Energie-Management

Die Börse sendet das Ladesignal

Die Preise an der Strombörse ändern sich alle Viertelstunde. Das nutzt intelligente Technik, um Strom zu sparen. So können Mittelständler auch ohne eigenen Zugang zur Strombörse von schwankenden Preisen profitieren.
Update: 28.11.2016 - 16:49 Uhr 1 Kommentar
In der Leipziger Energiebörse EEX arbeitet ein Mitarbeiter im Bereich Marktsteuerung. Quelle: dpa
Die Börse sendet das Signal zum Stromsparen

In der Leipziger Energiebörse EEX arbeitet ein Mitarbeiter im Bereich Marktsteuerung.

(Foto: dpa)

KölnSeit April fahren im baden-württembergischen Hohenlohekreis vier Elektrobusse im Nahverkehr. Wie üblich werden sie nach Betriebsschluss an Ladesäulen geklemmt. Ungewöhnlich ist: Der Strom fließt nicht sofort, sondern nur, wenn er besonders günstig ist. Im Viertelstundentakt ändern sich die Tarife der Strombörse. Eine Software hilft, niedrige Preise bei Überangeboten auszunutzen.

Betrieben und mit Strom beliefert werden die Ladesäulen vom Münchener Start-up eeMobility. Zu den Vorlieferanten gehört Next Kraftwerke. Das Unternehmen, das ein virtuelles Kraftwerk mit knapp 3.000 dezentralen Anlagen betreibt, bietet einen variablen Stromtarif an und hilft Kunden mit seinen IT-Systemen, ihren Verbrauch an der Marktlage auszurichten.

Mit der Technik könnten auch Unternehmen ohne eigenen Zugang zur Strombörse von schwankenden Preisen profitieren, sagt ein Unternehmenssprecher. „Gleichzeitig tragen unsere Kunden dazu bei, die volatile Energieerzeugung der Erneuerbaren und den Verbrauch zeitlich stärker in Einklang zu bringen.“

Fachleute sagen schon lange, dass für die Energiewende eine Flexibilisierung der Stromnachfrage ein wichtiger Hebel sei – um teure Stromspeicher zu ersetzen. Bisher sind es vor allem Großunternehmen, die sich etwa durch ein kurzfristiges Herunterregeln von Kühl- oder Heizungsanlagen Einkünfte am Markt für Regelenergie sichern.

Wie Sie den Energieverbrauch Ihrer Firma massiv senken
Wer den Cent nicht ehrt, …
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Etwa drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland, das geht aus einem Fachartikel im Creditreform-Magazin (05/2016) hervor, gehen auf das Konto von Bürogeräten. Rechnet man den Energiebedarf für Server und Rechenzentren dazu, entfallen sogar mehr als zehn Prozent des deutschen Strombedarfs auf Informations- und Kommunikationstechnologien.

Augen auf beim Einkauf
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Wie Sie mit grüner Hardware und ein paar Tricks den Energieverbrauch um 20 bis 40 Prozent senken können, zeigt die Creditreform in einer Übersicht, die wir Ihnen hier vorstellen. Das Sparen fängt schon beim Kaufen an. So rät die Deutsche Energie-Agentur (Dena), bei der Auswahl energieeffizienter Geräte auf folgende Gütesiegel zu achten…

Die wichtigsten Siegel
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Der Energy Star kennzeichnet in der EU Bürogeräte, die bestimmte Mindeststandards in puncto Energieeffizienz erfüllen.
Das TCO-Label wird für Geräte der Informationstechnologie nach Kriterien wie niedriger Energieverbrauch, Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit vergeben.
Der TÜV-ECO-Kreis kennzeichnet Produkte, die nachweisbar den aktuellen Stand der Technik in Sachen Sicherheit, Ergonomie und Ökologie einhalten.
Das europäische EU-Ecolabel (Euro-Blume) berücksichtigt bei der Bewertung von Produkten und Dienstleistungen Umweltkriterien über den gesamten Lebenszyklus.

Ein Gerät für alles
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Drucker, Fax, Kopierer und Scanner mit jeweils einem eigenen Stromanschluss verbrauchen zusammen mehr Energie als ein Multifunktionsgerät. Nicht benötigte Geräte, rät die Creditreform, sollten ausgeschaltet werden. Ebenso alle Arbeitsplatzgeräte über Nacht, am Wochenende oder in einer längeren Arbeitspause. Manche Apparate verbrauchen auch nach dem Ausschalten noch Energie.

Energie, Toner und Tinte sparen
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Eine schaltbare Steckdosenleiste trennt gleich mehrere Geräte mit einem Knopfdruck sicher vom Netz. Beim Energiesparen hilft es auch, wenn Geräte gemeinsam genutzt und über das Firmennetzwerk bereitgestellt werden. Noch ein Tipp: Vom Hersteller sind die Geräte meist auf „optimale Druckqualität” eingestellt. Meist genügt „normale Qualität” oder „Entwurf” – das Umstellen spart Energie und Toner beziehungsweise Tinte.

Monitore ausschalten
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Der Standby-Modus ist bequem, die Geräte sind viel schneller als beim Ausschalten wieder betriebsbereit. Rund zwei Drittel der Monitore in deutschen Büros bleiben nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov sogar über Nacht im Standby-Modus. Aber auch dabei verbrauchen sie Strom. Wie eine Studie ergab, können Mitarbeiter in Deutschland allein durch das Ausschalten der Monitore nach Feierabend jährlich Stromkosten in Höhe von rund 480 Millionen Euro einsparen.

Energiefresser Bildschirmschoner
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Und auch Bildschirmschoner sind Energiefresser. Creditreform rät: Wer ihn über längere Zeit nicht nutzt, sollte ihn in den Ruhezustand versetzen oder besser noch ganz ausschalten. Experten raten zudem dazu, die Helligkeit an LCD-Monitoren an Plätzen ohne direkte Sonneneinstrahlung auf 20 Watt zu dimmen.

Pilotprojekte der Deutschen Energie-Agentur (dena) mit Mittelständlern verschiedener Branchen in Süddeutschland haben ergeben, dass es bei 70 Prozent der Teilnehmer Potenzial für eine Flexibilisierung gibt. Als Bremse wirke aber, dass die Erschließung für viele Firmen bisher zu komplex ist.

Niedrigschwellige Angebote wie der variable Stromtarif von Next Kraftwerke könnten nun Schwung bringen. Fast jeder Mittelständler hat irgendwo Stromverbraucher wie Pumpen oder Kälteanlagen, die man flexibel steuern kann, so das Unternehmen „Der Markt steht noch ganz am Anfang seiner Entwicklung.“

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1 Kommentar zu "Energie-Management: Die Börse sendet das Ladesignal"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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