Windkraft-Ausbau

Per Software zum richtigen Standort

Weil viele geeignete Standorte schon vergeben sind, setzten Hersteller und Betreiber von Windenergieanlagen verstärkt auf IT-Unterstützung. Sie wollen durch virtuelle Rechenspiele mit Wetterdaten in die Zukunft blicken.
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Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller. Quelle: dpa
Windkraft-Ausbau

Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller.

(Foto: dpa)

KölnDer Ausbau der Windkraft hält an – trotz aller Diskussionen. Fast 1400 Windenergieanlagen sind 2015 in Deutschland ans Netz gegangen – insgesamt waren zum Jahreswechsel schon knapp 26.000 Windräder installiert. Das Problem: Die Suche nach geeigneten Standorten wird für die Hersteller und Betreiber der Anlagen immer anspruchsvoller. „Viele der guten Plätze sind mittlerweile vergeben“, sagt Anders Rhod Gregersen, IT-Spezialist beim dänischen Anlagenbauer Vestas. „Jetzt geht es häufig um die etwas komplexeren Standorte.“

Um Plätze zu identifizieren, nutzen die Unternehmen immer häufiger virtuelle Rechenspiele. Umfangreiche Wetterdaten liegen seit langem vor. Doch dank der günstiger gewordenen Rechenkraft lassen die sich nun immer besser analysieren. Vestas füttert die Computer mit Wetterdaten der letzten 16 Jahre, um in die Zukunft zu blicken. Man könne Bedingungen flächengenau bis auf zehn mal zehn Meter berechnen. „Wir wissen so auch, ob es die gute oder die schlechte Art von Wind ist“, sagt Gregersen – also wo es vielleicht zu kräftig für die Rotoren weht.

„Neue Tools haben die Auswertung und die Modellierung der aufgezeichneten Daten erheblich verbessert“, bestätigt Peter Herbert Meier, Leiter der Wind Cert Services beim Tüv Süd. Traditionell wurden oft Windmesser für ein Jahr an potenziellen Standorten aufgestellt, um den tatsächlichen Wind zu messen. Der Einsatz der Prognosesoftware reduziert den Einfluss von zufällig auftretenden windreichen Monaten oder Flauten während der Testmessung. Die neue Methode liefere außerdem belastbare Aussagen zum möglichen Energieertrag eines geplanten Windparks, erläutert Meier.

Wie Sie den Energieverbrauch Ihrer Firma massiv senken
Wer den Cent nicht ehrt, …
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Etwa drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland, das geht aus einem Fachartikel im Creditreform-Magazin (05/2016) hervor, gehen auf das Konto von Bürogeräten. Rechnet man den Energiebedarf für Server und Rechenzentren dazu, entfallen sogar mehr als zehn Prozent des deutschen Strombedarfs auf Informations- und Kommunikationstechnologien.

Augen auf beim Einkauf
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Wie Sie mit grüner Hardware und ein paar Tricks den Energieverbrauch um 20 bis 40 Prozent senken können, zeigt die Creditreform in einer Übersicht, die wir Ihnen hier vorstellen. Das Sparen fängt schon beim Kaufen an. So rät die Deutsche Energie-Agentur (Dena), bei der Auswahl energieeffizienter Geräte auf folgende Gütesiegel zu achten…

Die wichtigsten Siegel
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Der Energy Star kennzeichnet in der EU Bürogeräte, die bestimmte Mindeststandards in puncto Energieeffizienz erfüllen.
Das TCO-Label wird für Geräte der Informationstechnologie nach Kriterien wie niedriger Energieverbrauch, Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit vergeben.
Der TÜV-ECO-Kreis kennzeichnet Produkte, die nachweisbar den aktuellen Stand der Technik in Sachen Sicherheit, Ergonomie und Ökologie einhalten.
Das europäische EU-Ecolabel (Euro-Blume) berücksichtigt bei der Bewertung von Produkten und Dienstleistungen Umweltkriterien über den gesamten Lebenszyklus.

Ein Gerät für alles
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Drucker, Fax, Kopierer und Scanner mit jeweils einem eigenen Stromanschluss verbrauchen zusammen mehr Energie als ein Multifunktionsgerät. Nicht benötigte Geräte, rät die Creditreform, sollten ausgeschaltet werden. Ebenso alle Arbeitsplatzgeräte über Nacht, am Wochenende oder in einer längeren Arbeitspause. Manche Apparate verbrauchen auch nach dem Ausschalten noch Energie.

Energie, Toner und Tinte sparen
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Eine schaltbare Steckdosenleiste trennt gleich mehrere Geräte mit einem Knopfdruck sicher vom Netz. Beim Energiesparen hilft es auch, wenn Geräte gemeinsam genutzt und über das Firmennetzwerk bereitgestellt werden. Noch ein Tipp: Vom Hersteller sind die Geräte meist auf „optimale Druckqualität” eingestellt. Meist genügt „normale Qualität” oder „Entwurf” – das Umstellen spart Energie und Toner beziehungsweise Tinte.

Monitore ausschalten
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Der Standby-Modus ist bequem, die Geräte sind viel schneller als beim Ausschalten wieder betriebsbereit. Rund zwei Drittel der Monitore in deutschen Büros bleiben nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov sogar über Nacht im Standby-Modus. Aber auch dabei verbrauchen sie Strom. Wie eine Studie ergab, können Mitarbeiter in Deutschland allein durch das Ausschalten der Monitore nach Feierabend jährlich Stromkosten in Höhe von rund 480 Millionen Euro einsparen.

Energiefresser Bildschirmschoner
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Und auch Bildschirmschoner sind Energiefresser. Creditreform rät: Wer ihn über längere Zeit nicht nutzt, sollte ihn in den Ruhezustand versetzen oder besser noch ganz ausschalten. Experten raten zudem dazu, die Helligkeit an LCD-Monitoren an Plätzen ohne direkte Sonneneinstrahlung auf 20 Watt zu dimmen.

Die Aufgabe ist besonders anspruchsvoll, weil die Anlagenhersteller meist nur generelle Zusammenhänge von Windprofil und Leistung nennen. Dabei können sich die individuellen Bedingungen aber auf wenigen Metern ändern. Damit sinnvolle Ergebnisse entstehen, ist viel Sorgfalt und Rechenkraft nötig. Vestas hat dafür in einen eigenen Supercomputer investiert. „Voraussetzung ist, dass hochwertige Daten verwendet und die Berechnungen von Experten durchgeführt werden“, sagt Meier.

Ein anderes Problem ist die Skepsis anderer wichtiger Partner beim Bau der Anlagen: „Wir sind zum Teil den Versicherungen um Lichtjahre voraus“, hat IT-Spezialist Gregersen beobachtet. Immer wieder bestünden sie auf traditionellen Messmethoden – und nehmen so mancher schnellen Finanzierung den Wind aus den Segeln.

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1 Kommentare zu "Windkraft-Ausbau: Per Software zum richtigen Standort"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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