Eisiges Experiment Klimaforschung im Eiswald

Eisstürme richten in den USA regelmäßig verheerende Schäden an. Mit dem Klimawandel könnte das Phänomen häufiger werden. Mögliche Folgen untersuchen Forscher nun in einem künstlich vereisten Wald.
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Wissenschaftler bei der Simulation eines Eissturms im Hubbard Brook Experimental Forest bei West Thornton (USA). Quelle: dpa
Künstlicher Eiswald

Wissenschaftler bei der Simulation eines Eissturms im Hubbard Brook Experimental Forest bei West Thornton (USA).

(Foto: dpa)

Hubbard BrookUS-Forscher haben ein Waldstück in New Hampshire in einen glitzernden Eiswald verwandelt, um Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen. Mit Feuerwehrschläuchen rückten sie bei Minustemperaturen in den über 3000 Hektar großen Hubbard Brook Forschungswald in den White Mountains aus und besprühten Testflächen in hohem Bogen mit Wasser.

So wollen die Wissenschaftler einen heftigen Eisregen simulieren. Bei derartigen Ereignissen gefriert fallender Regen in Bodennähe in kürzester Zeit. Er überzieht Bäume und alle anderen kühlen Oberflächen mit einer bis zu mehreren Zentimeter dicken Eisschicht. Unter dieser Last brechen regelmäßig Strommasten und Bäume zusammen, fallen auf Häuser oder Autos und richten großen Schaden an.

Europas verlorene Wälder
Europas verlorene Wälder
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Europa hat in den vergangenen 6000 Jahren mehr als die Hälfte seines Waldbestands verloren. Das haben Wissenschaftler der Universität Plymouth anhand von Pollenanalysen festgestellt.

11.000 Jahre Waldgeschichte
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Die Forscher nutzten Daten der Europäischen Pollendatenbank von über 1000 Fundstellen, um die Entwicklung des Waldbestands in den vergangenen 11.000 Jahren zu rekonstruieren. Wie sich zeigte, kam es nach der letzten Eiszeit zunächst zu einer Zunahme des Baumbestands, bis Europa schließlich zu 80 Prozent von Wald bedeckt war. (Foto: dpa)

Bäume von Lissabon bis Moskau
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„Vor 8000 Jahren hätte ein Eichhörnchen von Baumwipfel zu Baumwipfel schwingend den Weg von Lissabon nach Moskau zurücklegen können, ohne den Boden zu berühren“, so Neil Roberts, Erstautor der Studie in Scientific Reports. Seither hat sich der Waldbestand drastisch verringert – eine Entwicklung, die die Forscher in Zusammenhang mit der Entwicklung der Landwirtschaft bringen.

Nicht nur negativ
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Die Forscher sehen den Waldverlust allerdings nicht nur negativ. Durch die Ausdünnung der Wälder seien nämlich andere wertvolle Lebensräume wie etwa Wiesen oder Heidelandschaften entstanden. (Foto: dpa)

Trendwende zu erkennen
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Zudem lasse sich zumindest in Europa in jüngster Zeit unter dem Einfluss wachsender Bemühungen um den Naturschutz eine Trendwende hin zu wieder mehr Wald erkennen.

Welche Bedeutung der Wald für Mensch und Tier hat und welche Gefahren ihm drohen, verdeutlichen die folgenden Beispiele. (Foto: dpa)

Herbstwald
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Für das Klima, den globalen Wasserkreislauf und die Artenvielfalt sind Wälder von elementarer Bedeutung. Doch weltweit schrumpft der Baumbestand, alle vier Sekunden verschwindet ein Fußballfeld-großes Stück Wald.

Buchenwald im Herbst
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Wälder regulieren das Klima. Sie mildern Hitze, Frost, Trockenheit und Stürme ab, produzieren Sauerstoff, reinigen Luft und Wasser.

In den USA, wo die von Nord nach Süd verlaufenden Gebirgszüge kalter Polarluft keinen Einhalt gebieten, ist das Phänomen häufiger als etwa in Europa. Klimaexperten glauben, dass starke Eisregen infolge des Klimawandels künftig häufiger auftreten.

Die Forscher untersuchen nun, welche Langzeitauswirkungen das auch auf die Bäume selbst hat. „Es ist nicht einfach, Eisregen zu studieren, weil sie so schwer vorherzusagen sind“, erläutert die Ökologin Lindsey Rustad von der Waldbehörde des US-Agrarministeriums.

Zusammen mit Experten aus New England schritt sie deshalb selbst zur Tat und besprühte drei Testflächen, jede in der Größe eines Basketballfeldes, mit unterschiedlichen Wassermengen: So waren Äste wie Stämme der nördlichen Hartholz-Bäume in kürzester Zeit von sechs, 12 oder 19 Millimeter dicken Eishüllen umgeben.

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