Dena Für Ökostrom fehlen Tausende Kilometer Leitungen

Deutschland steht vor einem grundlegenden Umbau der Stromnetze. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (Dena) müssen bis 2020 bis zu 3 600 Kilometer neuer Übertragungsleitungen gebaut werden. Die Kosten dafür belaufen sich der Dena zufolge auf mindestens zehn Mrd. Euro. Kritiker halten die Werte indes für zu hoch gegriffen.
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Hochspannungsleitungen in Marbach am Necker. Laut Dena sind 3600 Kilometer neue Stromnetze in Deutschland nötig, um den angestrebten Ökostromaneil von 40 Prozent zu erreichen. Quelle: DAPD

Hochspannungsleitungen in Marbach am Necker. Laut Dena sind 3600 Kilometer neue Stromnetze in Deutschland nötig, um den angestrebten Ökostromaneil von 40 Prozent zu erreichen.

BERLIN. Die Werte sind Bestandteil der Dena-Netzstudie II, die am Dienstag vorgestellt wurde.

Der Umbau der Stromnetze wird erforderlich, weil Stromproduktion und Stromverbrauch räumlich immer weiter auseinanderklaffen. Besonders im Norden und Nordosten der Republik, künftig außerdem in Nord- und Ostsee, entstehen enorme Windstrom-Kapazitäten. Verbraucht wird der Strom aber überwiegend im Westen und Südwesten der Republik. Das macht zusätzliche Leitungen erforderlich.

Dena-Chef Stephan Kohler betonte, die Kosten des Ausbaus für den Endverbraucher würden sich im überschaubaren Rahmen halten. Seinen Angaben zufolge muss ein Durchschnittshaushalt nur etwa sieben bis zehn Euro im Jahr aufbringen. Um den Ausbau umzusetzen, sei es wichtig, die Akzeptanz bei den Menschen zu erhöhen. Gegen den Bau gibt es massiven Widerstand von Anwohnern.

Die Autoren der Studie gehen dabei davon aus, dass der Anteil der erneuerbaren Energien 2020 einen Wert von 39 Prozent erreicht. In der Studie wird Deutschland in 18 Regionen aufgeteilt; für jede dieser Regionen prognostiziert die Studie für das Jahr 2020 einen bestimmten Stromverbrauch und den Zubau erneuerbarer Energien; daraus wird der Transportbedarf abgeleitet.

Fortschreibung der ersten Studie

Mit der aktuellen Netzstudie schreibt die Dena ihre 2005 vorgestellte erste Untersuchung fort. Sie war zu dem Ergebnis gekommen, dass 850 Kilometer Übertragungsleitung fehlen. Seitdem ist allerdings wenig geschehen: Weniger als 100 Kilometer neuer Leitungen wurden realisiert. Zentrale Ergebnisse der ersten Netzstudie sind in die Gesetzgebung eingeflossen. Das im August 2009 in Kraft getretene Energieleitungsausbaugesetz definiert auf der Basis der ersten Dena-Studie eine Reihe von Leitungsbauprojekten mit hoher Priorität. Die Dena gehört zur einen Hälfte dem Bund, die andere Hälfte teilen sich die staatliche Förderbank KfW, Allianz, Deutsche Bank und DZ Bank.

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