„Cancún-Agreement“ erzielt Weltkonferenz ignoriert Boliviens Bedenken

Die Weltklimakonferenz in Cancún hat sich nun auch offiziell auf konkrete Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigt. Die mexikanische Konferenzleitung hatte in der Nacht mit Kompromissvorschlägen für den Durchbruch gesorgt. Für einen Eklat sorgte Bolivien, das das „Cancún-Agreement“ ablehnt – aber schlichtweg übergangen wird.
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Greenpeace-Aktivisten in Cancun: Das Agreement weckt Hoffnung. Quelle: Reuters

Greenpeace-Aktivisten in Cancun: Das Agreement weckt Hoffnung.

(Foto: Reuters)

CANCÚN. Die Weltklimakonferenz in Cancún hat einen Kompromiss im Kampf gegen den Klimawandel gebilligt. Die Teilnehmer der Konferenz bestätigten einen Entwurf für eine Abschlusserklärung der Kyoto-Staaten trotz des massiven Protests von Bolivien. Wie die Konferenzpräsidentin, die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa am frühen Samstagmorgen (Ortstzeit) mitteilte, sollten die Bedenken Boliviens im Protokoll festgehalten werden.

Bolivien drohte zuvor mit einer Totalblockade die in der Nacht erzielten überraschend guten Ergebnisse scheitern zu lassen. Die Delegation sei wiederholt schlecht behandelt worden, sagte der Chef der bolivianischen Delegation, Pablo Solón, in der Abschlussaussprache im Plenum der 194 Staaten. Bolivien sei zudem nicht bereit, ein Dokument mitzutragen, das die rasant steigende Erderwärmung nicht ausreichend begrenze. Wenige Stunden später bekräftigte Solón in einer weiteren Beratung seinen Widerstand.

Auch die Vertretung Kubas hatte massive Einwände gegen den vorgelegten Kompromissvorschlag erhoben. Die Plenumssitzung der Weltklimakonferenz in Mexiko wurde in der Folge auf Vorschlag Venezuelas nach zahlreichen Wortmeldungen unterbrochen. „Wir sollten niemanden außen vor lassen, gerade weil wir glauben, dass wir kurz vor einem Erfolg stehen“, sagte die Vertreterin Venezuelas. Die Präsidentin der Konferenz, die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa unterbrach daraufhin nach knapp zweieinhalb Stunden die Sitzung.

Die mexikanische Präsidentin des Klimagipfels, Patricia Espinosa, hatte zuvor zwei Kompromisspapiere vorgelegt. Das erste umfasst die Fortführung des Kyotoprotokolls, das zweite auch die Klimaziele der USA und der Entwicklungsländer. Beide Papiere könnten zusammen zu einem neuen Weltklimavertrag führen.

Mit Boliviens Widerstand war zunächst unklar, ob das Land noch mit Zugeständnissen zu einer Zustimmung bewegt werden konnte. Für die Abschlussdokumente müssen alle Teilnehmerstaaten ihr Okay geben. Schon in den Vortagen hatte Boliviens Präsident Evo Morales betont, sein Land werde keine weiteren leeren Formelkompromisse mittragen. Es war zunächst unklar, wann am Samstag eine abschließende Entscheidung fallen könnte.

Außer von Bolivien gab es keine weitere Ablehnung. Vertreter fast aller Staaten lobten die Papiere ausdrücklich, genauso wie die transparente Verhandlungsführung Espinosas. Sie sprach angesichts der konzentrierten, ergebnisorientierten Arbeit der Staaten von „einem neuen Geist des Multilateralismus“, der von Cancún ausgehen könnte

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19 Kommentare zu "„Cancún-Agreement“ erzielt: Weltkonferenz ignoriert Boliviens Bedenken"

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  • @Zeitzeuge: Das kommt mir doch bekannt vor: Panik machen, Angst erzeugen und dann die Diktatur einführen. Wie wäre es mit Fakten?

    Es kann schon sein, dass die Preise steigen werden. Das liegt dann aber an der Geldvermehrung der Zentralbanken.

  • die TOT-sicheren Erkenntnisse werden Sie in 10 Jahren bekommen, das versichere ich ihnen! warten Sie's ab, demnächst kostet das Kilo brot 10 Euro, bezogen auf den heutigen Geldwert! Was glaube Sie wohl, weshalb CO2 als technisches Gas in modernen Kühl- uns Klimasystemen verwendet wird, wo die umgewälzte Masse, Druckverhältnisse und Aggregatgröße eine untergeordnete Rolle spielt?

  • @Techniker: Was Sie formulieren, könnte eine intelligente Strategie sein (lassen wir hier einmal das Problem der begrenzten Uran-Ressourcen beiseite). Jedoch geht es den Klimaaktivisten nicht um die Förderung der Kernenergie, wozu es im Moment auch keine Mehrheit in der bevölkerung gibt. Die Mehrheit dieser Klimaaktivisten ist zielich naiv und will weniger CO2-Ausstoss, keine Kernenergie und reichlich Umverteilung.

  • @Carlos Anton: warum wollen Sie es denn unbedingt darauf ankommen lassen? Wir haben es doch gar nicht nötig, dieses Risiko einzugehen! Sollen wir wirklich in den nächsten 50 Jahren alle fossilen Treibstoffe unserer Erde verbrennen? Wir können doch erst einmal vorsichtshalber auf umweltfreundliche Energieerzeugung (z.b. Kernenergie) umstellen und den kommenden Generationen noch ein paar fossile Rohstoffe übriglassen. Die können sie dann bedenkenlos verbrennen, wenn das Klima bis dahin nicht Amok läuft.
    Sind wir Heuschrecken oder vernunftsbegabte, vorausschauende Lebewesen?

  • @Zeitzeuge: Die Frage ist nicht, ob sich das Klima ändert, sondern warum. Dazu gibt es bestenfalls Vermutungen und anektotischen Evidenz, wie von ihren Königsberger Verwandten. Diese kann höchstens der beginn, aber nicht das Ergebniss seriöser wissenschaftlicher Forschung sein.

    Übrigens muss ich Sie enttäuschen: ich fahre ein sparsames Auto und bin kein Freund von Fernreisen. Tut mir leid, wenn das nicht in ihr Weltbild passt. ignorieren Sie es einfach.

    Es ist mir bekannt, dass auch das big business versucht, von der Klimahysterie zu profitieren. Dazu gehören die Rückversicherer, die Händler von Emissionszertifikaten, "Umweltfirmen" wie Siemens und viele andere. Alle wollen etwas von dem Kuchen abhaben. Für Arbeitnehmer und Rentner bleibt daher immer weniger übrig.

    Um es klarzustellen: ich bin für eine umweltbewusste Politik, jedoch sollte diese auf gesicherten Erkenntnissen beruhen und nicht auf Vermutungen, Glauben, intransparenz oder Hysterie.

  • @Carlos Anton, beweispflicht: einen eindeutigen beweis würde man für eine antropogene Klimaveränderung wohl auch nie erbringen können (bzw. wollen) und es handelt sich dabei ja auch nicht um ein wissenschaftliches Experiment.
    ich weiss, der Vergleich hinkt, aber selbst wenn jemand jahrelang Kette raucht und dann Lungenkrebs bekommt, lässt sich im Einzelfall auch nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob die Zigaretten der Auslöser waren oder ob es z.b. an der Feinstaubbelastung irgendeiner Strassenkreuzung lag.

    Mit dem Mainstream/Herdentrieb im Forschungsbetrieb haben Sie sicher recht. Gerade die Masse der Normalbegabten versucht sich häufig als Mitläufer zu profilieren. Die heutige Arbeitsplatzunsicherheit trägt vermutlich auch ihren Teil dazu bei, Forscher von den notwendigen unorthodoxen Ansätze abzuhalten.

  • @ Carlos Anton :

    Selbst meine Verwandten in Königsberg haben festgestellt, daß der Meeresspiegel gestiegen ist. Warum wohl? Weil solche Leute, wie Sie, die mit V8-8,2l-benzinmotoren mit Verbräuchen von 25 bis 50 Liter benzin/100km im Kurzstreckenbetrieb zum briefkasten und in die Kneipe fahren müssen, ins Meer gepinkelt haben? Es sind immer die gleichen, die beschwichtigen und für ein verantwortungsloses "Weiter-so" plädieren, Wissenschaftler sind käuflich und profilerungssüchtig. Verfolgen Sie mal die Mitteilungen über Schandensbilanzen und -entwicklungen von Rückversicherern, die davon abhängig sind, die richtigen Prognosen von den richtigen Fachleuten stellen zu lassen, weil sie ohne sie entweder nicht wettbewerbsfähig sind oder ihr eigenes Unternehmen in den Ruin treiben. Spätestens dann, wenn die Völker Polynesiens und anderer Gebiete mit Landerhebungen bis ca. 50cm umgesiedelt werden müssen, ist bewiesen, daß sich das Klima ändert, weil das Energieabsorptionsverhalten der Erdatmosphäre auf Grund der chemischen Zusammensetzung sich geändert hat, was nicht von der Sonne verursacht werden kann. Die Eigenschaften von Luft, CO2 und anderen Theromenergie speichernden Gasen sind seit 130 Jahren bekannt, ebenso gibt es eine gesichtere Datenbasis zum gesamten Wetterverlauf, aus der ersichtiglch ist, daß es niemal zuvor eine so dramatisch hohe

    Klimatemperaturänderungsgeschwindigkeit

    (mittlerer Temperaturanstieg/Zeitintervall)

    gegeben hat, selbst wenn man eine Zunahme der Sonnenaktivität unterstellt, welche von einer deutlich niedrigeren Änderungsgeschwindigkeit über hunderte von Jahren gekennzeichnet ist. Glaube Sie wirklich, daß namhafte Saatguthersteller (und Forschungseinrichtungen) jetzt schon seit über zehn Jahren Milliarden ausgeben, um Pflanzen zu selektieren und zu enwickeln, die schädlings- und trockenresistent sind und gleichzeitig noch für eine angemessene menschliche Ernährung zu verwenden sind, wenn die selbst glauben würden, daß in den nächsten 10 bis 20 Jahren alles das von selbst für eine ertragssichere Landwirtschaft vom Himmel fallen wird, wie etwas bis 1990? Klimabelastend sind die Menschen, die ihre Lebensgewohnheiten nicht anpassen wollen, die all den Müll kaufen und dreimal im Jahr u. a. nach Dubai fliegen müssen, um dort ein paar billige neue T-Shirts zu kaufen, Leute, die zu viel Luft und keine Verantwortung im Kopf haben!

  • @ Carlos Anton (11)
    „Zunächst einmal sind nicht alle Fachleute der Meinung, dass die interpretation der Messergebnisse eindeutig ist.“

    So ist es, denn: Wer mißt, mißt Mist.

    „Was mich jedoch vor allem stört ist die Ausgrenzung von Wissenschaftlern mit abweichenden Hypothesen, was mich an diktatorische Methoden erinnert.“

    Das Ziel ist diese Wissenschaftler mundtot zu machen, denn sie stören beim abgreifen der Fördergelder und Subventionen. Würde man auf sie hören, wäre der Solar- und Windmühlenwahn längst auf dem absteigenden Ast.

    „ihr Argument, dass man den Nachweis nicht in einem überschaubaren Zeitraum führen könne, ist gefährlich, denn damit kann ich mich ausserhalb jeder beweispflicht stellen.“

    Genau das ist das Vehikel mit dem die Ökoreligiösen unterwegs sind.

  • @Techniker: Zunächst einmal sind nicht alle Fachleute der Meinung, dass die interpretation der Messergebnisse eindeutig ist. Einige halten sogar die Datenbasis für unzureichend bzw. unzuverlässig. Was mich jedoch vor allem stört ist die Ausgrenzung von Wissenschaftlern mit abweichenden Hypothesen, was mich an diktatorische Methoden erinnert. Forschungsgelder werden nur vergeben, wenn es um die bestätigung der genannten Mainstream-Hypthese der anthropognen Verursachung geht. Andere Forschungs-Richtungen werden praktisch nicht mehr verfolgt. Wenn wissenschaftliche Forschung nicht mehr transparent, ergebnisoffen und überprüfbar ist, wird sie zur Quasi-Religion.

    ihr Argument, dass man den Nachweis nicht in einem überschaubaren Zeitraum führen könne, ist gefährlich, denn damit kann ich mich ausserhalb jeder beweispflicht stellen.



  • Die Messergebnisse selbst sind eindeutig und haben mit Glauben nichts zu tun, ihre interpretation ist hypothetisch, da haben sie völlig recht. Meiner Meinung nach ist die Hypothese der Erderwärmung mit grossen Unsicherheiten behaftet, wir können es nicht "wissen". Der Nachweis wäre erst erbracht, wenn es zu spät ist. Wollen Sie es riskieren ?
    Die Ökodiktatur sehe ich in Deutschland eher im Falle dieses hirnlosen Glaubensbekenntnisses "Kernenergie=böse" als gegeben an.

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