MBA Polymers
Profit mit Plastikmüll

Das Unternehmen MBA Polymers recycelt Elektrogeräte nicht nur umweltfreundlich. Die Kunststoffpellets, die dabei anfallen, sind auch ein günstiger Rohstoff.
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Für gewöhnlich sind alte Staubsauger, Radios oder Toaster eine reine Last. In vielen Ländern landen Elektrogeräte noch immer auf Deponien – und belasten die Umwelt. In einer Fabrik am  Rande des Sherwood Forest in England wird das Problem aber nicht nur umweltfreundlich gelöst, sondern sogar gewinnbringend. In einem der innovativsten Kunststoffrecyclingwerke der Welt werden die alten Geräte zu Millionen von kunterbunten Plastikpellets verarbeitet. Diese winzigen Pellets werden als Rohmaterial an Hersteller verkauft, die sie anstelle von fabrikneuem Kunststoff für die Produktion neuer Produkte wie Handys oder Autos verwenden. Die Pellest sind dabei gemessen am Gewicht viel mehr wert als Stahl.

MBA Polymers gilt als weltweit führendes Unternehmen bei der Wiederverwertung von Kunststoffen aus Verbrauchsgütern, die normalerweise auf Deponien oder Müllverbrennungsanlagen landen würden. In den Produktionseinrichtungen in Österreich, China und Großbritannien konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr 110.000 Tonnen recyceln. Dabei wird bei der Produktion einer Tonne 80 Prozent weniger Energie verbraucht als bei der Produktion einer Tonne an fabrikneuem Kunststoff, der aus Petrochemikalien gewonnen wird. Gleichzeitig fallen drei Tonnen weniger Kohlendioxid. MBA Polymers betont, dass der recycelte Kunststoff mindestens zehn Prozent günstiger ist – je nach Ölpreis sogar deutlich mehr.

Das Potenzial für die Wiederverwertung von Kunststoffen wird weltweit nur zu einem Bruchteil ausgenutzt. MBA Polymers schätzt, dass weltweit weniger als ein Zehntel der Kunststoffe aus komplexen Abfallströmen recycelt wird. Elektronik, Haushaltsgeräte und Autos sind besonders schwierig wieder zu verwerten, da sie oft aus verschiedenen Plastiksorten bestehen und Metall oder Glas enthalten.

„Der Prozess ist kompliziert und unsere Technologie war die erste ihrer Art“, sagt der Geschäftsführer von MBA Polymers in Großbritannien, Paul Mayhew: „Unsere strikt patentierte Vorgehensweise ist nach wie vor ein streng gehütetes Geheimnis.“

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