Energie: Mit dem Mini-Kraftwerk Geld verdienen

Energie
Mit dem Mini-Kraftwerk Geld verdienen

Strom, Heizen, warmes Wasser: Die Energiekosten erreichen neue Rekordmarken. Wer aber 10.000 Euro in ein eigenes Mini-Kraftwerk investiert, kann dem Preisdiktat entgehen und sogar Geld verdienen.
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DüsseldorfFrüher ging Frank Buchholz vor allem zum Bierholen in den Keller. Heute zieht ihn ein unscheinbar wirkender, weißer Kasten im Heizungskeller magisch an: Der kleine Zähler zeigt dem 42-jährigen Hausbesitzer, wie viele Kilowattstunden Strom und Wärme sein Mini-Heizkraftwerk dort bereits produziert hat.

Buchholz nickt zufrieden. Vor knapp einem Jahr hat er den Ecopower 1,0 des Remscheider Heizungsspezialisten Vaillant installieren lassen. Seitdem erzeugte der Erdgasmotor der Anlage neben dem warmen Wasser für Dusche und Heizkörper seiner 121 Quadratmeter großen Doppelhaushälfte in Wipperfürth bei Köln über einen Generator zusätzlich 2500 Kilowattstunden (kWh) Strom – mehr als er und seine Frau verbraucht haben.

Weil jede selbst produzierte kWh Strom nach den Regelungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) mit insgesamt zehn Cent vergütet wird und Buchholz keinen Strom einkaufen musste, sinkt seine Energierechnung schon im ersten Jahr um rund 550 Euro.

Heizen nur etwas für Reiche?

Davon können die meisten Deutschen nur träumen. Bei ihnen schießen die Ausgaben für Energie wieder einmal in die Höhe. Seit zehn Jahren geht das nun so: Während sich das Leben in einer Dekade nur um knapp 19 Prozent verteuerte, verdoppelten sich die Preise für Gas und Heizöl nahezu, Strom wurde um knapp 60 Prozent teurer.

Entspannung an der Preisfront ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Der Deutsche Mieterbund rechnet damit, dass eine vierköpfige Familie, die ihre 100 Quadratmeter große Wohnung mit Öl heizt, diesen Winter noch einmal 304 Euro mehr bezahlen muss. Für die „Bild“ Anlass genug zu warnen, Heizen werde zum Luxus. Fast schon verzweifelt suchen Mieter und Hauseigentümer daher nach Möglichkeiten, ihre Wohnzimmer auch künftig zu beherrschbaren Kosten warm zu halten.

Kommentare zu " Energie: Mit dem Mini-Kraftwerk Geld verdienen"

Alle Kommentare
  • KWK-Anlagen sind in den meisten fällen nicht wirtschaftlich. [...]
    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Hallo.
    Kraftwerk im Keller?
    Ich schätze,dass die Anlage mindestens 15000 Euro kostet.
    Bei einer 20 jährigen Nutzung (5 % Afa u, 2 % Zinsen)
    habe ich schon 750,00 Euro Kosten. (Kosten.Reparaturen u. Wartung nicht berechnet)
    Der Nutzer in Ihrem Artikel hat aber nur 500,00 Euro gespart.
    Gruss Wellerding

  • Wir haben in einem großen Objekt ein Bhkw eingebaut. Die alte Heizung hatte eine Leistung von 1.700 KW, wir haben eine zweistufige Gasturbine mit 2.700 KW eingebaut ca 900 KW verkaufen wir. Mit der Wärmeleistung können wir auch Kälte für die Klimatisierung erzeugen. Wenn wir uns zu Rapsöl entschließen könnten wäre die Profitabilität noch höher. EEG und KWK sorgen für Profit.

  • Wie in Griechenland muss die deutsche Solarindustrie durch Lohnkürzungen wieder wettbewerbsfähig gegen die Konkurrenz aus Asien, vor allem aus China, werden.
    Was man von den Griechen verlangt hat (interne Abwertung ist das Zauberwort) wird man wohl auch von den Deutschen verlangen können. Gleicher Lohn und gleiche Sozialleistungen für alle in der Währungsunion! Das hat doch unsere Angela lautstark verlangt. In Griechenland gibt es kein Hartz IV, also weg mit Hartz IV in Germany, wie in Griechenland sollen auch hier Volkssuppen organisiert werden.
    Dann wir die deutsche Solarindustrie wieder aufblühen, wie die griechische Wirtschaft auch.

  • Schauen Sie mal hier:

    http://www.handelsblatt.com/politik/international/trotz-gegenstimme-usa-winken-neue-atomreaktoren-durch/6192502.html

    Ich bezweifle, dass auf Dollarbasis "ihre" Zahlen günstiger sind, da trotz aller Turbulenzen der Außenwert des Euro heute besser ist als der der DM vor 20 Jahren! Sie können es natürlich abstreiten, aber das macht ihre Argumentation nur noch unglaubwürdiger!

    Ich habe Ihnen dennoch gerne geholfen!

  • Hallo Franke, die Aussage, dass ein 1000MW KKW 7 Mrd. $ kostet ist abwegig. Gem. veröffentlichter Zahlen zu den Baukosten kostet in China ein CPR1000 1,9Mrd. $ (2010), in Russland ein AES1200 2,5Mrd.$, in Abu Dhabi 4 x 1400MW 20Mrd. $, in den USA Vogtle, AP1000, 3,5Mrd. $ (2009) (Die Gesamtprojektkosten für 2 Blöcke liegen bei 14Mrd. $ inklusive eines Netzausbaus des Versorgers). Hinzu kommt ggf. ein Kühlturm, Grundstück, Anbindung an das Verkehrs- und Höchstspannungsnetz, die Zwischenfinanzierung und ein Erstkern.

    Bei den Kosten für Kernbrennstoff sind die Anreicherungskosten wesentlich und diese sind in den vergangenen Jahren aufgrund der Umstellung auf die Zentrifugenanreicherung eher gefallen. Die Kosten für die Brennelementefertigung stagnieren aufgrund des Wettbewerbs. Der reine Uranpreis war 1991 mit dem Fall der UDSSR extrem gefallen.

    Bei den Daten für die Kohle haben Sie einen ihre Argumente unterstützenden Zeitraum genannt. Mit dem Jahr 1981 kommt man für Deutschland auf andere Zahlen, für den Dollarraum ergeben sich gleichfalls andere Zahlen je nach Betrachtungszeitraum. Die Deutsche rheinische Braunkohle wird seit den 90er Jahren mit ca. 40€/to SKE angegeben.

    Erdgas ist in Deutschland aufgrund der Oelpreisbindung aktuell wesentlich teurer als international üblich. Ich nehme an, dass Gazprom früher, oder später Preisabstriche machen muss. Ich hatte die US-Zahlen genommen die natürlich meiner Argumentation entgegenkommen.

    Vandale

  • Soso, Erdgas, Kohle und Kernbrennstoff sind geldwertbereinigt günstiger geworden. Ja, wer es glaubt. Ich nenne Ihnen mal die offiziellen Zahlen aus der Quelle der BAFA (Preisentwicklung seit 1991):

    Preisentwicklung für die Einfuhr (auf Eurobasis)
    - Steinkohle verdreifacht (+200%),
    - Erdgas vervierfacht (+300%),
    - Erdöl verfünffacht (+400%),
    - Uranerz versechsfacht (+500%).

    Und dabei war das Basisjahr 1991 noch nicht einmal ein besonders günstiges. Davor und danach waren die Preise niedriger!
    Die allgemeine Preisentwicklung lag im gleichen Zeitraum bei ca. +40%.
    Der Preis des Uranerz fällt sicher (noch) nicht so ins Gewicht, bei den anderen Primärenergieträgern dagegen umso mehr. Dafür kostet ein neues Kernkraftwerk made by Westinghouse die Kleinigkeit von 7 Mrd. Dollar pro Gigawatt.
    War mir ein Vergnügen, Sie aufgeklärt zu haben

  • Hallo Net-Worker..Energiesparen koste was es wolle ist sicherlich religiös denn auch eine Isolierung bedarf der Energie (Handwerker fährt zum Haus, Material...) Die Wirtschaftlichkeit ist ein guter Indikator für den Energieverbrauch. Eine Isolierung dem EnEV2008 erfordert meines Erachtens hierzulande mehr Energie als diese erbringt. Für die geplante EnEV2012 hat dies sogar jemand errechnet.

    Energie wird abseits der Deutschen Besteuerung keineswegs generell teurer. Oel wird tatsächlich immer knapper und teurer. Dies gilt weder für Erdgas, noch für Kohle und Kernbrennstoff. Die ersteren beiden sind geldwertbereinigt günstiger geworden, bei dem Vergleich einer Brennstoffkostenkalkulation für ein KKW aus den 80er Jahren und heute kostet Kernbrennstoff nominal nicht mehr als damals.
    Wenn man die Entwicklung von religiösen Solarzellen und Windmühlen weg zu dem Verstande geschuldeten Energiequellen leiten würde so würde sich eine positive Zukunftsaussicht ergeben.

    In Deutschland gibt es erhebliche vermutete Vorkommen an Schiefergas, preiswerte Braunkohle für 300 Jahre, 50 Mrd. to Steinkohle, eine Entwicklung von Untertagevergasungsverfahren könnte sehr interessant sein. Die Kernenergie kann einen steigenden Energiebedarf der Menschheit zu erträglichen Kosten über Millionen Jahre hinweg decken. Entwicklungen im Brennstoffbereich, höhere Wärmeleitfähigkeit, höhere Energiedichte, würde es erlauben mehr Strom in den vorhandenen Kraftwerken zu erzeugen. Neue Reaktorkonzepte könnten neue Preisdimensionen erlauben.

    Vandale

  • @networker
    Oh doch, ich gehe davon aus, dass Kraftstoff teurer wird. So wie alles teurer wird. Aber dank denen, die sich ein E-Mobil kaufen, sinkt die Kraftstoff-Nachfrage und damit hält sich die Preissteigerung moderat im Rahmen. Ich freue mich schon, wenn die Straßen leerer werden, weil alle mehr an den Ladesäulen stehen, als dass sie fahren. So bekommt Mobilität eine neue Bedeutung. Aber nicht wundern, wenn Angela Merkel und alle die die CO2-Lüge verbreiten, trotzdem weiter mit 8- oder 10-Zylinder-Autos an Ihnen vorbeirauschen. Und immer schön das Zauberwort "Nachhaltigkeit" verwenden. Tssstssstsss

  • Es gibt entgegen den Aussagen des Artikels ein serienreifes Brennstoffzellengerät, nämlich Bluegen der australisch-deutschen Firma Ceramic Fuel Cells Limted (CFCL). Bluegen erzeugt in erster Linie Strom und kann zusätzlich Warmwasser (200 liter/Tag) bereitstellen. Bluegen wird derzeit über die Offenbacher Firma Sanevo vertrieben, wobei die in 2011 von Sanevo georderten 100 Stück innerhalb kurzer Zeit verkauft waren. Kunden sind im Moment primär Stadtwerke. In 2012 möchte Sanevo mindestens 500 Stück verkaufen. Die Preise sind aufgrund der derzeit noch geringen Stückzahlen noch sehr hoch, jedoch wird sich dies vermutlich bald ändern. CFCL arbeitet mit großen Energieversorgern (z.B. Eon UK, Gas de France, EWE) und Boilerherstellern (in D Gebr. Bruns) an integrierten Lösungen, die Strom, Heizung und Warmwasser liefern werden. Solche Einheiten sind derzeit bereits in der praktischen Erprobung. Beide Anwendungen haben riesiges Potenzial, sobald die Stückkosten auf akzeptable Niveaus kommen. auch die Politik begreift langsam, dass "nachhaltig" nicht unbedingt "erneuerbar" bedeuten muß, sondern hohe Effizienz bei gleichzeitig deutlich reduziertem Bedarf an Primärenergie (Gas) sehr viel mehr Sinn machen kann.

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