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Mit AC/DC beim Netzausbau sparen

Die Energiewende gelingt nur mit einem Stromnetzausbau, der Milliarden verschlingen wird. Um Kosten zu sparen, suchen die Unternehmen nach neuen Technologien. Doch der große Wurf ist noch nicht dabei.
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BerlinUltranet, AC/DC-Technologie oder ACCR – hinter diesen Begriffen verbirgt sich bares Geld. Geld, das die Netzbetreiber beim Ausbau der Stromleitungen in Deutschland sparen könnten. Der soll laut den neuesten Berechnungen 20 bis 40 Milliarden Euro verschlingen. Geld, das am Ende der Steuerzahler stellen muss.

Doch neue Technologien könnten zumindest einen kleinen Teil der neuen Trassen überflüssig machen. Hoffnung machen zum Beispiel Hochtemperaturleiterseile. Die können bis zu 210 Grad Hitze aushalten, ohne sich zu verformen. Das heißt auch, dass sie eine größere Menge Strom transportieren können als konventionelle Hochspannungsleitungen.

Die Netzbetreiber Tennet und 50Hertz testen sie bereits. Erst im Dezember nahm 50Hertz eine Hochtemperaturleiterleitung zwischen Remptendorf in Thüringen und Redwitz in Bayern in Betrieb. Mit der Umrüstung auf Hochtemperaturleiterseile sei die Leistungskapazität dieser Leitung von bisher 1.800 Megawatt (MW) um rund 300 MW auf 2.100 MW erhöht worden – ohne den Bau zusätzlicher Trassen.

Die RWTH Aachen testete in einer Studie die Hochtemperaturleiterseile (ACCR) der Firma 3M. Bei einem Szenario der Studie mit 200 Kilometer Leitungslänge käme der Ausbau mit dem ACCR-Seil von 3M „um 19 Prozent günstiger als ein Ersatz der Strecke mit neuen Masten und herkömmlichen Seilen.“

Doch Tennet-Chef Martin Fuchs warnt davor, zu viele Hoffnungen in die Technologie zu stecken. „Die Hochtemperaturleiterleitung sind nur ein Beitrag zur Lösung“, sagte er gestern bei der Handelsblatt-Energietagung. Ein Problem sei vor allem der mögliche Ausfall der Leitungen. Wenn eine Leitung mit solch einer hohen Kapazität ausfällt, hat das größere Folgen als bei einem Ausfall von kleineren Leitungen.

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Viele technische Alternativen noch nicht geprüft

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