Energie
Neue Hoffnung für Solarstrom

Strom aus Solarzellen könnte schneller mit Energie aus konventionellen Kraftwerken konkurrieren als erwartet: Erstmals sind die Herstellkosten unter einen Dollar pro Watt gefallen. Der Erfolg der Hersteller von Dünnschicht-Modulen gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Wettbewerbsfähigkeit des Sonnenstroms.
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DÜSSELDORF. Strom aus Solarzellen könnte schneller mit Energie aus konventionellen Kraftwerken konkurrieren als erwartet: Erstmals sind die Herstellkosten unter einen Dollar pro Watt gefallen, teilte die US-Firma First Solar mit. Der Solarspezialist aus Tempe, Arizona, produziert Module, bei denen eine dünne Schicht aus Cadmiumtellurid (CdTe) Silizium ersetzt. Bei Produktionsstart vor vier Jahren haben die Herstellkosten dieser Technik noch bei drei Dollar pro Watt gelegen. Durch Steigerung der Massenproduktion und technische Verbesserungen sei es im Herbst vergangenen Jahres gelungen, die Kosten auf 0,98 Dollar zu senken.

Der Erfolg der Amerikaner gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Wettbewerbsfähigkeit des Sonnenstroms. Bislang kann Solartechnik nicht mit konventionellen Energiequellen konkurrieren, da ihre Herstellung vor allem wegen der hohen Siliziumkosten noch zu teuer ist: Die wenigsten Firmen fertigen Module gegenwärtig schon für unter zwei Dollar. Experten hatten die sogenannte Netzparität in Deutschland deshalb frühestens für 2015 erwartet.

Von da an wäre Sonnenenergie nicht mehr teurer als herkömmlicher Strom aus der Steckdose. Mit den jüngsten Fortschritten sei diese Netzparität nun in greifbare Nähe gerückt, sagt Holger Krawinkel, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband. "First-Solar-Module könnten bereits Strom für umgerechnet 20 bis 25 Eurocent pro Kilowattstunde produzieren", so der Experte. Der aktuelle Strompreis liegt in Deutschland bei rund 20 Eurocent.

Erzielt hat First Solar die Kostensenkung laut Firmenchef Mike Ahern vor allem durch eine schnelle Produktionssteigerung sowie Produkt- und Prozessoptimierung: "Unser Ausstoß ist im Zeitraum 2005 bis heute um 5 000 Prozent auf 1 000 Megawatt angewachsen." Gleichzeitig sei der Materialbedarf reduziert und der Durchsatz der Module in der Fertigung erhöht worden.

First Solar zählt zu den wenigen Herstellern, die sogenannte Dünnschichtmodule in großindustriellem Maßstab produzieren: Die Firma ersetzt das Silizium, das in gängigen Solarzellen Elektrizität generiert, durch eine hundertmal dünnere Schicht mit dem Halbleiter Cadmiumtellurid. Diese fängt ebenso viel Photonen ein wie Silizium, lässt sich aber mit geringerem Aufwand produzieren. Während bei der kristallinen Technik Siliziumblöcke erst in Scheiben gesägt, dann in mehreren Schritten zu Solarzellen verarbeitet werden, dampft First Solar das Halbleitermaterial wenige Mikrometer dünn auf Glas auf.

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