Energieeffizienz
Vier Wände, die das Klima schützen

Undichte Wände, schlecht isolierte Fenster und veraltete Heizungen treiben die Kosten vieler Hausbesitzer in die Höhe. In Zeiten explodierender Energiepreise und anhaltender Klimadiskussionen rückt Energieeffizienz beim Bauen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Neubauten und Sanierungen bescheren der Baubranche volle Auftragsbücher.

KÖLN. Wenn Gerd Walter die Käufer seiner Energiesparfenster beschreibt, kommt er ins Schmunzeln. „Vor ein paar Jahren waren das überwiegend Freaks“, sagt der Geschäftsführer der Walter Fenster GmbH in Kassel. Heute dagegen sind Walters gedämmte Kunststoff-Fenster sein Hauptumsatzbringer. „Die Menschen haben ihr Bewusstsein stark geändert“, sagt der Unternehmer.

In den vergangenen zwei Jahren sei der Absatz von Isolierverglasungen oder Mehrkammerscheiben sprunghaft gestiegen. Energiesparen sei mittlerweile der wichtigste Punkt bei jedem Beratungsgespräch. Weil die Energiepreise explodieren und alle Welt über den Klimaschutz diskutiert, rückt Energieeffizienz auch für die Bauwirtschaft ins Zentrum des Interesses. Rund die Hälfte der Wärme geht über Fenster und Decken verloren. Auch veraltete Heizungen und undichte Wände lassen Wärme entweichen.

Bei Xella International in Duisburg werden die Dämmstoffe hergestellt, um das zu verhindern. „Die Formel ist einfach: Mehr Dämmung bedeutet weniger Energieverbrauch“, sagt Geschäftsführer Thorsten Schoch. Er bietet seinen Kunden etwa ein Energiewerthaus an, das komplett aus Wärme dämmendem Material besteht. „Das Neue am Energiewerthaus ist die Klimaneutralität“, wirbt Schoch. Sämtliche CO2-Emissionen, die durch den Bau und Betrieb des Energiewerthauses entstehen, würden beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach wieder eingespart.

Neben der Ressourcenknappheit und dem Klimawandel sind es auch gesetzliche Vorgaben, die Energie effiziente Bauten immer attraktiver machen. So profitieren Baufirmen zurzeit massiv von der EU-Richtlinie „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“, die alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Energieausweise für Wohnhäuser und Gewerbebauten einzuführen. Die Ausweise zeigen nach klaren Kriterien an, wie viel Energie ein Gebäude verbraucht. So können Mieter und Käufer sofort vergleichen, ob ein Haus sparsam ist oder nicht.

„Die Energieeffizienz spielt künftig eine große Rolle bei der Bewertung von Immobilien“, sagt Felicitas Kraus, Expertin für Energieeffizienz bei der Deutschen Energie-Agentur in Berlin. Für bestehende Gebäude wird der Energieausweis schrittweise ab dem 1. Juli 2008 Pflicht. Allerdings nur, wenn sie neu vermietet oder verkauft werden.

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