Börse auf Klimakurs
Aus dem Klimawandel Kapital schlagen

Aktien alternativer Anbieter stehen weiter hoch im Kurs. Auch wenn diese Werte bereits sehr gut gelaufen sind, ist keine Blase entstanden, die zu platzen droht. Denn es wird nicht in Visionen investiert, sondern in profitable Unternehmen mit glänzenden Zukunftsaussichten.

ZÜRICH. Das Jahr 2007 steht eindeutig im Zeichen weltweiter Klimadiskussionen. Kein anderes Thema erhitzt die Gemüter auch nur annähernd so stark. So verwundert es nicht, dass die Börse den Klimaschutz mit all seinen Facetten für sich entdeckt hat. Viele Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien haben sich zu Outperformern gemausert. Anleger profitieren überdurchschnittlich von Kursgewinnen der betreffenden Aktien gegenüber anderen Branchen. Investoren stellen sich nun die Frage, ob die Entwicklung nachhaltig ist und sich mit erneuerbaren Energien weiterhin Geld verdienen lässt – oder ob die Kurse heißgelaufen sind.

„Investitionen in den Klimaschutz lohnen sich mehr denn je“, sagte Umweltminister Siegmar Gabriel nach dem G8-Gipfel, der Klimapolitik als einen der wichtigsten Punkte behandelte. Diese Aussage legt nahe, dass Firmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien weiter attraktiv bleiben. Auch wenn diese Werte bereits sehr gut gelaufen sind, ist keine Blase entstanden, die zu platzen droht. Denn es wird nicht in Visionen investiert, sondern in profitable Unternehmen mit glänzenden Zukunftsaussichten.

Solarworld ist ein Beispiel dafür. Im Januar 2005 lag der Aktienkurs bei rund zehn Euro, im Juni 2007 teilweise bei über 60 Euro. Dennoch steht Solarworld bei vielen Analysten auf Kaufen, da die Entwicklung nachhaltig gut ist und das Geschäftsmodell Perspektiven hat. Daher verhält es sich beim Boom erneuerbarer Energien gänzlich anders mit der Internetblase.

Der Anteil von Solarstrom beim Weltenergieverbrauch liegt bei unter einem Prozent. Dabei beläuft sich das jährliche Marktwachstum in Ländern wie den USA, Deutschland und China auf 30 Prozent. Bei Windenergie sieht es ähnlich aus. Der Anteil liegt weltweit unter zwei Prozent und das jährliche Marktwachstum beträgt 20 Prozent. Zudem will die Europäische Union den Anteil an erneuerbarer Energie am gesamten Energiemix bis 2020 von aktuell sechs Prozent auf 20 Prozent steigern. Die politische Unterstützung und die stetig steigende Akzeptanz in der Bevölkerung sorgen für den nötigen Rückenwind und lassen Steigerungen der Aktienkurse auch für die kommenden Jahre realistisch erscheinen.

Erneuerbare Energiequellen stehen erst am Anfang ihrer Erfolgsgeschichte. Die relative Attraktivität nimmt weiter zu, auch bedingt durch die große Problematik der fossilen Brennstoffe. Hohe Preise, Steuern, Irankonflikt, steigender Bedarf in China und Indien sowie die Endlichkeit der Ölvorkommen stehen den politisch unterstützten, unabhängigen, umweltschonenden und effizienzsteigernden erneuerbaren Energiequellen gegenüber.

Bei allen Vorteilen der erneuerbaren Energien gibt es in einzelnen Branchen auch Risiken. In der Solarindustrie herrscht aufgrund der enormen Nachfrage der Zellenhersteller ein Silizium-Engpass, der die Fertigung der Solarzellen verzögert. Wird der Engpass größer, kann er durchaus zum Problem werden. Bei der Windenergie sind die Erzeugungskosten nahe an der Wettbewerbsfähigkeit – aber eben noch nicht darüber hinaus.

Für Anleger bietet sich bei Abwägung aller Chancen und Risiken weiter ein hoch interessanter Markt. Da sich für private Investoren die Suche nach Einzelwerten meist schwierig gestaltet, ist die Fondslösung mit ihrer breiten Streuung auf mehrere Werte ein sinnvoller Weg, um an der gesamten Branchenentwicklung zu partizipieren.

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