Deepwater Horizon
Wo ist das Gift geblieben?

Ein Besuch bei Fischern, Umweltschützern und Forschern am Golf von Mexiko - ein Jahr nach der Explosion der "Deepwater Horizon".
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Bilder wie aus einem kitschigen Werbefilm. Pelikane landen mit reicher Beute im weichen Seegras. Am Rand der Marsch staksen weiße Reiher durch die jungen, leuchtend grünen Halme. Vom Meer weht ein wohliger Wind. Angler halten ihre Ruten ins Wasser, Fischkutter tuckern hinaus auf den Golf von Mexiko.

Wo ist das schwarze Gift geblieben? Im vergangenen Mai schwappte hier im empfindlichen Biotop der Barataria Bay, südlich von New Orleans, ein stinkender, zähflüssiger Ölschlamm. Rund 200 Kilometer entfernt war am 20. April 2010 die Bohrinsel Deepwater Horizon explodiert; 11 Arbeiter starben, 16 weitere wurden verletzt. Drei Monate lang strömte aus dem Bohrloch 1500 Meter unter dem Meeresspiegel Öl, insgesamt mehr als 800 Millionen Liter, und verschmutzte Küsten in Louisiana, Mississippi, Alabama, Florida.

Fotos von verzweifelten Fischern gingen um die Welt. Von sterbenden Delfinen, ölverschmierten Vögeln und verdreckten Stränden. Besonders betroffen war der Bezirk Plaquemines Parish an der Mündung des Mississippi, dem Südzipfel von Louisiana. Dessen wortgewaltiger parish president (einem Verbandsbürgermeister vergleichbar), der Republikaner Billy Nungesser, beschwor den Untergang des gesamten Deltas herauf. Er nickte, wenn Umweltverbände vor einem „zweiten Tschernobyl“ warnten.

Nungesser wurde zum omnipräsenten Gesicht der Betroffenen und machte dem hauptverantwortlichen BP-Konzern und der Regierung Dampf. Barack Obama, nachdem er das mögliche Ausmaß begriffen hatte, reiste mehrmals an und setzte inmitten der „größten Umweltkatastrophe Amerikas“ die Genehmigungen für Tiefseebohrungen aus. Zeitweilig kämpften bis zu 47.000 Menschen in Aufräumkommandos gegen die Ölpest.

Es war ein zermürbender, oft vergeblicher Kampf. Weil es wochenlang nicht gelang, die Ölflut aufzuhalten, weil es zu wenige Absauggeräte und schwimmende Barrieren gab, zog BP mit Erlaubnis aus Washington die chemische Notbremse. Fast acht Millionen Liter sogenannter Dispergatoren wurden ab Ende Mai auf die Wasseroberfläche gesprüht und direkt ins sprudelnde Bohrloch gepumpt.

Die Hoffnung: So wie ein Spülmittel Fett auflöst, sollten die Chemikalien Corexit 9500 und Corexit 9527 die schwarzen Teppiche in unzählige winzige Tropfen teilen. So wollte man verhindern, dass noch mehr Öl an Land und ins flache Gewässer getrieben würde. Klar war: Das Öl würde nicht verschwinden – aber sich hoffentlich verteilen, mit Wasser vermischen und so für ölfressende Mikroben leichter zu vertilgen sein.

Es gab kaum Erkenntnisse über einen Großeinsatz von Corexit, über mögliche Auswirkungen auf die Unterwasserwelt, auf Eier und Larven, Säuger und Fische, auf Korallen, Algen und den Sauerstoffgehalt im Wasser. Nie zuvor war die Chemikalie in solchen Mengen und so tief eingesetzt worden. Von einem „gigantischen Feldversuch“ spricht rückblickend Ron Tjeerdema, einer der renommiertesten Toxikologen Amerikas und Chef des Instituts für Umwelttoxikologie an der Universität von Kalifornien. Aber er sagt auch: „Es gab nur schlechte Lösungen, und unter diesen war Corexit die am wenigsten schlechte.“ 

Kommentare zu " Deepwater Horizon: Wo ist das Gift geblieben?"

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  • Niemand kann das mehr retten Herbert 1949. Keine Regierung, kein menschliches Wesen, kein System.

    Die Bibel sagt klar udn deutlich, dass Gott die vernichtet, die die Welt vernichten. Das wird so kommen. Studieren Sie, froschen Sie nach, lesen Sie - vertrauen Sie nicht auf Menschen.

    Lesen Sie, grade jetzt zu Ostern, Matthäus 24:3 und folgende Verse. Jesus hat zugesichert, dass er dem Treiben ein Ende setzt. Noch ist es nicht soweit - aber er säumt nicht! Sie können darauf vertrauen, dass nicht die Erde, wohl aber jene, die sie vernichten wollen letztlich vernichtet werden. Dieser Zeitabchnitt hat begonnen.

  • Was für eine Frage geradezu Ketzerich und verabscheuenswürdig. Die offiziellen Stellen haben doch gesagt das Öl hätte sich aufgelöst! Mensch, nun glaubt es doch endlich seid endlich ruhig und geht eurer Arbeit nach! Jaaaa schaffen schaffen für den Fortschritt, ob die Erde für kommende Generationen bewohnbar bleibt ist doch egal, die Hauptsache ist doch das der Profit stimmt. Und wenn schon , haben die Anteilseigner solcher Gesellschaften mal ganz viel eventuell Pech und sind selber in einer Region die Betroffen ist, was soll`s dann nehmen diese Eliteren Gesellschaftgrößen Ihre Milliarden in die Hand und ziehen dahin wo es noch sauber und Lebenswert ist. Zurück bleiben dann eben nur die Proleten. Nun geht das gleiche Spiel eben wieder von vorne los. Nun Ihr armseligen Geldgeilen Kraturen die Ihr auch zur Gattung Mensch gehört, denkt mal darüber nach , eure Milliarden könnt ihr auch nicht essen und die Erde ist nicht kopierbar , verlassen könnt ihr diese Erde auch nicht. Noch einige Ölkatastrophen, Atomunfälle und absurdes Wachstumsdenken und die Stellen an die ihr euch verkriechen könnt werden auch knapp. Eventuell wachen die Menschen da vorher auch auf und jagen euch zum Teufel. Also dann mal auf ein fröhliches weiter so, oder doch nicht?

  • Das Corexid tut zwar nicht was man ihm zuschreibt, aber es wird für ein vermehretes Abschmelzen des Eises am Nordpol sorgen, da es Frostschutzeigenschaften hat.
    Es gelangt dann schneller dahin, wenn das Beben am New Madrid fault eine Schneise in den Amerikanischen Kontinent macht.
    Seid wachsam.......

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