BP-Ölkatastrophe
„Blowout Preventer“ vom Meeresgrund geborgen

Rund viereinhalb Monate nach dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko haben die Einsatzkräfte am Wochenende das defekte Absperrventil geborgen. Dem rund 300 Tonnen schweren Gerät kommt eine Schlüsselrolle bei der Untersuchung des Untergangs der Ölplattform „Deepwater Horizon“ zu.
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HB NEW ORLEANS. Knapp 30 Stunden benötigten BP-Ingenieure am Wochenende, um den etwa 300 Tonnen schweren „Blowout Preventer“ aus gut 1,5 Kilometern Tiefe vom Meeresgrund an die Wasseroberfläche zu holen. Das 15 Meter lange Gerät, dem bei der Untersuchung der Katastrophe eine Schlüsselrolle zukommt, wirkte äußerlich weitgehend intakt.

Der „Blowout Preventer“ hätte nach der Explosion der Ölplattform am 20. April eigentlich verhindern sollen, dass Öl aus dem Bohrloch austritt. Die Bergung verzögerte sich um Stunden, weil sich an dem Gerät Hydrate gebildet hatten. Die Mannschaft musste warten, bis das explosive Anhängsel abgeschmolzen war.

Am frühen Samstagabend (Ortszeit) konnten die Experten an Bord des Bergungsschiffs einen ersten Blick auf den „Blowout Preventer“ werfen, bevor er zur Überführung aufs Festland verstaut wurde. In einer Nasa-Einrichtung soll nun untersucht werden, warum das Sicherheitsventil versagte. Bislang sind die einzigen Anhaltspunkte Datenaufzeichnungen, wonach das Gerät ein Hydraulikleck aufwies und die Batterie eines Sicherheitsschaltkreises schwach oder leer war.

Beamte der US-Bundespolizei FBI dokumentierten die Bergung. Der „Blowout Preventer“ ist ein wichtiges Beweisstück zur Klärung der Frage, wer für die Umweltkatastrophe haftbar ist.

Schon kurz nach der Explosion auf der Bohrplattform waren Vermutungen laut geworden, wonach Wartungsfehler der Grund für die Fehlfunktion des Absperrventils gewesen sein könnten. Der Besitzer der „Deepwater Horizon“, das Unternehmen Transocean, hatte erklärt, der „Blowout Preventer“ sei voll funktionstüchtig gewesen.

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