Eisendüngung vorerst gestoppt: Umstrittene Expedition im Südatlantik

Eisendüngung vorerst gestoppt
Umstrittene Expedition im Südatlantik

Eine Expedition des deutschen Forschungsschiffes „Polarstern“ sorgt für Wirbel. Im Südatlantik wollen die Wissenschaftler an Bord das Algenwachstum anregen, um so Möglichkeiten zum Abbau des Treibhausgases Kohlendioxid zu erforschen. Nach Protesten von Umweltschützern hat das Bundesforschungsministerium jetzt das Projekt erst einmal gestoppt.

ap HAMBURG. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) sind auf dem Weg in den Südatlantik, um im Rahmen eines deutsch-indischen Forschungsprojektes mit einer Eisendüngung das Wachstum von Algen anzuregen. Das Bundesforschungsministerium forderte am Dienstag jedoch, zunächst kein Eisen auszugeben, bis weitere Gutachten zur Unbedenklichkeit vorliegen. Zuvor hatten Naturschützer und das Umweltministerium die Expedition kritisiert.

Das Forschungsministerium lässt das Projekt einem Sprecher zufolge nun von zwei international renommierten und unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtungen prüfen. Staatssekretär Frieder Meyer-Krahmer erklärte, das Vorhaben stehe eigentlich im Einklang mit allen politischen Forderungen zur Ächtung einer Ozeandüngung: „Gleichwohl haben wir das AWI gebeten, das Experiment solange auszusetzen, bis uns eine Stellungnahme zur Unbedenklichkeit der Untersuchungen vorliegt.“

Das AWI hatte am Dienstag zunächst über das Projekt informiert. Demnach will das Team mit 48 Wissenschaftlern ein Gebiet von etwa 300 Quadratkilometern mit sechs Tonnen gelöstem Eisen düngen, um das Wachstum von Algen anzuregen. Dies soll zum besseren Verständnis der Rolle der Ozeane im globalen Kohlenstoffkreislauf dienen. Derzeit sind die Forscher auf dem Weg in das entsprechende Gebiet und brauchen laut AWI noch etwa zwei Wochen für die Reise.

Das Projekt, das das AWI mit dem indischen National Institute of Oceanography durchführt, soll dazu beitragen, den möglichen Beitrag von Ozeandüngung zur Reduktion des CO2-Gehalts in der Atmosphäre besser einschätzen zu können. Der Fokus liegt dabei auf den Algen des Phytoplanktons. Das Phytoplankton ist die Basis des Nahrungsnetzes im Ozean und spielt eine Schlüsselrolle im globalen Kohlenstoffhaushalt, wie das AWI ausführte. Die Algen entziehen dem umgebenden Wasser und somit auch der Atmosphäre durch Photosynthese Kohlendioxid.

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