Bio-Öle Die Zukunft im Heizungskeller hat begonnen

In einigen schwäbischen Heizungskellern hat die Zukunft bereits begonnen: Dort sorgt Bio-Heizöl für Wärme. Neue Studien von Hamburger Forschern zeigen: Heizöl kann bis zu 20 Prozent Bioanteil enthalten – ohne dass die vorhandenen Anlagen umgerüstet werden müssen.
  • Chris Löwer
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Heizöl-Lieferant vor seinem Tanklaster: Um die Ölheizung langfristig wettbewerbsfähig zu halten, soll sie künftig auch mit Bio-Ölen laufen. Quelle: ap

Heizöl-Lieferant vor seinem Tanklaster: Um die Ölheizung langfristig wettbewerbsfähig zu halten, soll sie künftig auch mit Bio-Ölen laufen.

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BERLIN. „Heizöl EL A“ enthält deutlich weniger Schwefel, es besteht aus bis zu 20 Prozent nachwachsenden Rohstoffen, meist Biodiesel. Damit können Hausbesitzer bequem sogar das strenge Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz im süddeutschen Musterländle erfüllen. Es schreibt bei allen Neubauten in Baden-Württemberg einen Anteil von mindestens 20 Prozent regenerativer Energieträger vor. Für Altbauten gilt ab Januar ein Anteil von immerhin noch zehn Prozent.

Auch bundesweit wird die Einführung des Bio-Brennstoffs forciert. Derweil laufen unter der Führung des Hamburger Instituts für wirtschaftliche Oelheizung (IWO) Feld- und Labortests. Mineralölwirtschaft und Heizgeräteindustrie wollen schließlich sicher gehen, dass der Brennstoff auch in herkömmlichen Ölheizungen verfeuert werden kann, ohne sie aufwendig umrüsten zu müssen.

Die seit drei Jahren laufenden Tests stimmen die Experten optimistisch: „Anteile von bis zu 20 Prozent sind technisch möglich", berichtet IWO-Geschäftsführer Christian Küchen.

Es gibt schon eine Vornorm beim DIN. „Bio-Heizöl, das dieser Norm entspricht, ist in nahezu allen Ölheizungen einsetzbar. Diese müssen dafür zumeist nicht technisch umgerüstet werden“, betont Küchen. Erste neue Brennwertgeräte und Tanks seien von den Herstellern sogar ausdrücklich für den Einsatz von Bio-Heizöl freigegeben worden.

Denn beim Hamburger IWO ist man sich im Klaren darüber, dass der Erfolg des alternativen Heizöls letztlich davon abhängt, dass Heizungen und Tanks definitiv keinen Schaden nehmen. „Nur dann werden regenerative flüssige Brennstoffe im Wärmemarkt wirklich an Bedeutung gewinnen“, weiß Institutschef Christian Küchen.

Große Heizölhersteller haben bereits reagiert: Shell hat kürzlich das Bio-Heizöl „Thermo plusBio10“ auf den Markt gebracht, das nahezu schwefelfrei verbrennt. „In Kombination mit einer modernen Öl-Brennwertanlage lassen sich im Vergleich zu Standard-Heizöl damit bis zu 30 Prozent Heizöl sparen und damit Emissionen“, sagt Jörg Debus, Leiter des Heizölgeschäfts der Shell Deutschland Oil GmbH in Hamburg.

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