Bio-Verpackungen
Apfel-Taschen aus Zuckerrohrstärke

Der Boom der Bio-Waren erhöht die Nachfrage nach passenden kompostierbaren Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Hygienische Alternativen bieten aber beispielsweise Folien aus Stärkefasern. Dabei gilt es, vorsichtig zu sein, denn: Auch ökologisch orientierte Kunden mögen es bequem.

KÖLN. Auf den ersten Blick sieht die Verpackung für Bio-Äpfel aus wie eine typische Obstverpackung: Die Früchte liegen in einer schaumstoffartigen Schale, umhüllt von glasklarer Folie. Aber so normal sind die Produkte der Natura Verpackungs GmbH aus Rheine nicht. Denn für ihre Produktion wird anders als bei herkömmlichen Kunststoffen kein Erdöl verwendet. Die Rohstoffe für die Bio-Kunststoffe kommen vom Acker: Die Obstschale besteht aus Zuckerrohrstärke, und bei der Folie handelt es sich um ein Produkt aus Polymilchsäure (PLA), die aus Mais oder Kartoffeln gewonnen wird. Vorteil dieser Verpackungen: Die Verbraucher können sie nach ihrer Verwendung in die Biotonne schmeißen. Das kommt gerade bei Bio-Käufern gut an. „Die Nachfrage ist riesig“, freut sich Natura-Geschäftsführer Patrick Gerritsen. „Umwelt und Nachhaltigkeit sind wichtige Faktoren für unsere Kunden.“

Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung sind die Ausgaben privater Haushalte für Bio-Produkte im vergangenen Jahr um 17 Prozent gestiegen. Biomärkte schießen wie Pilze aus dem Boden, alle großen Lebensmittelketten haben mittlerweile gut gehende Bio-Eigenmarken. Jetzt kommen Verpackungen aus Bio-Materialien. Rewe, Plus und Bio-Supermärkte wie Basic oder Alnatura verpacken ihre Waren zunehmend ökologisch oder testen zumindest die Absatzchancen für Produkte im Bio-Mantel. Die britische Lebensmittelkette Sainsbury's hat unlängst angekündigt, 500 ihrer Produkte nach und nach in Bio-Kunststoffe einzupacken.

Folgerichtig findet Manon Haccius das, Mitglied der Geschäftsleitung der Bio-Supermarkt-Kette Alnatura: „In allen Bereichen achten wir darauf, umweltverträglich zu produzieren und zu arbeiten. Das umweltgerechte Einpacken von Lebensmitteln ist da der nächste Schritt.“ Zudem sind Öko-Packungen gut fürs Image, sagt Johannes Schroeter, Experte für biologisch abbaubare Kunststoffe an der Fachhochschule Rosenheim. Umweltschonend hergestellte Lebensmittel und erdölbasierte Kunststoff-Folien passen nicht gut zusammen: „Herkömmliche Kunststoffe haben für viele Verbraucher etwas Anrüchiges.“ Das merken auch die Bio-Verkäufer: Bei Basic kommen immer mal wieder Anfragen, warum Produkte wie Wurst in umweltschädliches Styropor und Plastik eingehüllt sind. „Verpackungen für Lebensmittel müssen vor allem hygienischen Standards entsprechen, da sind uns Biomärkten die Hände gebunden“, erklärt Gerhard Sailer, Einkaufsleiter der Basic AG. „Wurst kann man nicht einfach in Recyclingpapier einwickeln.“

Hygienische Alternativen bieten aber beispielsweise Folien aus Stärkefasern. „Wir entwickeln fast jeden Monat ein neues Produkt“, sagt Natura-Geschäftsführer Gerritsen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an biologisch abbaubaren Schalen mit kompostierbaren Luftpolstereinsatz - für empfindlicheres Obst- und Gemüse. Die Firma Maag GmbH aus Iserlohn wartet mit kompostierbaren Deckelfolien für Käseverpackungen auf, die so beschichtet sind, dass sie sich leicht von der Schale abziehen lassen.

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