Energieeffizienz
Kluge Maschinen helfen beim Stromsparen

Unternehmen können Energie viel effizienter nutzen. Mit moderner Sensortechnik können sie ihre Produktion optimieren. Das spart Geld und schont die Umwelt. Wie High-Tech-Maschinen dabei helfen, das Potential von teuren Rohstoffen voll auszuschöpfen.
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BERLIN. Bei der Bitumen-Herstellung dürfen die Produktionslinien auch dann nicht auskühlen, wenn die Brennstoffversorgung ausfällt. Der Neustart einer Anlage kostet viel Zeit und Energie. BP Bitumen aktiviert daher im Notfall ein Backup-System. Die Tochter der Deutschen BP setzt dabei drahtlos arbeitende Drucksensoren ein. Sie helfen auch, im Normalbetrieb die Brennstoffversorgung zu optimieren. Das Resultat: Teure Produktionsausfälle kommen seltener vor, der Energieverbrauch sinkt spürbar - um rund 13 Prozent.

Das Beispiel zeigt, wie moderne Sensor- und Automatisierungstechnik dazu beitragen kann, in der Produktion Geld zu sparen. Das entspricht auch den Zielen der Politik: Bis 2020 soll sich die Energieproduktivität in Deutschland gegenüber dem Stand von 1990 verdoppeln. Mit dem gleichen Energieeinsatz soll die Wirtschaft dann doppelt so viel produzieren. Ob das tatsächlich möglich ist, bleibt allerdings fraglich. Die Energieproduktivität hat sich von 1990 bis 2008 zwar um 41 Prozent erhöht. Um das Ziel zu erreichen, wäre aber eine weitere jährliche Steigerung von durchschnittlich drei Prozent nötig.

Wie verschwenderisch wir mit Energie umgehen, zeigt eine Studie des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI): Auf dem Weg von der Quelle bis zum Endverbraucher gehen bis zu 80 Prozent der Energie verloren. Das beginnt bei der Primärenergieförderung, setzt sich beim Transport und in Kraftwerken fort, und geht während der Produktion so weiter. Schuld haben wenig effiziente Förder- und Transportsysteme für Rohstoffe wie Öl und Gas sowie technische Anlagen, die bei der Energieverteilung in Netzen und der Produktion nicht optimal arbeiten.

Allein durch bessere Prozessautomatisierung - die intelligente Steuerung von Produktionsprozessen wie Erhitzen, Kühlen, Verdampfen oder Kondensieren von Stoffen - lassen sich laut ZVEI zehn bis 15 Prozent der Energie einsparen. "Das wären jedes Jahr 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, elf Prozent der Emissionen des industriellen Sektors", sagt Felix Seibl, Geschäftsführer Messtechnik und Prozessautomatisierung beim ZVEI. "Würden die Firmen alle Potenziale der Prozessoptimierung ausschöpfen, könnten sie vier Milliarden Euro pro Jahr einsparen."

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  • Den Aspekt mit der Modernisierung durch unsere Maßnahmen sehen unsere Kunden als großen benefit an.
    http://www.atcetera.de/PHPWCMS/index.php?id=29,0,0,1,0,0

  • Oft stellt die Einführung eines Energiemangementsystems auch eine Modernisierung der Technik dar. So kann man sich im Rahmen eines Einsparcontractings seine Anlage ohne eigene investitionen modernisieren.

  • Ganz interessant in diesem Zusammenhang ist vor allem die Technologie des jungen Unternehmens EnOcean aus München - Funksensoren von denen sollen helfen, die Energieeffizienz im Gebäude massiv zu verbessern.
    Lesen Sie wie: http://www.cleanthinking.de/firmenportraet-enocean-gmbh/4332/

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