CO2-freies Hochhaus
Im Ökobau will Stuttgart hoch hinaus

Im Viertel "City Prag" treibt Stuttgart das energiesparende Bauen voran. Zum Aushängeschild könnte dabei ein neues Ökohochhaus mit einer fast CO2-freien Energieversorgung werden. Doch das Vorzeigeobjekt hat seinen Preis.

STUTTGART. Der Pragsattel - ein Nadelöhr, durch das sich täglich tausende Autos in den Stuttgarter Innenstadtkessel schieben. Wenige Neubauten stehen neben betagtem Fachwerk, staubigen Brachflächen und schmucklosen Fabrikhallen. Die Abrissbirne hat derzeit viel zu tun: Das Alte soll nach dem Willen der Stadtverwaltung einer Mischung aus Dienstleistungsgewerbe, Handel und Wohnen in ökologischer Bauweise weichen.

Auf dem Pragsattel plant die Stadt ein neues Öko-Vorzeigeviertel. Die Planer haben ehrgeizige Ziele: Ihre Vorgaben gehen weit über die Energieeinsparverordnung des Bundes hinaus. Der Ort ist gut gewählt, denn der Kernbereich, die neun Hektar große "City Prag", ist der nördliche Eingangsbereich zur Innenstadt. Zum Aushängeschild könnte ein neues Ökohochhaus werden, für das im nächsten Jahr die Bauarbeiten beginnen sollen. Der Bauunternehmer Horst Bülow plant für 45 Mill. Euro einen 18-geschossigen Büroturm und einen Flachbau mit einer fast CO2-freien Energieversorgung.

Ende Juni entschieden sich die Gutachter für einen Architektenvorschlag, der die Nutzung der ganzen Palette erneuerbarer Energien vorsieht. Ein Windrotor soll aufs Dach, Photovoltaikblenden an die Fassade und Klimaröhren in die Betondecken. Zudem sollen 100 Sonden dem Erdreich Energie zum Kühlen im Sommer und zum Heizen im Winter entziehen.

Nach den Vorstellungen der Planer wird die Geothermie 70 Prozent der winterlichen Heizlast abdecken. Jedoch sind die geologischen Verhältnisse noch nicht geprüft - und im Untergrund verlaufen mehrere Tunnel für U-Bahnen und Autos. Außerdem soll der Architekt noch nachbessern: Die dreifachverglaste Fassade ist der Stadt als äußere Erscheinung zu langweilig - sie soll sich künftig besser an die Umgebung anpassen.

Das Vorzeigeobjekt hat seinen Preis. Bauherr Bülow hält wegen des Aufwands für die Energieeinsparung und der gestiegenen Baukosten höhere Mietpreise für unausweichlich. Dafür sparen die Mieter Nebenkosten, weil sie ohne teure fossile Energie das Gebäude klimatisieren können.

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