Energie: Biogas schließt Lücken bei der Versorgung

Energie
Biogas schließt Lücken bei der Versorgung

Die Bundesregierung setzt auf Energie aus heimischer Biomasse. Erklärtes Ziel: Bis 2020 soll Biogas sechs Prozent des Gasverbrauchs abdecken, bis 2030 sind zehn Prozent angestrebt. Das entspräche rund zehn Mrd. Kubikmetern – heute werden rund 40 Mio. Kubikmeter pro Jahr produziert.
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DÜSSELDORF. Der jüngste Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat wieder einmal gezeigt, wie verletzlich die Gasversorgung Europas ist. Auch deshalb setzt die Bundesregierung auf eine verstärkte Nutzung von heimischer Biomasse, um Biogas zu erzeugen. Erklärtes Ziel: Bis 2020 soll Biogas sechs Prozent des Gasverbrauchs abdecken, bis 2030 sind zehn Prozent angestrebt. Das entspräche rund zehn Mrd. Kubikmetern – heute werden rund 40 Mio. Kubikmeter pro Jahr produziert.

Energiepflanzen oder landwirtschaftliche Abfälle werden bislang nur unzureichend für die Gasproduktion genutzt. „Biomasse entsteht meist im ländlichen Raum und wird in vielen Fällen nur für die Herstellung von Strom genutzt, weil es keine Abnehmer für die Wärme gibt“, sagt Wolfgang Urban, Energie-Experte am Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik.

Solche Anlagen kommen auf schwache Wirkungsgrade von 40 Prozent für die Stromerzeugung, weitere zehn Prozent können als Wärme für den Bioreaktor verwendet werden. Wesentlich attraktiver ist es, das Biogas in das vorhandene Netz für Erdgas einzuspeisen. „Dadurch kann man Gesamtwirkungsgrade von 80 Prozent erreichen“, rechnet Urban vor. Zudem könnten Angebot und Nachfrage besser zusammengebracht werden. Denn produziert wird meist auf dem Land, während der Verbrauch in den Städten am größten ist. „Auch kann überschüssiges Gas, das etwa im Sommer erzeugt wird, im Gasnetz zwischengespeichert werden“, sagt Urban. Das Biogas wird in der Kraft-Wärme-Kopplung, zur Treibstoff-Produktion oder für Heizungen genutzt.

Bevor das Biogas in das öffentliche Netz eingespeist werden kann, muss es aufbereitet werden. Ziel ist dabei ein möglichst hoher Methan-Gehalt. Unerwünschte Bestandteile wie Schwefel, Kohlendioxid und Wasserdampf werden aus dem Roh-Biogas herausgefiltert – bis die Zusammensetzung und der Brennwert schließlich das Niveau von Erdgas erreichen.

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