Bericht „Copenhagen Diagnosis“ Verheerende Diagnose für Patient Erde

Kurz vor dem Beginn des Weltklimagipfels in Kopenhagen haben sich führende Klima-Experten zu Wort gemeldet. In einem „letzten Aufruf“ an die Politik fassen sie die aktuellsten Ergebnisse der Klimaforschung zusammen - und die sind verheerender als alle bisherigen Szenarien.
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Der sich abzeichnende Anstieg des Meeresspiegels würde die heutigen Küstengebiete unbewohnbar machen. Quelle: dpa

Der sich abzeichnende Anstieg des Meeresspiegels würde die heutigen Küstengebiete unbewohnbar machen.

(Foto: dpa)

HB POTSDAM. Der Klimawandel läuft einem neuen Forschungsbericht zufolge noch schneller ab als erwartet. Ohne deutliche Verminderungen der Treibhausgas-Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen, heißt es in dem Papier führender Klimaforscher.

Der Bericht, der am Dienstag in Potsdam veröffentlicht wurde, zielt auf den am 7. Dezember in Kopenhagen beginnenden Weltklimagipfel und trägt den Titel Copenhagen Diagnosis. Wörtlich heißt es darin: „Die großen Eisschilde der Erde verlieren zunehmend an Masse; das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als noch kürzlich projiziert und der Meeresspiegel wird wahrscheinlich stärker ansteigen als bisher angenommen.“

In ihrem Papier fassen die 26 Forscher - die meisten von ihnen Mitautoren früherer Weltklimaberichte - neue Ergebnisse der Klimaforschung zusammen, die noch nicht im 2007 veröffentlichten vierten Weltklimabericht enthalten waren. „Dies ist der letzte wissenschaftliche Aufruf an die Unterhändler von 192 Staaten, den Klimaschutz-Zug in Kopenhagen nicht zu verpassen“, sagte der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschung, Hans-Joachim Schellnhuber. „Sie müssen die ganze Wahrheit über die globale Erwärmung und die damit verbundenen nie dagewesenen Risiken kennen.“

Die Erkenntnisse der Wissenschaftler im einzelnen:

- Sowohl der Grönländische als auch der Arktische Eisschild verlieren zunehmend an Masse und tragen zum Anstieg des Meeresspiegels bei. Dies zeigten Satelliten- und direkte Messungen, heißt es.

- Das arktische Meereis schwindet deutlich schneller als nach den Vorausberechnungen zu erwarten war: So war der Eisverlust in den Sommern 2007, 2008 und 2009 jeweils rund 40 Prozent größer als der Mittelwert der Simulationsrechnungen, die im vierten Weltklimabericht stehen, wie die Experten betonen.

- In den vergangenen 15 Jahren stieg der Meeresspiegel um mehr als fünf Zentimeter. Der Anstieg liegt damit rund 80 Prozent über den Projektionen aus dem dritten Weltklimabericht aus dem Jahr 2001. Durch den Schmelzwasserzufluss von Eisschilden und Gebirgsgletschern könnte der Pegel bis zum Jahr 2100 global um mehr als einen Meter bis maximal zwei Meter ansteigen, warnen die Experten. Im nächsten Jahrhundert müsse mit einem weiteren Anstieg gerechnet werden.

- Im Jahr 2008 wurden laut dem Bericht rund 40 Prozent mehr Kohlendioxid aus fossilen Quellen freigesetzt als im Jahr 1990: „Selbst wenn die Emissionen nicht weiter zunähmen, wäre schon innerhalb von 20 Jahren das Emissionsbudget aufgebraucht, das der Welt noch zur Verfügung steht, wenn die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad begrenzt werden soll.“

Um das Klimasystem zu stabilisieren, müssten die Emissionen von Kohlendioxid und anderen langlebigen Treibhausgasen „noch in diesem Jahrhundert fast auf Null gesenkt werden“, so die Forderung der Wissenschaftler. „Unser Spielraum für ,erlaubte Emissionen', die unsere Klimazukunft nicht zu stark gefährden, ist so gut wie ausgeschöpft“, sagte Matthew England, Direktor am Climate Change Research Centre der University of New South Wales.

Innerhalb nur eines Jahrzehnts müssten die globalen Emissionen beginnen abzunehmen. Die Welt brauche deshalb dringend eine verbindliche Einigung, „die sicherstellt, dass die großen Emittenten einmütig handeln“.

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70 Kommentare zu "Bericht „Copenhagen Diagnosis“: Verheerende Diagnose für Patient Erde"

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  • die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Das ist im höchsten Maße Dekadent !!!Mit andern Worten , liebe Erdbewohner in Vorderasien,Afrika ,Mittelamerika oder Ostasien , lasst eure Kinder an Unterernährung ,heilbaren Krankheiten sterben. Wir brauchen das Geld um die Poolkappen nicht abschmelzen zu lassen ! Seit ihr noch bei Verstand ?

  • Wer Anregungen zum Klimaschutz sucht dem könnte http://www.verbraucherfuersklima.de/ gefallen.


  • Das Klimaziel

    Die globale Durchnittstemperatur darf im Vergleich zur vorindustriellen Zeit nicht mehr als zwei Grad° steigen.Hierzu müssen laut Experten die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 weltweit um 50 Prozent und die der industrienationen zwischen 80 und 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden.

    Mfg


  • Dürfen wir in unserer Küche noch ein Steak braten?

    Wenn wir Methanenemissionen durch Rinder reduzieren wollen,müssen wir unsere Essgewohnheiten in der Tat ändern und uns nach den Richtlinien der Weltgesundheisorganiation ernähren.

    Zwei Drittrl weniger Fleichkonsum als heute.

    Es wäre für das Klimaschutz und auch der Gesundheit der Menschen zuträglich.

    Mfg


  • Wie sieht ein klimafreundliches Leben künftig aus?

    Wir wohnen in sehr gut gedämmten Häusern mit energiesparenden Elektrogeräten.Der Strom kommt weiterhin aus der Steckdose,stammt aber aus erneuerbaren Energien.Für kurze Strecken steigen wir in öffentliche Verkehrsmittel oder in ein Elektroauto.Für Fernreisen mit dem Auto werden wir biosprit brauchen.Auch LKWs und Flugzeuge werden damit betrieben.
    bei Flugreisen sollten wir uns allerdings etwas einschränken.

    Mfg

  • Wir werden unseren Lebensstil ändern müssen?

    Die Deutschen haben dereit einen Pro-Kopf-Verbrauch von knapp elf Tonnen CO2 pro Jahr.bis 2050 darf dieser nur noch bei 0,3 Tonnen liegen.

    Wir müssen uns umstellen.

    Es erwartet uns dabei jedoch kein unbekanntes Leben,wir werden nicht wieder in Höhlen hausen.

    Mfg


  • Wir werden unseren Lebensstil ändern müssen?

    Die Deutschen haben dereit einen Pro-Kopf-Verbrauch von knapp elf Tonnen CO2 pro Jahr.bis 2050 darf dieser nur noch bei 0,3 Tonnen liegen.

    Wir müssen uns umstellen.

    Es erwartet uns dabei jedoch kein unbekanntes Leben,wir werden nicht wieder in Höhlen hausen.

    Mfg


  • Wie muß vor diesem Hintergrund die Energie- und Klimapolitik der neuen bundesregireung aussehen?

    Die nächsten vier Jahre werden die nächsten 40 Jahre bestimmen.Eine weiterführung der bisherigen Politik,führt zu einer Reduzierung um 45 Prozent bis 2050.
    So werden wir das 95-Prozen-Ziel nicht erreichen.

    Wir brauchenm eine intergrierte Klimaschutzpolitik,die infrastruckturmaßnahmen eine größere beachtung schenkt.
    Auch muss ein rechtlicher Rahmen geschaffen werden,der Klimaschutz verpflichtend macht.

    Das Ziel ist bekannt,nun müssen wir schritte dorthin gehen.

    Mfg


  • Die Folgen des Klimawandels würde um Vielfaches für UNS teuerer kommen?

    beeits jetzt sind die Kosten einer Anpassung hoch.

    Dabei sehen uns erst mit den Auswirkungen eines Temperaturanstieges um 0,8 Grad° konfrontiert.

    Weltweit haben Dürren und Überschwemmungen zugenommen,der Meeresspiegel steigt.Wenn die Gebirgsgletscher abschmelzen,gehen Trinkwasserreservoirs für Milliarden von Menschen verloren.

    Der Konflikt um Wassr wird ernste Auseinandersetzungen führen.

    Millionen werden wohl ihre Regionen verlassen müssen.

    Mfg


  • Das Nachkommen der bringschuld nachzukommen?

    Die industrienationen, die in ihren Wachstumphasen bereits mehr Treibhausgase ausgestoßen haben als die Atmosphäre aufnehmen kann, haben eine historische Verpflichtung die anderen Länder finanziell und technologisch zu unterstützen.

    Wir müssen den Ländern, die sich jetzt entwickeln, helfen einen klimaverträglichen Weg einzuschlagen. Weltweit leben noch zwei Milliarden Menschen ohne Elektrizität.

    Es ist eine große Chance, hier saubere Technologien zu investieren. China beispielweise übernimmt mit seinem Ausbauprogramm für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bereits sehr viel in diese Richtung.

    Dieser neue Wachstumsweg ist zunächst kostspieliger als der alte. Er muss aber beschritten werden.

    Mfg

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