Eichenprozessionsspinner
Biowaffe soll Raupenplage eindämmen

Der Eichenprozessionsspinner gefährdet die Gesundheit von Menschen und Tieren in Deutschland. Ein in diesem Jahr erstmals in Kommunen zugelassenes biologisches Mittel könnte helfen, die Plage einzudämmen.
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BraunschweigIn diesen Tagen schlüpfen die kleinen unscheinbaren Falter des Eichenprozessionsspinners. Sie schaden niemandem, ihre Nachkommen im nächsten Frühjahr aber umso mehr. Denn sie fressen nicht nur die Baumkronen kahl.

Die giftigen Brennhaare der Raupen können bei Mensch und Tier starke Hautreizungen und Atembeschwerden verursachen und lebensgefährliche Schockreaktionen auslösen. Ein Bakterium soll künftig die gefürchteten Insekten auch in bewohnten Gebieten im Zaun halten.

Erstmals in diesem Jahr wurde der Bacillus thuringiensis zur Bekämpfung der giftigen Larven für den Einsatz in Städten freigegeben. „Wir wissen, dass dieses Mittel gut wirkt, Gewissheit werden wir allerdings erst nächstes Frühjahr gewinnen“, sagt Diplomforstwirtin Nadine Bräsicke vom Braunschweiger Bundesforschungsinstitut Julius Kühn (JKI). Neu ist das Mittel zwar nicht, es durfte bislang aber vor allem nur in unbewohnten Gebieten gegen den Eichenprozessionsspinner (kurz EPS) eingesetzt werden.

Auch der niedersächsische Kreis Lüchow-Dannenberg hat in diesem Jahr gute Erfahrung mit dem biologischen Gift gemacht: „Wir haben eine Erfolgsquote von annähernd 100 Prozent“, sagt Ernst-August Schulz vom Kreis Lüchow-Dannenberg. Mehrere tausend Bäume seien besprüht worden. Und ganz wichtig: „Es gab keinerlei Beschwerden. Auch die Leute, die mit dem Mittel gearbeitet haben, haben über keine Beeinträchtigungen geklagt“, sagt Schulz.

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Bis zu zehn Jahre bleiben die Gifthärchen gefährlich

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