeden Menschen auf dem Planeten ein oder zwei Sterne bzw. ganze Sonnensysteme. So groß ist das Universum - davon spricht der Club of Rome nicht, wenn er das Bevölkerungswachstum anprangert.

    Die Umweltorganisationen haben alle mit ihrer Angstmache vor der Kernenergie an der Nase herumgeführt - Atomkraft gefährted keine Bäume oder Tiere oder Landschaften, Atomkraft gefährdet nicht einmal Menschen (0 Tote/Kranke bei Fukushima).

    Betrachtet man die Kosten die wir für unsere Lebenshaltung haben, stellt man fest daß fast alles indirekt Energiekosten sind.

    Energie ist ALLES was wir brauchen, und Deutschland ist im Begriff Energie massiv zu verteuern und zu rationieren. Damit sollte allen klar sein wohin die Richtung geht - sie geht in einen Abgrund.

  • @SteuerKlasseEins
    Sie haben das Problem nicht erkannt. Es geht nicht um Energiemangel! - Fritz Augustin

  • Wenn wir doch nur die Atomkraft nutzen könnten, dann würden die Vorkommen an Uran und Thorium noch für Millionen von Jahren reichen. Aber wir lassen uns von den Anti-Atom-Hysterikern unsere Zukunft kaputtmachen. Die größe Bevölkerung ist nur dann ein Problem, wenn wir uns KÜNSTLICHE GRENZEN setzen, wie z.B. die "Grenze" daß Atomkraft bei uns "Tabu" ist.

    Es gibt am Sternenhimmel mehr Sterne als Menschen auf dem Planeten. Jeder Stern ist mindestens so groß wie die Sonne. Die Sonne ist ein Kernfusions-Reaktor der noch Milliarden von Jahren "Treibstoff" hat. Aber wir widmen uns der "Kleinkrämerei" und lassen uns aus "Sicherheitsbedenken" die mächtigste Energiquelle von allen einfach "verbieten" - mann sind wir dumm.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%