Einsparungen
Städte lagern die Straßenbeleuchtung aus

Die Straßenbeleuchtung ist einer der größten Energieschlucker in Deutschland - mit enormem Einsparpotential. Durch private Betreibermodelle können viele Kommunen die Kosten für Betrieb und Wartung minimieren und gleichzeitig den Energieverbauch senken.

DÜSSELDORF. In Hamburg knipst Vattenfall das Licht aus. Der schwedische Stromkonzern ist in der Hansestadt für den Betrieb der Straßenbeleuchtung zuständig. In Deutschland ist das bisher eher die Ausnahme, denn zumeist erledigen die Kommunen ihre Beleuchtung in Eigenregie. Sie befürchten, bei einer Auslagerung die Kontrolle über einen Bereich zu verlieren, der für die städtische Sicherheit wesentlich ist.

Dabei geht es auch um viel Geld: Laut Haushaltsplan 2009/10 beträgt das Auftragsvolumen in Hamburg rund 23 Mio. Euro. Der Vertrag über jährlich 40 Millionen Kilowattstunden umfasst neben der Energielieferung auch die Wartung, Entstörung und Instandhaltung der städtischen Lampen.

Die Straßenbeleuchtung ist einer der größten Energieschlucker in Deutschland. Neun Millionen Lichter in 14000 Kommunen verbrauchen rund vier Terawattstunden jährlich. Das sind rund acht Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Deutschland.

Das Institut Trendresearch hat den Markt unter die Lupe genommen – und ein enormes Einsparpotenzial festgestellt. Ein Drittel der deutschen Straßenbeleuchtungsanlagen ist auf dem technischen Stand von vor 30 Jahren. Mehr als 2,7 Mrd. Kilowattstunden ließen sich jährlich einsparen, wenn alle Lampen modernisiert würden.

In der neuen Studie „Straßenbeleuchtung 2020“ erwartet das Institut, dass die Anzahl der privaten Betreibermodelle zunehmen wird. „Viele Städten und Kommunen überlegen, wie sie die Straßenbeleuchtung effizienter und günstiger betreiben können“, schreiben die Autoren der Studie. „Private Betreibermodelle bieten die Chance, die Kosten für Betrieb und Wartung zu minimieren.“

Bisher ziehen allerdings erst wenige Städte eine vollständige Privatisierung in Betracht. „Mangels Erfahrungen stehen viele Kommunen Betreibermodellen mit privaten Dienstleistern noch skeptisch gegenüber“, schreiben die Trendresearch-Experten. Erst wenn sich innovative Modelle bewährten, würden mehr Städte ihre Haltung überdenken.

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