Energie
Repowering: Frische Kraft für Windräder

Für die Windkraft-Branche wird es auf dem Festland eng. Die besten Standorte sind in Deutschland weitgehend erschlossen. Doch viele Anlagen sind inzwischen veraltet. "Repowering" soll der Branche einen neuen Wachstumsschub bringen.
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DÜSSELDORF. "Das Zauberwort der Stunde heißt Repowering", sagt Ulf Gerder, Sprecher des Bundesverbands Wind-Energie (BWE). "Eine konsequente Modernisierung bestehender Standorte könnte dafür sorgen, dass Windenergie schon heute über 20 Prozent des deutschen Strombedarfs deckt." Derzeit liefern die Anlagen rund sieben Prozent.

Beim Repowering werden vergleichsweise kleine Windkraftanlagen durch marktübliche Baugrößen ersetzt. Auf diese Weise ist es sogar möglich, die Energieerträge insgesamt mit verringerter Anlagenzahl zu steigern. "Als Faustregel gilt: halb so viele Anlagen, doppelte Leistung", sagt Gerder. "Da moderne Türme in der Regel deutlich höher gebaut werden als die Anlagen der Pionierzeit, ist sogar eine Verdreifachung des Ertrags möglich."

Mit gerade einmal 30 Kilowatt Nennleistung und einer Nabenhöhe von 30 Metern gingen Anfang der 80er-Jahre die ersten Windenergieanlagen in Deutschland an den Start. Der geschätzte Jahresenergieertrag lag bei jeweils etwa 35 000 Kilowattstunden. Mitte der 90er-Jahre stieg die Nennleistung auf das Zwanzigfache, mit 1,25 Mio. Kilowattstunden im Jahr war der Ertrag gar um den Faktor 35 angewachsen.

"Heute sind Türme mit einer Nabenhöhe von 138 Metern üblich", sagt Hans-Gerd Busmann vom Fraunhofer-Institut für Windenergie. "In dieser Höhe herrschen Windverhältnisse, die durchaus mit denen auf hoher See vergleichbar sind." Moderne Anlagen erreichen Nennleistungen von bis zu sechs Megawatt. Der Jahresenergieertrag beläuft sich dann auf etwa 20 Mio. Kilowattstunden - gegenüber den Pionier-Anlagen eine Steigerung um das 500-fache.

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