Biosprit aus Spanien
Aus Algen wird Kraftstoff

Sprit aus dem Meer: Eine spanische Biotech-Firma hat eine sehr effiziente und kostengünstige Methode gefunden, mit der man Biokraftstoff aus Algen gewinnen kann. Im Mittelpunkt steht eine bestimmte Art von Mikroalgen, die sich wesentlich schneller vermehrt als die Natur es vorsieht

MADRID. Das Sonnenland Spanien entdeckt immer mehr das enorme Geschäft, das hinter dem globalen Klimaschutz steht und fördert nicht nur massiv Solarenergien, sondern auch die Forschung und den Vertrieb von Biokraftstoff. Spanien ist heute einer der größten Produzenten von Ethanol in Europa.

Bisher haben die spanischen Autofahrer davon jedoch wenig gehabt, da es hierzulande kaum Biosprit-Tankstellen gibt. Ab 2009 wird die Beimischung zum herkömmlichen Kraftstoff jedoch zur Pflicht wie die spanische Regierung gerade per Gesetz beschlossen hat.

Die Biologie-Fakultät der Universität von Alikante könnte die Beimischung jedoch bald überflüssig machen. Sie hat eine sehr effiziente und kostengünstige Methode gefunden, mit der man Biosprit aus Algen gewinnen kann. Im Mittelpunkt steht eine bestimmte Art von Mikroalgen, die sich wesentlich schneller vermehrt als die Natur es vorsieht.

Mit Hilfe einer besonderen Lichteinstrahlung, einer konstanten Temperatur sowie der Zuführung von Kohlendioxid gelang es den Forschern den Wachstumsprozess enorm zu beschleunigen. Während im Meer pro Kubikmeter rund 300 der zu 50 Prozent aus Öl bestehenden Algen vorhanden sind, hat das Forscherteam um Cristian Gomis, Bernard Stroiazzo-Mougin und Martin Martínez Rovira es geschafft, die Wachstumsdichte auf 200 Millionen Algen pro Kubikmeter anzuheben.

Die von den spanischen Forschern entwickelte Algenfarm wird derzeit mit Hilfe des dafür gegründeten Unternehmens Bio-Fuel-Systems (BFS) in einen industriellen Prozess überführt. Die Mikroalgen wachsen in einem 70 Zentimeter breiten und drei Meter hohen Plastik-Zylinder. Sie teilen sich alle zwölf Stunden, so dass aus dem Wasser langsam eine immer grünere fettige Masse wird. Einmal am Tag wird der Algenschleim durch eine Zentrifuge geschleust. Übrig bleibt ein sehr energiereicher organischer Müll, der zu 100 Prozent zu Biokraftstoff umgewandelt werden kann. Der Fettanteil dieser Masse wird vor allem zu Diesel raffiniert, die Kohlenhydrate werden in Bioethanol umgewandelt. Wird der Biodiesel in den Tank gefüllt, dann ist keine Beimischung mehr notwendig.

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