Enercom
Wie man Klärschlamm in Energie umwandelt

Das Unternehmen Soil­Concept entwickelt eine Anlage, mit der man kompostierten Klärschlamm in Gas umwandeln kann.

DüsseldorfEnercom, das ist Technologie in konzentrierter Form. In der kleinen Halle auf dem „Fridhaff“­Gelände, einer Deponie nahe Diekirch im Norden von Luxemburg, nimmt das Projekt gerade Gestalt an. Der Besucher wird von einem Gewirr aus Maschinen, Leitungen und anderen Gebilden aus glänzendem Stahl in Staunen versetzt. Die Arbeit ist diesen Sommer gut vorangekommen, wobei die Anlage bis zum Jahresende in Betrieb gegangen sein muss, erklärt Marc Demoulling, stellvertretender Geschäftsführer von Soil­Concept CA. Seit 2000 wird hier aus Klärschlamm, Bio­Abfällen und Baumrinde Gas gewonnen, womit andere Anlagen betrieben werden, mit denen Wärme und Strom erzeugt werden, aber auch Pellets für die Industrie und andere verwandte Produkte. Das Endprodukt, phosphatreiche Asche, kann nicht nur als Spitzendünger eingesetzt werden, sondern auch als teilweiser Ersatz für Zement in der Betonherstellung verwendet werden.

Bei der Verwertung von Klärschlamm nicht weiter zu gehen, sondern vielfältiger zu werden, das ist der Gedanke von Enercom, das mit 5,2 Millionen Euro hauptsächlich im Rahmen des Siebten Europäischen Forschungsrahmenprogramms finanziert wurde. Neben Soil-Concept SA sind sieben Partner ebenfalls an dem Projekt beteiligt, einer davon ist in Luxemburg ansässig, der Rest kommt aus Deutschland, Österreich, Belgien und Litauen.

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    Aktuell gewinnt Soil­Concept aus vorbehandelten Klärschlämmen und Bio­Abfällen pro Jahr ungefähr 9.000 Tonnen Kompost, die als Dünger genutzt werden. 70 Prozent davon werden in der Landwirtschaft eingesetzt, der Rest wird für Rasenflächen aller Art und zur Aufwertung nährstoffarmer Böden verwendet. Seit mittlerweile 15 Jahren sammelt Soil­Concept SA, gegründet im Jahr 1996, auf dem „Fridhaff“­Gelände ca. 35 Prozent der im Großherzogtum erzeugten Klärschlämme und Bio­Abfälle in riesigen Beton­Silos mit einem Gesamt-Fassungsvermögen von 1.200 Tonnen jedes „Gemischs“. Vor den Silos spielt sich ständig ein emsiges Treiben von Radladern und Lastwagen ab. Die Silos, deren Inhalt aus dem ganzen Land stammt, werden ständig belüftet und die Biomasse wird umgewälzt, um den Kompostierungsprozess zu fördern. Durch die Aktivität der Mikroorganismen während der Kompostierung steigt die Temperatur im ganzen Gemisch auf einen Bereich von 60 bis 70 Grad, wenn wärmeliebende Mikroorganismen übernehmen. Die Masse trocknet aus und mineralisiert sich. Aus dem mehrwöchigen Prozess geht ein wirkungsvoller Dünger hervor, der Humuserde ähnelt.

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    Die Herausforderung der Vergasung

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