Energieeffizienz
Toronto wird Öko-City

Städte verursachen etwa 75 Prozent aller Treibhausgase. Trimmt man Gebäude auf Energieeffizienz, sind Einsparungen bis zu 50 Prozent möglich. Doch Stadtplaner, Bau- und Immobilienbranche sind weit davon entfernt, das ernsthaft anzugehen. Einige Großstädte wollen nun systematisch Klimaschutz betreiben und gehen neue Wege, allen voran Toronto.

BERLIN. Die größte Stadt Kanadas wird eine innovative Software von Zerofootprint nutzen, um Emissionen zu messen und stark zu reduzieren. Toronto kündigte dies im Mai auf der zweiten Veranstaltung "C40 Large Cities Climate Summit" in New York an. Zerofootprint ist eine von Ron Dembo gegründete Non-Profit-Organisation. Dembo verdiente früher gutes Geld mit der Entwicklung von Risikomanagementsystemen.

Eine von Zerofootprint für Toronto entwickelte Online-Software analysiert Umwelteinflüsse, errechnet Vorteile von Energiesparmaßnahmen und stellt sie optisch dar. Damit sollen zuerst die Verwaltungsangestellten der Stadt ihren "ökologischen Fußabdruck" analysieren, Ziele zur Emissionsminderung aufstellen und ihre Fortschritte messen.

In der zweiten Phase wird die Software allen Unternehmen und den 2,6 Millionen Einwohnen Torontos zur Verfügung gestellt. Sie berechnet Umweltwirkungen von Verkehr, Ernährung, Heizung, Kühlung, Beleuchtung, Strom, Wasserverbrauch, Abfall sowie Einkäufen jeglicher Art. Zudem bietet sie eine Plattform für Kooperationen. Bürgermeister David Miller will aus Toronto die "grünste" und zugleich innovativste und sparsamste Stadt der Welt machen. Es soll eine der weltgrößten Ökodatenbanken entstehen, um sich mit anderen Städten messen und die wirkungsvollsten Maßnahmen identifizieren zu können. Miller will andere Städte zum Nachahmen anregen.

Toronto beteiligt sich auch an der Fünf-Milliarden-Dollar-Klimainitiative der Stiftung des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Die Initiatoren des "C40 Large Buildings Retrofit" genannten Programms haben 15 Städte mit fünf Banken an einen Tisch gebracht. Die Banken stellen Investitionsmittel bereit. Unternehmen und Dienstleistern, die auf energieeffiziente Lösungen für Gebäude und Finanzierungen spezialisiert sind, kooperieren mit den Initatoren. Städte aus allen Kontinenten machen mit: Chicago, Houston, New York, Mexiko City, Toronto; Sao Paolo, Bangkok, Karachi, Seoul und Tokio, Johannesburg und Melbourne sowie Berlin, London und Rom. Berlin ist zwar keine Megastadt, will aber gleichfalls Signale setzen, dass Städte und Kommunen aktiven Klimaschutz betreiben können.

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