Ökostrom Energie vom Erzeuger aus der Nachbarschaft

Virtuelle Kraftwerke verbinden Solarzellen, Windräder und Biogasanlagen. Das bietet neue Chancen für Ökostrom-Erzeuger - sie können sich gezielt Haushalten in der Nachbarschaft als Stromlieferant andienen.
  • Steffen Ermisch
Virtuelle Kraftwerke verbinden Solarzellen, Windräder und Biogasanlagen Quelle: dpa
Ökostrom aus der Nachbarschaft

Virtuelle Kraftwerke verbinden Solarzellen, Windräder und Biogasanlagen

(Foto: dpa)

DüsseldorfSupermarkt-Kunden machen es vor: Da viele Frischwaren als regionale Produkte gekennzeichnet sind, greift man hier besonders guten Gewissens zu. Geht es nach Torge Wendt, ist räumliche Nähe künftig auch beim Energieeinkauf ein Faktor. Sein Unternehmen hilft Windmüllern, Solarparkbetreibern und Bauern mit Biogasanlagen in Schleswig-Holstein, sich Haushalten in der Nachbarschaft als Stromlieferant anzudienen.

„Das stärkt Wirtschaftskreisläufe in der Region und erhöht die Akzeptanz für die Anlagen“, sagt der Chef von Nordgröön. Kürzlich gestartet, ist die regionale Direktvermarktung die jüngste Dienstleistung des 2012 gegründeten Unternehmens. Den Anlagenbetreibern verspricht Wendt Zusatzerlöse mit überschaubarem Aufwand: Nordgröön unterstützt sie auf dem Weg zum privaten Energieversorgungsunternehmen, der wegen vieler bürokratischer Hemmnisse mühsam ist.

So sparen Sie Geld beim Heizen
Heiztemperatur richtig wählen
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Heiztemperatur richtig wählen

Auch wenn die Räume im Haus unterschiedlich warm sind, fühlen wir uns wohl. In Wohnräumen sind zwischen 20 und 22,5 Grad für die meisten Menschen angenehm, in Kinder- und Badezimmern darf die Temperatur auch gern zwei oder drei Grad darüber liegen. Für Schlafzimmer sind 15 bis 17 Grad ausreichend.

Temperaturabsenkung bei Abwesenheit
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Temperaturabsenkung bei Abwesenheit

Moderne Heizungen senken je nach Uhrzeit und Außentemperatur die Zieltemperatur der Heizanlage, bei älteren Anlagen muss die Steuerung von Hand über die Heizkörperregler erfolgen. Wer tagsüber nicht da ist, sollte die Raumtemperatur aber nicht unter 15 Grad fallen lassen. Fällt die Temperatur unter zwölf Grad, dauert das erneute Aufheizen zu lange und verschlingt besonders viel Energie. Zudem steigt das Schimmelrisiko, weil warme feuchte Luft an den kalten Wänden kondensiert. Deshalb sollte auch bei längerer Abwesenheit wegen Urlaubs die Temperatur auf mindestens zwölf Grad eingestellt sein. Eine um ein Grad gesenkte Temperatur kann die Heizkosten um bis zu sechs Prozent drücken.

Türen, Fenster und Rollladenkasten abdichten
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Türen, Fenster und Rollladenkasten abdichten

Durch die Ritzen an Türen und Fenstern geht insbesondere in Altbauten viel Wärme verloren. Mit Hilfe von selbstklebenden Isolierbändern, Bürstendichtungen oder Zugluftstoppern für Türen und dünnen Dämmmatten für Rollladenkästen lässt sich der Wärmeverlust oft deutlich reduzieren. Dichte Fenster können die Heizkosten angeblich um bis zu 30 Prozent senken.

Heizkörper entlüften
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Heizkörper entlüften

Ein Heizkörper, in dessen Innerem sich Luft befindet, wird nicht richtig warm, weil der Durchfluss des aufgeheizten Wassers vermindert ist und Luft zudem hervorragend isoliert. Weil die Räume aber nicht warm werden, bleiben die Thermostatventile offen und die Heizung läuft ständig, um die Zieltemperatur zu erreichen. Idealerweise entlüftet man alle Heizkörper zu Beginn der Heizperiode einmal. Dadurch sollen sich die Heizkosten um bis zu 15 Prozent reduzieren.

Regelmäßige Wartung
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Regelmäßige Wartung

Gerade der Brenner von Heizungsanlagen – gemeinhin Heizkessel genannt – muss regelmäßig eingestellt werden, damit er effizient arbeitet. Außerdem beseitigt der Heizungstechniker Brennrückstände und kann kontrollieren, ob An- und Abluft freie Bahn haben. Durch die Wartung können bis zu fünf Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Heizkörper frei lassen, zur Wand isolieren
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Heizkörper frei lassen, zur Wand isolieren

Das Sideboard oder das Sofa vor dem Heizkörper bremst dessen Effizienz. Von einer warmen Kommodenrückwand hat niemand etwas. Rund um den Heizkörper muss die Luft zirkulieren können. Damit kalte Luft ungehindert vom Heizkörper erwärmt werden kann, benötigt dieser auch mehrere Zentimeter Abstand zum Boden. Nur dann heizt sich kalte Luft schnell auf und es verteilt sich die erwärmte Luft auch im Raum. Vorhänge und Gardinen, die vor Heizkörpern hängen, sind ebenfalls unbedingt zu vermeiden. Umgekehrt kann eine nur wenige Millimeter dicke Isolierfolie beziehungsweise -tapete hinter dem Heizkörper dafür sorgen, dass wesentlich weniger Wärme nach außen gelangt, sondern dem Raum zugute kommt.

Zeitprogrammierung nutzen
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Zeitprogrammierung nutzen

Entweder über die zentrale Heizungssteuerung oder über programmierbare Thermostate lässt sich die Heiztemperatur ideal an die Bedürfnisse anpassen. So kann zum Beispiel werktags zwischen 8 und 15 Uhr die Heizleistung reduziert werden, am Wochenende aber wird auf die Absenkung verzichtet.

Das Start-up sorgt zudem dafür, dass bei Bedarf Anlagen anderer Betreiber einspringen. Umgekehrt wird bei einem Überangebot an Strom, der lokal nicht verbraucht wird, die überschüssige Energie gewinnbringend weiterverkauft. Hinter dem Geschäftsmodell stehen ausgeklügelte Algorithmen und eine Vernetzung über das Internet.

Mehrere Hundert Solar-, Wind- und Biomasseanlagen hat Nordgröön zu einem sogenannten virtuellen Kraftwerk mit einer Leistung von 800 Megawatt zusammengeschlossen. Gebündelte Kapazitäten verkaufen die selbst ernannten Energielogistiker nicht nur an regionale Abnehmer, sondern auch über die Strombörse und an Übertragungsnetzbetreiber. Es ist ein lohnendes Geschäft: Nordgröön gibt seine Umsätze anteilig an die Anlagenbetreiber weiter, die so mit ihrem Regionalstrom höhere Erlöse als durch die starre Einspeisevergütung erzielen können.

Auch das Projekt Energiewende profitiert, denn der flexible Anlagenverbund hilft, Stromangebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. Je nach Bedarf können Erzeuger neu gebündelt werden, dank der flexiblen Biogasanlagen sind auch schnelle Leistungsänderungen möglich. So liefert das virtuelle Kraftwerk - ähnlich wie etwa Gaskraftwerke - auch Regelenergie, mit der Übertragungsnetzbetreiber kurzfristig Schwankungen der Stromfrequenz ausgleichen.

Deutschlandweit gibt es laut PwC etwa 100 virtuelle Kraftwerke. Davon nehmen 37 am Regelleistungsmarkt teil, 26 vermarkten an der Strombörse. Das Potenzial sei noch lange nicht ausgeschöpft, sagt Joachim Albersmann, Energiemarktexperte der Unternehmensberatung. „Virtuelle Kraftwerke versprechen Flexibilität, die immer mehr gefragt ist, weil herkömmliche Kraftwerke vom Netz gehen und der Zubau der Erneuerbaren anhält.“

Auch kommunale Unternehmen drängen in den Markt
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