Das globale NOx-Problem
Stickoxide – nicht nur ein Problem der Autobranche

Schädliche Stickoxide in die Luft zu blasen – das klingt vor allem nach der Diesel-Affäre. Doch der hohe Ausstoß der Gase treibt beileibe nicht nur die Autobauer um, auch andere Industriezweige produzieren fleißig NOx.

BerlinIn großen Mengen wirken sie als Atemgifte, in großen Industrien kommt man um ihre Entstehung aber nicht herum: Stickoxide sind der zentrale Konfliktstoff im Abgas-Skandal, der bei VW seinen Anfang nahm. Weit gefehlt allerdings, wer glaubt, das sei nur ein Problem der Autohersteller.

Die mit der Sammelformel NOx bezeichneten Gase fallen in Haushalten, jedoch auch in vielen Wirtschaftsbranchen an. Was tun etwa Energieerzeuger, Luft- und Schiffsverkehr, Chemie und Landwirtschaft im Kampf gegen die gefährlichen Substanzen?

„Die Stickoxid-Emissionen aus Kraftwerken gehen zurück“, heißt es beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Weil die gesetzlichen Bestimmungen in den nächsten Jahren strikter würden, halte der Trend an. Der NOx-Gesamtausstoß Deutschlands sank zwischen 1990 und 2013 laut Umweltbundesamt (UBA) um 56,1 Prozent, die Behörde nennt auch den Einsatz emissionsärmerer Brennstoffe und eine bessere Energieeffizienz als Gründe dafür.

Die im Rahmen der Energiewende abnehmende Stromproduktion konventioneller Kohle- und Gaskraftwerke spiele ebenso eine Rolle, ergänzt der BDEW. Auch viele ältere Meiler nutzten Filtertechnik oder „Entstickungsanlagen“ für Rauchgase. Regelmäßige Kontrollen sollen die Einhaltung von Standards absichern. „Durch neue EU-Vorschriften, die im nächsten Jahr verabschiedet werden sollen, werden die Anforderungen an die Stickoxid-Emissionen der Kraftwerke zudem absehbar weiter verschärft werden.“

Neben Auto- und Energiekonzernen steht aber auch der Flugverkehr oft im Fokus der Abgas-Debatte. Der Branchenverband BDL erklärt: „Den größten Teil der Verbesserungen bei NOx-Emissionen muss und kann das Triebwerk liefern.“ Pro Passagier und 100 Kilometer hätten deutsche Airlines den Verbrauch seit 1990 um 42 Prozent gesenkt. Damit der NOx-Ausstoß weiter verringert werden könne, müssten die Unternehmen aber genügend Spielraum für Investitionen in die nötige Technik behalten.

Der verkehrspolitische Rahmen sei da: Auf den mit der EU-Kommission 2001 verabredeten Reduktionsplan „Vision 2020“ – er schreibt um 80 Prozent gesenkte NOx-Emissionen bei Neuflugzeugen verglichen mit dem Jahr 2000 vor – sei 2011 der „Flightpath 2050“ gefolgt. Dieser habe das Ziel auf minus 90 Prozent ausgeweitet. „Der Luftverkehrssektor arbeitet schon seit einigen Jahren intensiv an der Reduktion der NOx-Emissionen“, so der BDL - „unabhängig von der Automobilbranche.“

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Schiffe schleudern jede Menge Stickoxide in die Luft

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