Energie
Strom aus Abfall hilft beim Klimaschutz

Kraftstoff aus Holzabfällen, Strom aus Haushaltsmüll, Wärmeenergie aus Speiseresten - was früher auf der Deponie landete, entwickelt sich zum begehrten Energielieferanten. Neben Süd- und Osteuropa bietet der US-Markt deutschen Anbietern viel Potenzial.
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DÜSSELDORF. Die warme Dusche nach dem Spiel verdanken die Bundesliga-Fußballer des HSV altem Frittenfett. Seit Ende 2008 sammelt die Hamburger Stadtreinigung Bratfett und Frittieröl aus Haushalten und produziert damit Wärme und Strom. Bei 38 Grad Celsius verwandeln Bakterien in einer Biogasanlage Küchenreste in energiereiche Gase. Der damit erzeugte Strom versorgt 2 500 Haushalte. Außerdem wird so der Rasen des HSV-Stadions beheizt und die ganze Anlage mit Warmwasser versorgt.

Kraftstoff aus Holzabfällen, Strom aus Haushaltsmüll, Wärmeenergie aus Speiseresten - was früher auf der Deponie landete, entwickelt sich zum begehrten Energielieferanten. Allein in Deutschland wird aus Haushaltsmüll bereits genug Strom erzeugt, um rund vier Millionen Menschen zu versorgen - eine Million mehr als 2005. Den Großteil produzieren 58 Müllverbrennungsanlagen, die pro Jahr 18 Mio. Tonnen Reststoffe verwerten. Der Dampf, der bei der Verbrennung entsteht, treibt Turbinen an, die elektrische Energie erzeugen. Marktführer auf diesem Gebiet ist die Düsseldorfer Eon. Das Geschäft mit dem Müll hat der Konzern in die Tochtergesellschaft Eon Energy from Waste (EEW) ausgegliedert. Die Energiegewinnung in 20 Verbrennungsanlagen brachte 2007 rund 260 Mio. Euro Umsatz - zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Mit dem Aufstieg zum wichtigen Energielieferanten haben die Anlagen ihr schlechtes Image abgelegt. "Dreckschleudern und Luftverpester sind die Müllverbrennungsanlagen längst nicht mehr", sagt Volker Weiß, Fachbereichsleiter für Abfallbehandlung im Umweltbundesamt. "Sie sind hochmodern und genügen strengsten Standards." Die Energiegewinnung aus Abfall leistet zudem einen Beitrag zum Naturschutz. Denn Strom aus Müll ersetzt nicht nur fossile Energieträger, sondern senkt den CO2-Ausstoß pro Jahr fast zehn Mio. Tonnen. Dabei gibt es noch Spielraum nach oben: "Viele Verbrennungsanlagen wurden auf der grünen Wiese gebaut, wo es keinen Abnehmer für die Wärme gibt", sagt Weiß. Wenn es gelänge, diese Wärmeenergie zu nutzen, könnten zusätzlich drei Mio. Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden.

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