Klimaforschung Mini-Satelliten blicken ins Auge des Hurrikans

Klimaforscher sind sich sicher: Tropische Wirbelstürme werden wegen des globalen Klimawandels in Zukunft häufiger auftreten. Die Nasa schickt nun eine Satelliten-Flotte ins All, um die Vorhersagen zu verbessern.
Die Illustration zeigt einen der von der Nasa entwickelten Mini-Satelliten des Cyclon Global Navigation Satellite Systems.  Die rund 30 Kilogramm schweren Mini-Satelliten von der Größe eines Schwans die Vorhersagen zu gefährlichen tropischen Stürmen verbessern. Quelle: dpa
Mini-Satellit über dem Auge eines Hurrikans

Die Illustration zeigt einen der von der Nasa entwickelten Mini-Satelliten des Cyclon Global Navigation Satellite Systems. Die rund 30 Kilogramm schweren Mini-Satelliten von der Größe eines Schwans die Vorhersagen zu gefährlichen tropischen Stürmen verbessern.

(Foto: dpa)

WashingtonMit einer Flotte von acht Mini-Satelliten will die Nasa die Vorhersagen zu gefährlichen Tropen-Stürmen verbessern. Auch über den Verlauf und die Intensität von Hurrikanen sollen die Satelliten detaillierter Auskunft geben als bisher möglich – unter anderem, indem sie ins Auge des Sturms und durch seine massiven Regenwände hindurchblicken.

Am 12. Dezember soll das „Cyclon Global Navigation Satellite System“ (CYGNSS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus an Bord einer Trägerrakete in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht werden, kündigte die US-Raumfahrtbehörde am Donnerstag (Ortszeit) an. „Das ist die allererste Mission dieser Art“, sagte Thomas Zurbuchen, Nasa-Geschäftsführer für Wissenschaftsmissionen.

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Die Mini-Satelliten, die nur 30 Kilogramm wiegen und sich auf die Größe eines Schwans entfalten, arbeiten mit direkten und reflektierten GPS-Signalen. Sie können auf diese Art Windgeschwindigkeiten und Wellenhöhe an der Meeresoberfläche messen, die konventionellen Wettersatelliten unter dem dichten Wall aus Starkregen und Gewitterwolken, der sogenannten Augenwand des Sturms, verborgen bleiben.

„Derzeit können wir nicht sehen, was unter dem Regen geschieht“, erläuterte der leitende CYGNSS-Forscher Chris Ruf von der University of Michigan in Ann Arbor. „Wir können nur den Wind außerhalb der Sturmzelle messen. Aber wir haben eine Wissenslücke über die Prozesse in der kritischen Augenwand des Sturms. Und diese Lücke werden die CYGNSS-Daten füllen.“

Hinzu kommt: Während ein großer Satellit nur einmal in 24 Stunden an einer Stelle vorbeifliegt, sammeln die auf der Umlaufbahn verteilten Minisatelliten dort etwa alle sieben Stunden neue Daten ein. Das erlaubt Neueinschätzungen in kürzeren Zeitabständen. Die gesamte Flotte macht auf ihrem Weg entlang tropischer Breitengrade insgesamt 32 Windmessungen pro Sekunde.

  • dpa
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